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CULTURE

Konfrontieren – erklären – sensibilisieren
Kinderbuchautorin Isabella Halbeisen und ihr Buch „Südtirol hilft“

04 forst

Isabella Halbeisen aus St. Leonhard in Passeier schreibt schon seit Jahren Kinderbücher. Mit dem Fernstudium zur Kinder- und Jugendbuchautorin an der „Schule des Schreibens“ in Hamburg hat sich Halbeisen einen Traum erfüllt. Ihr neuestes Buch „Südtirol hilft“ erzählt von versteckter Armut und Menschen in Not in Südtirol.

Frau Halbeisen, was fasziniert Sie an Büchern und warum haben Sie sich entschieden, sich zur Autorin ausbilden zu lassen?
Ich habe schon in der Volksschule gerne gelesen, eigene Geschichten geschrieben und mich gerne in der Bibliothek aufgehalten. Bücher faszinierten mich schon immer. Meine ersten Kinderbücher habe ich im Selbstverlag herausgegeben. Zugleich bin ich mir auch sehr bewusst, was man mit Worten anrichten kann, vor allem bei Kinderseelen. Darum war es mir wichtig, mich auf dem Gebiet des Schreibens weiterzubilden. Nach einiger Suche stieß ich auf das Fernstudium zur Kinder- und Jugendbuchautorin in Hamburg. Das war genau das Richtige für mich. Mit viel Selbstdisziplin und Willen habe ich das Studium durchgezogen und bin nun Südtirols erste Kinderbuchautorin mit Studien-abschluss!

Welche Kriterien sollte ein gutes Kinderbuch für Sie erfüllen?
Es sollte hauptsächlich eine altersgerechte Sprache haben. Oft blättere ich durch Kinderbücher und stelle fest, dass der Sprachgebrauch an Erwachsenen orientiert ist und sich überhaupt nicht für Kinder eignet. Auch die Schriftgröße spielt eine Rolle, etwa bei Leseanfängern. Dann sollte die Geschichte spannend sein und die Kinder in den Bann ziehen, sodass sie nicht aufhören wollen zu lesen. Ein gutes Buch sollte die Fantasie anregen, die Vorstellungskraft fördern und die Inhalte auch mittels ansprechender Bilder vermitteln. Wichtig finde ich auch, immer wieder neue Begriffe einzufügen, denn Lesen und Vorlesen erweitert den Wortschatz.

Sie sprechen dem Vorlesen eine große Bedeutung zu. Warum?
Den Kindern vorzulesen, schafft Nähe. Es stärkt die Bindung zu ihnen, vor allem, wenn man versucht, das Vorlesen so lebendig wie möglich zu gestalten. In meinen Lesungen tauche ich ganz in meine Geschichten ein, und die Kinder lassen sich sofort dafür begeistern. Ich habe im Übrigen beobachtet, dass wieder vermehrt zu Büchern gegriffen wird. Ich glaube, dass dem Buch wieder ein höherer Stellenwert zukommen wird, trotz der schnelllebigen digitalen Welt.

Im vergangenen November ist Ihr Kinderbuch „Südtirol hilft“ veröffentlicht worden. Wie ist es dazu gekommen?
Viele Inhalte lassen sich mit Kinderbüchern sehr gut vermitteln. Zum Beispiel auch, dass im Leben nicht immer alles glatt läuft und man mit verschiedenen Problemen konfrontiert wird. Mit dem Gedanken, darüber ein Kinderbuch zu schreiben, trage ich mich daher schon lange. Ich wollte meine Gabe, schreiben zu können, einem guten Zweck zur Verfügung stellen. Der Verlag Effekt! in Neumarkt hat sich gleich bereit erklärt, das Buch mit mir zu realisieren. Wir haben dann den Verein „Südtirol hilft EO“ als Partner gewonnen. Jeder Euro aus dem Verkauf des Buches kommt „Südtirol hilft“ zugute. Die Südtiroler Raiffeisenkassen haben dankenswerterweise einen beachtlichen Anteil der Bücher für ihre Kunden angekauft. Bislang sind somit knapp 9.000 Euro zusammengekommen, eine stolze Summe!

Können Sie uns einige Inhalte aus dem Buch schildern?
Die Hauptanliegen des Buches sind konfrontieren – erklären – sensibilisieren. Kinder verstehen sehr gut, worum es geht, wenn man sich die Zeit nimmt, es ihnen ehrlich und kindgerecht zu erklären. Wir Erwachsene sind hier besonders gefordert, und darum ist das Buch auch als Familienbuch gedacht. Oft wissen Kinder gar nicht, dass es im reichen Südtirol Armut und Menschen in Not gibt. Dafür gilt es, zu sensibilisieren. Ich kann das Beispiel von einem älteren Ehepaar mit Mindestrente nennen, das sich aufgrund gestiegener Kosten die Miete und die Lebensmittel fast nicht mehr leisten kann. Seine erwachsenen Kinder haben selbst Familie und können die Eltern nur bedingt unterstützen. Sowas kommt in Südtirol öfter vor, als man denkt, und man kann unversehens und unverschuldet in eine solche Situation geraten. Alle Geschichten in meinem Buch sind Nacherzählungen wahrer Lebenssituationen. Zum Glück gibt es Vereine wie „Südtirol hilft“, die hier eine echte Unterstützung bieten.

[Sibylle Finatzer]

KINDERBUCH „SÜDTIROL HILFT“
Autorin: Isabella Halbeisen
ISBN: 979-12-5532-071-5, in allen Buchhandlungen erhältlich
Effekt! Verlag, 16,90 Euro

www.kinderbuch.it
www.effekt.it

 

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