CULTURE

Ferne Sehnsuchtsorte
Der neue Roman von Vera Zwerger Bonell

04 forst

„Das Blau ferner Räume“ nennt sich das Buch von Vera Zwerger Bonell, das vor Kurzem bei Edition Raetia erschienen ist. Die Autorin erzählt die Geschichte von Herlinde Huber, die aus einfachen Verhältnissen stammend in den 1930er Jahren von Südtirol nach Mailand geht, um dort an der Kunstakademie zu studieren – mit allen Hindernissen, die eine junge Frau in der Großstadt überwinden musste. Wir haben mit der Autorin darüber gesprochen.

Vera Zwerger Bonell, „Das Blau ferner Räume“ ist Ihr zweites Buch. Besteht ein Zusammenhang zu Ihrem Erstlingswerk „Schattenwärts“?
Es gibt tatsächlich eine Verbindung, denn im ersten Buch habe ich drei Frauenschicksale skizziert, darunter auch jenes meiner Mutter. Und für den Roman habe ich sozusagen ein fiktives Leben konstruiert, und zwar unter dem Aspekt, was passieren hätte können, wenn meine Mutter früh genug eine Abzweigung genommen hätte, um dadurch ihre Träume zu verwirklichen.

Verwehrte Träume: Dieses Thema trifft auf viele Frauenleben zu…
Dieser Aspekt beschäftigt mich seit langem. Wie eng die Grenzen für Frauen einst waren und auf was zum Beispiel noch die Generation meiner Mutter verzichten hat müssen. Das Leben hat sich in vorgefertigten Bahnen abgespielt. Und die Frage, was wäre gewesen, wenn sie als junge Frau wirklich die Möglichkeit gehabt hätte, wegzugehen, zu studieren? Ich habe mich nach Beendigung meiner Ausbildung als Lehrerin zu einem Studium entschlossen und meine Mutter war diejenige, die mich damals unterstützt hat.

Die Erzählung beginnt in den 1930ern. Wo haben Sie die historischen Hintergrundinformationen recherchiert?
Zum Teil direkt vor Ort in Mailand in der Biblioteca Nazionale Braidense di Brera. Da gibt es zahlreiche historische Kataloge, zum Beispiel die Kunstkataloge der Triennale, Kunstzeitschriften und so weiter, die sehr anregend waren. Freunde haben mir bei einer Stadtrunde die Palazzi der 30er-Jahre gezeigt und ich habe mir Bücher angeschaut über die architektonischen Entwicklungen damals in Mailand. Das Umfeld der Kunstakademie hingegen kenne ich noch aus den 70er-Jahren, weil mein Mann, Gotthard Bonell, damals dort studiert hat.

Auffallend ist, dass sich die Schriftart im Laufe des Romans ändert. Warum?
Das war eine Idee meiner Lektorin, denn anfangs wird die Handlung von außen von einem auktorialen Erzähler geschildert und dann geht es in die Ich-Perspektive über. Durch die veränderte Schriftart wird das zusätzlich unterstrichen.

Der Raum und die Farbe Blau kommen im Titel vor. Um welche Räume geht es?
Es sind Flächen für Projektionen, Möglichkeiten oder Sehnsuchtsorte, gerade auch was die Farbe anbelangt. Die Farbe Blau war schon in der Romantik eng verbunden mit der Sehnsucht und den Roman kann man meiner Meinung nach auch als Entwicklungsroman lesen, obwohl dieses Wort inzwischen etwas aus der Mode gekommen ist. Wesentlich ist natürlich auch, dass die Hauptfigur eine Malerin ist und wir die Ereignisse durch ihre Augen wahrnehmen.

[Adina Guarnieri]

Leseprobe:
„Die Schülerin (H)uber ist ja auch gewissermaßen eine Germanin! Angesichts ihrer Kurzhaarfrisur, die sie sich unlängst zugelegt hat, frage ich mich natürlich, welchem Römer ihre roten Zöpfe als Trophäe zufielen…“ Sie spürte, wie ihr die Röte ins Gesicht schoss, sich alle Augen auf sie richteten […]
Herlinde erhob, wenn auch gepresst, ihre Stimme:
„Herr Professor, mit Verlaub, wenn ich auf meine Noten schaue, dann habe ich mich als Barbarin doch ganz gut in diesen heiligen Hallen der römischen Kultur zurechtgefunden und mein Zopf ist niemandes Trophäe.“

 

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