Weitergeben
Neuerscheinung über Eduard und Wendelin Kugler

Die Arunda 110 widmet sich Wendelin Kugler und seinem Vater Eduard. Als bildender Künstler und Lehrer am Kunstgymnasium Meran lebt Wendelin Kugler seine Kreativität auf vielen Ebenen aus. Inside sprach mit ihm über diese Neuerscheinung und über sein Schaffen.
Was ist die Arunda?
Arunda ist eine Südtiroler Kulturzeitschrift, gegründet 1976 in Schlanders. Sie feiert heuer ihr 50-jähriges Bestehen. Einer der Gründer des Projekts ist Hans Wielander. Anfänglich handelte es sich um eine Zeitschrift, die viermal jährlich erschien, diese entwickelte sich zu einer hochwertigen Kulturbuch-Reihe. Die Themenvielfalt ist groß: Kunst, Literatur, Musik, Handwerk, Architektur, Geschichte, Ethnologie….
Wie kam es zur Publikation Eduard & Wendelin Kugler. Weitergeben. Eine Stereografie?
Es war eine wegweisende Begegnung in einem Elektrogeschäft in Schlanders. Dort traf ich Ulrich Wielander, den jetzigen Leiter der Arunda. Wir kamen ins Gespräch, die Idee wurde geboren, eines kam zum anderen und es folgten Monate intensiver kreativer Zusammenarbeit.
Was gibt es in diesem Buch zu entdecken?
Erzählt werden die Lebens- und Schaffensgeschichte meines Vaters Eduard und von mir. Ich absolvierte die klassische Ausbildung zum Akademischen Maler. Meines Vaters Weg könnte man verschlungen nennen, er übte den Beruf des Herrenschneiders aus, lernte, holte das Abitur nach, unterrichtete dann am Realgymnasium. Zudem baute er Modellflugzeuge, brachte sich selbst das Geigen-Bauen bei. Es gibt u.a. einen biografischen Teil, eine Auswahl meiner Werke, Texte zur Kunst und zum Geigenbau….
Was willst du mit dem Titel Weitergeben betonen und was ist eine Stereografie?
Das Weitergeben ist das Leitmotiv. Wissen und Fähigkeiten werden von Generation zu Generation weitergegeben, indem man vorlebt! Ich schaute meinem Vater zu, er erklärte mir vieles und legte somit den Samen für meine vielfältigen Interessen. Zudem sind das Weitergeben und das Inspirieren die Grundlagen meiner zweiten großen Berufung, dem Unterrichten.
Das übliche Wort Monografie schien uns zu einengend. Daher wagen wir das Wortspiel Stereografie, denn das Buch dreht sich um zwei Persönlichkeiten, außerdem spielen Musikinstrumente eine wichtige Rolle und an Klang denkt man bei diesem Wort sofort.
Was fasziniert dich am Malen und Zeichnen und was am Geigenbauen, welches dir dein Vater beigebracht hat?
Beim Geigenbauen ist es u.a. die Ruhe, die sich einstellt beim Arbeiten mit Holz. Das Malen hingegen ist eine aufregende Sache, wie ein Fluss, den man nicht stoppen kann. Wenn ich zeichne, bin ich vollkommen konzentriert und auf den Prozess fokussiert. Der Entstehungsprozess ist für mich das Wesentliche, der Zustand während des Schaffens. Das Ausstellen von Werken gehört zur Arbeit als Künstler dazu, steht für mich aber nicht im Mittelpunkt. Kunst bedeutet für mich die Erforschung unendlicher Welten und schenkt mir Erkenntnis und Freude indem ich Neues erfahre und ausprobiere, oder Bekanntes vertiefe.
Erzähl uns bitte von deinen laufenden Projekten, woran arbeitest du zurzeit?
In den vergangenen Monaten war ich hauptsächlich auf die Fertigstellung der Arunda konzentriert und in den folgenden Wochen gilt es diese vorzustellen und Ausstellungen meiner Werke zusammenzustellen. Ich arbeite meist an mehreren Projekten parallel. Im Bereich 3D-Skulpting gibt es für mich noch viel zu entdecken, ich befasse mich u. a. mit Experimenten im Bereich virtuellem Modellieren. Bildhauerei hätte mich genauso interessiert, wie Malerei. Die innere Überzeugung, dass mir die Ideen nicht ausgehen, macht mich glücklich!
Termine: Vorstellungen der Arunda 110 und begleitende Ausstellungen, wobei an jedem Ort andere Werke gezeigt werden.
Schenna/Verdins im Klotzerhof, Atelier Sabine Auer, im Rahmen des Festivals Sprachspiele/Linguaggi in gioco:
Samstag, 7. November, ab 17 Uhr
Meran, Schloss Kallmünz, Atelier Franz Pichler
Samstag, 21. November, ab 17 Uhr
Schlanders, Bibliothek Schlandersburg
Samstag, 28. November, ab 10:30 Uhr
Eppan, Rapunzel Künstler- und Bastelbedarf
Freitag, 11. Dezember, ab 17 Uhr
























































































































































