CULTURE

Tun, was man am liebsten tut
Karl Stauder alias „Charly The One Man Band“ im Gespräch

04 forst

Davon träumen viele: im Leben das zu machen, was einem am meisten Freude bereitet. Karl Stauder aus Sarnthein ist Musiker, Handwerker, Unternehmer, mehr noch Lebenskünstler und auch einen Hauch philosophisch. Ein Gespräch über Musik und das Leben.

Wenn Karl Stauder erzählt, so tut er es bedächtig und reflektiert. Aber aus jedem seiner Worte ist die Leidenschaft für das, was er tut, spürbar.

Charly, du spielst nach Gehör und Gefühl, ohne Noten. Stimmt das?
Ja richtig, und ich lege auch Wert darauf. Ich kann keine Noten lesen (lacht). Aber seit dem Kindesalter spiele ich Gitarre, ich war immer schon fasziniert von Musik. Mein älterer Bruder spielte in einer Band, er hat mir erste Griffe gezeigt. Später spielte ich selbst mit einem Freund, er Schlagzeug, ich Gitarre, und ich sang auch dazu, da waren wir so 17, 18 Jahre alt. Ein Leben ohne Musik kann ich mir nicht vorstellen. Ich bin noch nie mit Widerwillen aus dem Haus gegangen, wenn ich einen Auftritt hatte. Wenn ich ein neues Instrument lernen oder etwas Neues ausprobieren möchte, dann versuche ich es einfach so lange, bis es klappt. Es gelingt nicht immer auf Anhieb, aber am Ende geht es mit etwas Durchhaltevermögen doch (lacht).

Das Motto „einfach mal machen“ zieht sich auch durch dein Leben, wenn man so will.
Manches in meinem Leben hat sich zufällig so ergeben, das kann man so sagen. Ich bin anfangs hin und wieder bei uns im Sarntal bei einigen kleineren Feiern aufgetreten und wurde von meinem Freund Robert darauf angesprochen, ob ich nicht mit ihm als Schlagzeuger und einem Bassisten etwas gemeinsam machen möchte. Wir haben dann jemanden gefunden, Flori, aber der konnte nicht spielen (lacht). Also habe ich eine Bassgitarre gekauft und selbst darauf probiert, anschließend hat Flori das Instrument dann auch als Autodidakt gelernt. Unsere Band haben wir „Rantanplan“ getauft, es gibt sie jetzt, nach über 30 Jahren, immer noch, und darauf bin ich schon ein bisschen stolz. Und als ich George McAnthony beim Sarner Dorffest Anfang der 1990er-Jahre habe spielen sehen, wusste ich: Das will ich auch einmal tun. Mich hat Vieles inspiriert, und dann habe ich es einfach probiert.

À propos George McAnthony: Du bist, wie er, auch als Alleinunterhalter unterwegs.
Wie gesagt, war es fast ein Aha-Erlebnis, George da so spielen zu sehen. Das wollte ich auch. Es war ein weiter Weg bis dahin, denn mehrere Instrumente gleichzeitig spielen und dazu singen zu können bedarf viel Übung. Auf der Bühne sieht ja alles immer locker und leicht aus. Aber dahinter steckt harte Arbeit. Ich übe zu Hause so lange, bis ich zufrieden bin. Und am wichtigsten ist mir Authentizität: Was ich gar nicht mag, ist Playback. Die einzige digitale Unterstützung, die ich musikalisch gesehen habe, ist ein Gerät, das ich mit der Ferse bediene und das eine zweite Stimme zu meinem Gesang generiert. Aber da es sich an meinem Gesang anlehnt, funktioniert es auch nur so gut, wie ich alle Töne sauber treffe.

Du hast in den vergangenen Jahren nicht nur musiziert, sondern auch selbst ein Tanzlokal geleitet.
Ja, die “Musihitt“ in Sarnthein hatte ich von 2004 bis 2017 gepachtet. Auch dort war mir Livemusik mit hauptsächlich einheimischen Bands ein Anliegen. Wir hatten die tollsten Gigs, Manuel Randi zum Beispiel war drei Mal bei mir. Der Familie zuliebe bin ich dann auf einen anderen Beruf umgestiegen. Immer nur nachts unterwegs sein geht auf Dauer nicht. Mein Sohn Moritz ist jetzt zwölf Jahre alt und fängt ebenso an, leidenschaftlich nahezu autodidaktisch zu musizieren. Hin und wieder spielen wir zusammen, das macht unglaublich viel Spaß.

Dein „anderer Beruf“ passt zu deinem bunten Leben – du bist mittlerweile Fassbinder. Was fasziniert dich so daran?
Ich werde weder von der Musik noch vom Fassbinden reich (lacht). Aber beides sind ganz klar meine Herzensanliegen. Ich konnte das Fassbinden mit einfachsten Mitteln noch von meinem Vater lernen. Dann habe ich wiederum recherchiert und ausprobiert und meine Technik immer weiter verfeinert. Mit Holz zu arbeiten ist genauso kreativ wie zu musizieren. Ich mache in meinem Leben jetzt einfach das, was mir am meisten Spaß macht, und dafür bin ich sehr dankbar!

[Sibylle Finatzer]

KARL STAUDER – CHARLY THE ONE MAN BAND
Countrymusic, Oldies, Rock’n’Roll, Fox
Termine: 31. Jänner und 28. Februar – Skihütte Crëp de Munt/Gadertal; 7. März – Wintersportfest des lvh/Reinswald; 23. März – Nesselhütte/Gitschberg; 26. März – Gitschhütte/Gitschberg
Infos und Kontakt: Questo indirizzo email è protetto dagli spambots. È necessario abilitare JavaScript per vederlo., 347 7964359, Facebook, YouTube

 

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