Spannung pur beim Südtiroler Krimifestival
Die zweite Ausgabe gipfelt am 25. April in der „Langen Nacht des Krimis”

Krimis sind längst mehr als nur spannende Lektüre für lange Abende. Beim Südtiroler Krimifestival (21-28.4) werden sie zum Erlebnis.
Das 2. Südtiroler Krimifestival bringt Lesungen, Sonderveranstaltungen und Begegnungen in verschiedenen Orten Südtirols. Höhepunkt ist die „Lange Nacht des Krimis“ am 25. April im Astra Brixen, bei der 14 Autorinnen und Autoren ihre Werke präsentieren. Über Idee, Atmosphäre und Besonderheiten des Festivals spricht Initiatorin Heidi Troi.
Das Südtiroler Krimifestival geht 2026 in die zweite Runde. Mit welchen Zielen startete es?
Auslöser war die Aussage eines Verlags, Südtirol sei als „Lesedestination“ nicht besonders attraktiv. Zusammen mit meiner mörderischen Schwester Simone Dark - als Autorinnen von Südtirolkrimis wollten wir zeigen, dass es nicht stimmt. Im vergangenen Jahr waren die teilnehmenden Autorinnen und Autoren so begeistert, dass wir diesmal wirklich die Qual der Wahl hatten. Es sind Bestsellerautoren, Preisträger und spannende Persönlichkeiten dabei. Durch die Zusammenarbeit mit Bibliotheken konnten wir das Festival außerdem auf das ganze Land ausdehnen – von Reschen bis Toblach.
Was hat Sie an der ersten Ausgabe besonders überrascht?
Die freundschaftliche Stimmung im Saal. Klar haben wir alles vorbereitet, aber in dem Moment, in dem die Autorinnen und Autoren da waren, wurde das Festival unser aller Projekt. Das hat sich auch auf das Publikum übertragen. Zwischen Autorinnen und Lesern entstanden Gespräche, eine Autorin zauberte plötzlich Liköre aus ihrer Tasche und es gab eine spontane Schnapsverkostung – es war wirklich ein Fest.
Die „Lange Nacht des Krimis“ gilt als Höhepunkt des Festivals. Was macht sie so besonders?
Dieses Miteinander zwischen Autoren und Lesern. Die Grenzen verschwimmen, Gespräche finden auf Augenhöhe statt und am Ende gehen alle inspiriert und beschwingt nach Hause.
14 Autorinnen und Autoren stehen an einem Abend auf der Bühne. Wie wird daraus ein stimmiges Erlebnis?
Stile und Themen sind unterschiedlich, aber der gemeinsame Nenner ist die Spannungsliteratur. Viele der Autorinnen und Autoren sind in Verbänden organisiert und arbeiten dort gemeinsam an Projekten. Auch wenn wir im Grunde Konkurrenten sind, fühlen wir uns eher als Mitstreiter. Der rote Faden ist das Festival, die Anmoderation, dass jeder gleich viel Zeit bekommt und die Freude an diesem gemeinsamen Projekt, die sich auf das Publikum überträgt.
Lesungen, Improtheater und Musik: War es Ihr Ziel, mehr als eine klassische Lesung zu bieten?
Ja. Das Wort „Lesung“ wirkt in Südtirol oft etwas abschreckend, obwohl Bibliotheken sich sehr bemühen. Vielleicht fällt es heute schwerer, sich einfach hinzusetzen und eine Geschichte erzählen zu lassen. Deshalb wollten wir ein Event schaffen, das über Lesungen hinausgeht – einen Treffpunkt für Leser, Autoren und auch Impro-Fans.
In diesem Jahr sind besonders viele Autorinnen dabei. Zufall oder bewusste Entscheidung?
Das Verbrechen ist fest in weiblicher Hand, das stimmt. Bei der Auswahl haben wir aber nicht auf das Geschlecht geachtet, sondern auf die Bücher und Lesungsvideos. Da sich mehr Frauen beworben haben, wurden am Ende auch mehr Frauen berücksichtigt.
Gibt es im Krimigenre so etwas wie eine „weibliche Perspektive“?
Ich denke, dass Spannung geschlechtsunabhängig ist. Natürlich gibt es Themen, die eher von Männern behandelt werden – etwa Spionage- oder Politikthriller – und andere Subgenres, die häufiger von Frauen geschrieben werden, zum Beispiel Cozy Crime. Aber verallgemeinern lässt sich das nicht.
Worauf dürfen sich die Besucher:innen besonders freuen?
Wenn wir Überraschungen verraten würden, wären es ja keine mehr. Aber ich denke, die eine oder andere wartet sicher auf unser Publikum.
[Fabian Daum]
Das Südtiroler Krimifestival wurde von den Südtiroler Krimiautorinnen Heidi Troi und Simone Dark initiiert. Mit Unterstützung des Theaterpädagogischen Zentrums Brixen, wo Troi als Theaterpädagogin und Schreibcoach tätig ist, entstand eine Plattform für Krimiliebhaber im ganzen Land. Höhepunkt ist die „Lange Nacht des Krimis“ am 25. April im Astra Brixen: Der Abend beginnt um 18 Uhr und geht open end. Niemand muss die ganze Zeit auf seinem Stuhl sitzen. Es gibt zwei Lesungsräume, eine Snackbar und den Büchertisch der Buchhandlung Athesia. Man kann zwischen Lesungen wechseln, eine Pause machen oder ins Gespräch kommen. Es ist eine Reihe von Lesungen – und gleichzeitig ein Ort, an dem man gemeinsam den Krimi feiern kann.
Infos und Tickets: www.krimifestival.com























































