Franziska Eggers Neue Zyklen
Von Gefühlen, Identitäten und toter Natur

Franziska Egger ist eine zeitgenössische Künstlerin aus Lana. Ihre Arbeiten bewegen sich im Spannungsfeld einer an die Naive Malerei erinnernden Bildsprache und einer subversiven, bisweilen irritierenden Ikonografie, die spielerisch mit subtilen Brüchen und irritierenden Details jongliert.
Farbintensive, auf den ersten Blick spielerisch anmutende Bildwelten verbinden sich in ihren Bildern und Collagen mit Verschiebungen und bewusst gesetzten Störungen, die den vermeintlich harmlosen Bildraum destabilisieren und ein Spannungsfeld zwischen kindlicher Vorstellungswelt, emotionaler Verletzbarkeit und psychischer Einschreibung sichtbar machen. Hinter der ästhetischen Leichtigkeit ihrer Werke eröffnen sich tiefer liegende Bedeutungsebenen voller Details, in denen sich das Bild als vielschichtiger Projektions- und Resonanzraum entfaltet. Verdrängte Aspekte des Bewusstseins treten zutage. So laden die bunten Bilder zu einer wiederholten Betrachtung ein, die auch die Fragmentierung der festgeschriebenen Identität des Individuums erkennbar macht. Charakteristisch dafür ist das wiederholte Auftauchen ihres eigenen Namens, meist in Form verzerrter Kürzel, die nicht als Signatur, sondern als bildimmanenter Bestandteil der Komposition wahrgenommen werden.
Im Mai 2026 ist die Franziska Egger mit gleich zwei Ausstellungen präsent: Neue Bilder der Künstlerin sind im Rahmen des Festivals LanaLive sowie in einer Soloausstellung im innovativen Restaurant Genuin in Meran zu sehen. Inside hat mit der Künstlerin über ihre jüngsten Arbeiten und ihre künstlerische Motivation gesprochen.
Franziska Egger, im Mai bist du mit zwei Ausstellungsformaten präsent. Worauf dürfen wir uns freuen?
Bei der Ausstellung im Rahmen des transdisziplinären Kulturfestivals LanaLive sind sieben kleinformatige Acrylbilder von mir zu sehen. Diese drücken Wut, Ekel, Liebe, Trauer, Scham, Freude und Angst aus und öffnen so die Tür zur Hinterbühne der Gefühle – einem immersiven Parcour der Emotionen.
(Die Eröffnung findet am Samstag, 9. Mai um 11.00 Uhr im Raiffeisenhaus Lana statt und ist bis 17. Mai täglich von 15 – 19.00 Uhr begehbar).
Die Ausstellung im Restaurant Genuin hingegen umfasst eine Auswahl an größeren Werken. Dabei handelt es sich um spontan und spielerisch entstandene farbenfrohe Acrylbilder bzw. Collagen, welche – gefiltert durch mein eigenes Erleben, Fühlen, Denken und Beobachten – die Welt um mich herum abbilden. Sie sind in Schichten aufgebaut und auf diese Weise mit vielen langsam zu entdeckenden Details versehen.
(Zu sehen vom 12. Mai bis 12. Juli im Restaurant Genuin, Rennweg 103, Meran. Von Mo – Do: 7 – 22.00 Uhr, Fr – Sa: 7 – 24.00 Uhr dem Publikum zugänglich).
Woran arbeitest du aktuell?
Derzeit arbeite ich noch an den Bildern für die Ausstellung im Genuin. Danach möchte ich mich gerne an der Aquarellmalerei versuchen. Dafür werde ich einen Zyklus von Stillleben schaffen, wobei der italienische Ausdruck „natura morta“, also „tote Natur“, das Projekt ziemlich treffend beschreibt. Mehr möchte ich dazu allerdings noch nicht verraten.
Wie bist du zur Kunst gekommen, was ist heute dein Antrieb?
Schon in meiner Kindheit habe ich es geliebt zu zeichnen, malen und basteln, mit Materialien zu experimentieren und Neues zu schaffen. Diese Leidenschaft habe ich nie aufgegeben und sie hat mich zu meiner ersten Gemeinschaftsausstellung in der Galerie art dependent in Meran im Jahr 2004 geführt. Somit war der Grundstein gelegt und es folgten zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland, abwechslungsreiche Zusammenarbeiten mit anderen Künstlern und mehrere Publikationen. Ein Leben ohne Kunst ist für mich nicht vorstellbar. Sie hilft mir, das eigene Innere zu reflektieren und Erfahrungen zu verarbeiten.
Welche Frage zur Kunst stellst du dir selbst manchmal – und wie lautet deine Antwort darauf?
Ich frage mich manchmal, wofür Kunst eigentlich gut ist. Für mich persönlich ist die Frage leicht zu beantworten: die Kunst ist Teil meiner Überlebensstrategie in einer von Reizen überfluteten Welt. Sie gibt mir Ruhe und Zuversicht und ermöglicht es mir, ohne Worte zu kommunizieren und mich auszudrücken.
Im Allgemeinen würde ich sagen, Kunst löst Gefühle aus. Sie kann verbinden, provozieren, aufklären, trösten, hinterfragen, erzählen. Sie fördert die Kreativität, schult unsere Wahrnehmung und eröffnet neue Perspektiven. Darüber hinaus hat sie (oft) auch eine dekorative Funktion und bereichert unser Leben durch Schönheit und Genuss.










































































