Eine kuriose Reise!
Anarchischer Sprachwitz, verpackt als Italienreise

Eine kuriose Reise: Mit diesem Titel veröffentlichte Stefan Innerhofer einen ver-rückten, witzigen, sprachspielerischen Text. Das knallorange Büchlein kann als anarchischer Akt verstanden werden, seiner Kreativität freien Lauf zu lassen und den Mut aufzubringen die Ideenergebnisse einem Publikum zu präsentieren.
Die Buchpremiere fand im Rahmen des LiteraturCLUBs im ost west club est ovest in Meran statt.
„Stefan Innerhofer, Jahrgang 1962, unter Freunden geschätzt als vorzüglicher Koch und mit gärtnerischem Fachwissen, zeigt sich uns in diesem skurrilen Text von einer neuen, ganz anderen Seite: als Sprachkünstle, mit Witz und Humor Wortspiele kreierend, der Südtiroler Dialekt landet im Kochtopf, vermengt mit italienischen Sprachspaghettis auf einer lustigen Reise kreuz und quer durch Italien“, schreibt der Dichter und Maler Toni Haller Pixner in seinem kurzen Vorwort.
Das trifft es sehr genau. Die Rahmenhandlung – in der sich die Idee Namen von Dörfern und Städten, welche im Dialekt ausgesprochen eine andere Bedeutung erlangen, entfaltet – ist eine Zugfahrt.
„Den Einfall zu diesem Text hatte ich vor vielen Jahren, als ich begann ihn auszuarbeiten und in eine Geschichte zu verpacken, durchstöberte ich ein kleines Postleitzahlen-Büchlein von Italien, ich ging alle Namen durch und suchte mir jene heraus, die sich eigneten“, erzählt Stefan Innerhofer. „Kimmp Tante Resi ah (Resia); vai piano però! Ah, piano (Appiano); do gibt’s Saab, Audi ah (Sabaudia)”. Damit dieses Spiel gelingt, darf kräftig geschummelt und geblödelt werden, außerdem tragen die Protagonist:innen Namen, die sich gut kombinieren lassen. „Der Junge, der Erzähler, stellt sich gleich mit drei Namen vor, Nico, Nick oder Nigg, das erhört die Spielmöglichkeiten“, so Innerhofer.
Über die sozialen Medien erreichte der Autor den Künstler Peter Verwunderlich, der 12 Illustrationen, Tuschezeichnungen, beisteuerte. „Ich fand den Text lustig und hatte Lust mitzumachen!“, erzählt Peter. „Von Stefan bekam ich die Textpassagen, die sich gut bebildern ließen, zugeschickt und machte mich an die Arbeit. Wir tauschten uns lange aus, bis das Ergebnis für uns stimmig war“.
Ihre Lebensgeschichte erzählen die beiden Kreativen hier selbst.
Stefan Innerhofer: „Ich bin in Lana aufgewachsen. Zusammen mit meinen Eltern, der Großmutter, drei Brüder und zwei Schwestern. Als Jüngster war es für mich nicht immer einfach. Als ich zwei Jahre alt war, wurde ich an den Gardasee in zwei verschiedene Sanatorien gebracht, aufgrund der Diagnose: angehende Tuberkulose. Ein Jahr Arco, zwei Jahre Torbole. Wieder zurück in Lana sprach ich kein Wort Deutsch, wurde trotzdem in die deutschsprachige Volksschule eingeschult. Alle Klassen samt der Mittelschule mit Bravour bestanden und anschließend in die Arbeitswelt eingetaucht. Ich begann eine Lehre als Tapezierer (Raumausstatter) mit Schule und Abschluss als Geselle. Daraufhin kam ich zum Militär. Ich habe die verschiedensten Tätigkeiten ausgeführt und entwickelte gleichzeitig den Bedarf, Texte zu verfassen, um diese dann 1996 in dem Buch Wissens erfüllte Welt niederzuschreiben, mein neuestes Buch ist eine kuriose Reise. Derzeit arbeite ich als Schulwart.
Peter Verwurderlich: „Darf ich mich kurz vorstellen? ich bin Peter Paul Pedevilla, mein künstlername ist „Peter Verwunderlich“. ich bin in bruneck (südtirol - italien) am 26.11.1955 geboren. nach der pflichtschule in verschiedenen internaten in südtirol habe ich als kellner gearbeitet, bin per anhalter umhergereist und habe so ziemlich alles ausprobiert. ich habe mich selbst nie vergessen und bin künstler und mensch geblieben. ich hatte die möglichkeit, mich an diversen hochschulen und akademien umzusehen und das rauszuholen, was für mich damals wichtig war. ausbildungen: 1985 ausbildung als graphiker in bozen. 1992 studium an der hochschule für angewandte kunst wien (heute uni.) meisterschüler von prof. Wolfgang Hutter, mitbegründer der wiener schule des phantastischen realismus. 1996 diplom „magister artium“ (magister der künste). arbeite und lebe in meran.“
Stefan Innerhofer plant weitere Buchvorstellungen kreuz und quer durch Südtirol. Beenden wir diesen launigen und experimentellen Artikel mit dem Schlusssatz des Buches. „Nico steigt aus, verabschiedete sich und raunzte: ietz isch obr genua (Genua)!























































































































