Freilicht – Freiluft – Freiheit
Südtirols Bühnen in Sommerlaune

Mit den warmen Tagen erwachen sie aus dem Dornröschenschlaf: Die Freilichtbühnen des Landes. Theater unter freiem Himmel hat hierzulande Tradition, weshalb manche Vereine auf eine jahrzehntelange Geschichte zurückblicken, wie zum Beispiel die…
…Freilichtspiele Südtiroler Unterland, die „Kasimir und Karoline“ von Ödön von Horváth zum Besten geben (ab 3.08., Regie: Mona Kraushaar). Im Rausch eines Volksfestes gerät die Liebe von Kasimir und Karoline ins Wanken. Während er nach dem Verlust seiner Arbeit zunehmend verzweifelt, keimt in ihr der Wunsch nach gesellschaftlichem Aufstieg. Je ausgelassener das Fest um sie herum wird, umso mehr treiben die beiden auseinander. Mit scharfem Blick und bitterem Humor erzählt das Stück von der Suche nach Glück in schwierigen Zeiten.
Von Neumarkt geht’s nach Dorf Tirol zu den Schlossfestspielen und „Mirandolina in Rock“ nach Carlo Goldoni (ab 17.07.). Mirandolina ist die taffe Wirtin einer Herberge, in der sich kuriose Figuren tummeln: Ein armer Marchese, ein neureicher Conte und ein kratzbürstiger Cavaliere. Während die anderen ihr den Hof machen, will der Cavaliere nichts von Frauen wissen. Kein Wunder, dass Mirandolina gerade ihn bezirzen will – sehr zum Leidwesen ihres Dieners, der natürlich auch in sie verliebt ist. Goldonis „La Locandiera“ gilt als brillante Komödie und Intendant Manfred Schweigkofler setzt noch einen drauf, indem er dem Stück einen groovigen Touch verpasst, getragen von einer Live-Band.
Die Meraner Festspiele laden zur Uraufführung von „Das Schweigen der Stadt“ von Luis Zagler ein (ab 2.07., Regie: Torsten Schilling). In Meran wird ein neues Kurbad eröffnet und das Großereignis lockt Pressevertreter aus aller Welt an. Die Bühne wird zum Welttheater, um die brennenden Fragen unserer Zeit zu diskutieren. Es entsteht so ein Schauspiel, das in den Kostümen der Belle Époque Historisches mit unserer Gegenwart verbindet: Poetisch, humorvoll, aktuell.
Auch die Rittner Sommerspiele widmen sich einem aktuellen Thema. Die Komödie „Bezahlt wird nicht!“ (ab 24.07.) von Literatur-Nobelpreisträger Dario Fo beschreibt nämlich einen Aufstand gegen Gier und Ungerechtigkeit. Und so verlässt die Kundschaft einer Vorstadt vollbepackt den Supermarkt – ohne zu bezahlen. Unter ihnen ist auch Antonia, die schon lange mit den Lebenshaltungskosten hadert. Damit ihr Mann nichts merkt, tischt sie ihm groteske Lügen auf, unverhoffte Schwangerschaften und eine Suppe aus Vogelfutter.
In Neustift spielt das Eisacktaler Volkstheater Shakespeares „Sommernachtstraum“ in der überarbeiteten Fassung von Michael Niavarani und Laurence Boswell – Regie führen Gabi Rothmüller und Alex Liegl (ab 3.07.). Es ist ein Polterabend mit einem Poltergeist, Elfen und Kobolden, und einer Fusion von Hotellerie und Weinbau. Wenn verlobte Verliebte nicht mehr wissen, in wen sie eigentlich verlobt-verliebt sind und wenn die Angestellten auch noch ein herrlich schreckliches Theaterstück proben – dann ist es der perfekte „Eisacktaler Sommernachtstraum“.
Die Freilichtspiele Lana präsentieren „Die Wanderhure“ nach dem Roman von Iny Lorentz (ab 3.04., Regie: Thomas Hochkofler). Beim Konzil von Konstanz um 1415 streiten sich drei Päpste um die Herrschaft in der Kirche. Vor diesem historischen Hintergrund lehnt Marie, die Tochter eines reichen Tuchhändlers, die Verlobung mit dem Sohn des Reichsgrafen ab. Aber es ist eine Intrige und plötzlich wird sie der Hurerei bezichtigt, fast totgeschlagen und aus der Stadt gejagt. Sie schlägt sich als Wanderhure durch und schmiedet einen wagemutigen Racheplan…
[Adina Guarnieri]
























































































