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CULTURE

Kurzer Monat, volles Programm
Das bringt uns der Februar auf Südtirols Bühnen

04 forst

Wer hat noch nicht, wer will nochmal? Voller und abwechslungsreicher könnten die Spielpläne nicht sein, dabei muss diesmal alles in nur 28 Tagen untergebracht werden. Aber dank unserer Zusammenfassung behalten Sie den Überblick.

Die Vereinigten Bühnen Bozen zeigen einen Klassiker in neuem Gewand: „Fabian oder Der Gang vor die Hunde“ von Erich Kästner (ab 21.02.). Dr. phil. Jakob Fabian, arbeitsloser Werbetexter und Moralist, balanciert auf der Brücke seiner Heimatstadt. Ein kleiner Junge stürzt ins Wasser. Fabian springt ihm nach und taucht ein ins fiebrige Berlin der 1920er, in queere Sexclubs, Straßenkämpfe und kalte Kaufhäuser. Und dabei verliert er alles: Seine Liebe, seinen Freund, sich. Der Roman von Erich Kästner, entstanden 1930, gilt heute noch als eine der hellsichtigsten Satiren auf die deutsche Gesellschaft. Und: Die Aktualität ist erschreckend. Regie führt Sarantos Georgios Zervoulakos, bereits mit „Vor Sonnenaufgang“ nach Gerhart Hauptmann zu Gast bei den VBB. Er und sein Team lösen die Epik des Romans mit multidisziplinären Mitteln wie Choreografie, Gesang und Live-Musik auf. Die Bühnenfassung von Matthias Thalheim entstand Ende der 1980er in der DDR. All das eröffnet neue Fenster auf die Neuinterpretation der Abgründe einer Großstadt.

Die Dekadenz in Brixen und das Gostner Hoftheater präsentieren „ECHT WAHR?! Deine Geschichte auf dem Prüfstand“ (ab 5.02, Regie: Laurent Gröflin). Zwei Teams liefern sich einen gnadenlosen Wettkampf mit fiesen Fragen, schmutzigen Spielchen und waghalsigen Aufgaben, die Hirn und Nerven ans Limit treiben. Wer blufft am besten, wer fällt rein? Doch hinter dem Spektakel lauern große Fragen: Warum sehen wir so gern zu, wenn andere hadern? Welche Regeln schlucken wir, wo ziehen wir die Grenze? Tauchen Sie ein in die bunte Welt der Gameshows – von deutschen Samstagabendklassikern bis zu italienischen TV-Exzessen. „Echt wahr?!“ ist ein Live-Theaterabend, der die Realität hinter dem Vorhang von Fake und Fiction lüftet.

Etwas weiter südlich, in Bozen, wartet in der Carambolage bereits die „Faschingsshow“ vom Improtheater (17.02.). Wenn auf den Talferwiesen unrasierte Einhörner ihren Prinzessinnen Konfettiregen und Rasierschaum ins Dekolleté sprühen und Super Mario über die Hüpfburg reitet, setzt sich auch die Truppe vom Improtheater wieder bunte Mützen auf. Hier wird mit Lachsalven geschossen, bis die Narrensuppe schäumt. Denn: Ein Narr ist, wer nie närrisch ist! Und was in der Carambolage sonst noch alles auf dem Spielplan steht, dass lesen Sie in dieser Ausgabe ab Seite 40.

„Fly Me To The Moon“ von Marie Jones erwartet Sie im Theater in der Altstadt in Meran (ab 06.02., Regie: Torsten Schilling). Es geht um Franzi und Lore, beide Pflegerinnen, beide pleite. Wie jeden Monat sollen sie für den 84-jährigen Davy seine Rente abholen. Aber diesmal ist Davy tot. Abheben oder nicht abheben? Mit schwarzem Humor und viel Empathie widmet sich die Komödie der Misere des unterbezahlten Pflegerinnen-Daseins und hinterfragt unsere Werteskala in Sachen Tod. Was nämlich als harmlose Lüge beginnt, entwickelt sich zu einer grotesken Kriminalkomödie, die jegliche Moralvorstellung auf den Kopf stellt.

