Die heilende Wirkung der Kunst
Gemeinschaftsprojekt von Waldorfschule und Krankenhaus in Meran

Die Pädiatrie des Krankenhauses Meran wurde im Rahmen eines gemeinsamen Projektes der Krankenhausschule und der Waldorfschule Meran künstlerisch neugestaltet. Ziel war es, für die jungen Patientinnen und Patienten eine freundliche, warme und harmonische Atmosphäre zu schaffen.
Ins Krankenhaus kommt man, wie das Wort schon sagt, weil man krank ist, jedenfalls zumeist. Besonders für kleine Patientinnen und Patienten und deren Familien ist das oft eine belastende Situation; das Krankenhaus mit Tristesse konnotiert. Dem Abhilfe geschafft haben die Schülerinnen und Schüler der Waldorfschule Meran.
Ganzheitliche Bildung im Blick
Die Freie Waldorfschule „Christian Morgenstern“ wurde 1979 gegründet und hat ihren Sitz in der Schennastraße in Meran. Seit 2023 gibt es eine Oberstufe, die im kommenden Schuljahr den ersten Maturajahrgang führen wird. Kreatives Tätigsein stellt für die Schule, die vom Rudolf Steiner Schulverein VFG geführt wird, einen wertvollen Beitrag zur ganzheitlichen Bildung von Kindern und Jugendlichen dar. Vom Nass-in-Nass-Malen in der Unterstufe über das Aquarellmalen und Schwarz-Weiß-Zeichnen in der Mittelstufe bis hin zur großformatigen Wandmalerei und dem konzeptuellen Gestalten in der Oberstufe bietet das künstlerische Arbeiten in der Waldorfschule ein breites Spektrum an Ausdrucksmöglichkeiten. Einen kleinen Ausschnitt dieser vielfältigen künstlerischen Arbeit kann man nun in den Bildern, Fensterbildern und Mobiles entdecken, die die Pädiatrie im Krankenhaus Meran schmücken. Mit leuchtenden Farben, Naturmotiven, Tieren und harmonischen Formen bringen sie Wärme, Freude und eine freundliche Atmosphäre in die Räume der Station und schenken den Kindern kleine Momente des Wohlfühlens.
Gemeinsam entsteht Schönes und Sinnvolles
Zum Schulsprengel Meran-Stadt gehört auch die Krankenhausschule in der Pädiatrie des Krankenhauses Meran. Dort werden stationär aufgenommene Kinder in ihren schulischen Belangen begleitet. Die Lehrerin Irene Menz trat mit dem Anliegen, die Station künstlerisch aufzuwerten, an die Waldorfschule Meran heran und stieß dort sogleich auf offene Ohren. Im Schuljahr 2025/2026 wurden von den Kindern der Unterstufe Bilder angefertigt, die nun die Patientenzimmer und Flure der Abteilung zieren. Die Schülerinnen und Schüler der Mittelschule beschäftigten sich mit der Herstellung von Mobiles, während jene der 1. und 2. Klasse Oberschule sich an die Gestaltung der Wände des Klassenzimmers wagten. Die künstlerische Arbeit bot den Jugendlichen die Möglichkeit, ihre Kreativität einzubringen und gleichzeitig etwas Sinnvolles für andere Kinder zu schaffen. Das Krankenhaus ließ den jungen Künstlerinnen und Künstlern freie Hand; einzige Bedingung: Die Station sollte anschließend eine helle, freundliche und einladende Atmosphäre ausstrahlen.
Pädiatrie in neuem Glanz
Das Ergebnis spricht für sich: Am vergangenen 12. Juni konnte die neugestaltete Kinderabteilung feierlich eingeweiht werden. Dabei erzählten die Waldorf-Lehrerinnen Stefanie Pichler und Elena Pircali sowie die Schülerinnen und Schüler begeistert von den Maltechniken und Motiven. Besonders die Wandmalerei war für viele eine neue und spannende Erfahrung, die Mut, Teamgeist und Vertrauen in den kreativen Prozess erforderte. Vom Weißeln der Wände bis zum fertigen Wandbild arbeiteten sie mit großer Begeisterung, Ausdauer und viel Einsatz. Das Wandbild greift die Elemente Luft, Wasser, Erde und Licht auf und zeigt unter anderem Wolken, Vögel, Pflanzen und Fische. Durch mehrere Schichten von Aquarellfarben entstand eine besondere Transparenz, die dem Werk eine ruhige und harmonische Ausstrahlung verleiht.
Feierliche Einweihung
Walburga Cassar (Primaria Pädiatrie Meran), Janah Maria Andreis (Direktorin des Gesundheitsbezirks Meran), Frank Blumtritt (Koordinierender Pflegedienstleiter), Michaela Dorfmann (Direktorin des Schulsprengels Untermais) sowie die Stadträtinnen Antonella Costanzo und Barbara Hölzl freuten sich sichtlich über das Ergebnis und über den Einsatz der Jugendlichen für ihre Gleichaltrigen: ein rundum gelungenes Projekt und ein Beitrag dazu, Krankenhausräume ein Stück menschlicher und zugewandter zu gestalten. Primaria Cassar meinte noch augenzwinkernd, wenn man auf einem Untersuchungsbett liege, sehe man noch viele weiße Flächen, sprich die Zimmerdecken – vielleicht ergibt sich da noch das eine und andere Verschönerungspotential.
[Sibylle Finatzer]





































































































