Drei Stücke holt das Südtiroler Kulturinstitut ins Land. Den Anfang macht „Kurz&knackig“ des Deutschen Nationaltheaters Weimar (11.-12.02. Waltherhaus Bozen). Lia ist im dritten Monat schwanger und überrascht ihren Freund Tom damit vor versammelter Familie in der Sauna. Dabei weiß Tom gar nicht, ob er Vater werden möchte, aber nun muss er sich der allgemeinen „Expertise“ stellen. Drei Paare, drei Generationen treffen aufeinander und debattieren über Momente des Glücks und der totalen Überforderung. Als nächstes ist „Oh mein Gott“ von Anat Gov an der Reihe (24.02. Kulturhaus Schlanders). Psychologin Ela erhält einen mysteriösen Anruf von einem Mann, der noch am selben Abend zur Therapie kommt. Er verrät nur den ersten Buchstaben seines Namens, scheint also prominent zu sein, doch hinter dem „G“ verbirgt sich niemand geringerer als Gott! Er steckt in einer Krise und will sich und seinem Werk ein Ende setzen. Ela hat nur eine Stunde Zeit, um ihren Konflikt mit Gott zu überwinden und damit die Welt zu retten. Eine wunderbar berührende Komödie. Zuletzt noch „Eine Liaison“ von Philippe Blasband (25.02 Forum Brixen, 26.02 Stadttheater Meran, 27.02. Stadttheater Sterzing). Ein Mann und eine Frau erinnern sich Jahre später an ihre leidenschaftliche Beziehung zurück. Jede Woche trafen sie sich, um ihre erotischen Fantasien auszuleben. Dabei wussten sie weder den Namen, noch sonst irgendwelche Details über das Leben ihres Gegenübers. Trotzdem wurden sie einander unentbehrlich, bis ein Ereignis alles veränderte. Nun lassen sie die Vergangenheit wiederaufleben, mit all den Unschärfen und Lücken, die die Zeit mit sich bringt. Das sorgt für amüsante Momente, zeugt aber auch von einer Zärtlichkeit, die all die Jahre überdauert hat.

Bis 8. Februar spielt die Heimatbühne Schluderns „Die Brüder aus der Eccles Street“ (Regie: Christl Stocker Perkmann). Salford, Nordengland. In einer Sackgasse an den Bahngleisen, geprägt von Industrielärm und der harten Realität der Arbeiterklasse, führen die Brüder Eddie und Ricky ein Leben, das ungleicher nicht sein könnte. Heizer Ricky kehrt voller Hoffnung mit seiner neuen Frau Ruby aus London zurück. Für Lokführer Eddie aber ist Ruby ein altbekanntes Gesicht, das Rickys Idealwelt in den Grundfesten erschüttern könnte. Es entfaltet sich ein dramatisches Geflecht aus Eifersucht, Familienstreit und der verzweifelten Suche nach Anerkennung. Kann man der Vergangenheit wirklich entfliehen?

Das Stadttheater Bruneck widmet sich dem kleinen Publikum ab 5 Jahren: „Konzert der stillen Dinge“ (28.02. u. 01.03.) nennt sich das Musiktheater von Adeline Rüss und Anniek Vetter, die scheinbar lautlosen Dingen Geräusche und Klänge entlocken, und auch so manch wundersame Geschichte. Eine Reise an die Grenzen des Gehörs mit tosendem Trommelwirbel und schweigendem Schnee. Ein Kabarett zwischen Burnout und Spezialauftrag ist „Volle Kanne“ von Ingrid Lechner (12. u. 15.03.). Sie kann anraten und ausrechnen, aber auch rummotzen. Anders gesagt: sie ist Managerin. Zumindest gewesen. Und jetzt ist ein neuer Auftrag da, lukrativ, aber verdammt schwer. Helfen kann nur noch dieses Programm. Und das haut sie dem Publikum fröhlich und verzweifelt um die Ohren. Denn der Auftrag hat genau mit dem Publikum zu tun. Also mit Ihnen. Und so werden Sie diesen Abend anders beenden, als sie ihn begonnen haben. Versprochen.

[Adina Guarnieri]

 

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