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Tanz BZ: MAUD LE PLADEC / CCN ORLEANS Silent Legacy - Veröffentlicht von FondazioneHaydnStiftung

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Event-Informationen

Die Fragen des Weiblichen und der kulturellen Wurzeln sowie ihre enge Beziehung zur Musik sind der poetische Fokus von Maud Le Pladec, französische Choreografin und Leiterin des Centre Choréographique National d’Orléans. In Silent Legacy, ihrem jüngsten Projekt, das beim Festival von Avignon 2022 sein Debüt hatte und bei Tanz Bozen erstmalig in Italien zur Aufführung kommt, knüpft sie an ihre Arbeit Counting stars with you (musiques femmes) an, in der sie der Rolle der Frau in der Musikgeschichte nachspürte. Nun wendet sie sich einer Reflexion über die kulturelle Weitergabe des Weiblichen im Tanz zu, in dem der Körper – ein wirkmächtiges Medium der Überlieferung – zum Instrument für die Dekonstruktion von Normen und sozialen Regeln, für die Weitergabe des kulturellen Erbes, zu Dialog und Konfrontation wird. „Dance is a weapon“, diesem Motto der Pioniere des Modern Dance schließen sich hier neben der Choreografin die beiden Performerinnen von Silent Legacy an: die gerade einmal zehn Jahre junge Adeline Kerry Cruz aus Kanada, ein Wunderkind des Krump (einer ganz speziellen und ihr mit Sicherheit sehr fernen Form des Street Dance, die Anfang der 2000er Jahre in den Vororten von Los Angeles innerhalb der afroamerikanischen Comunity als Ventil der Wut und Zeichen der Revolte entstand) und Audrey Merilus, eine an der P.A.R.T.S. in Brüssel ausgebildete zeitgenössische Tänzerin, die auch schon für Anne Teresa De Keersmaeker auftrat. Begleitet werden die beiden von Originalklängen der führenden französischen She-DJ für Electro Chloé Thévenin. In zwei getanzten Porträts spürt Le Pladec der Frage nach, auf welchem Weg das kulturelle Erbe des Krump wie auch des Modern Dance in all seinen Facetten zu den beiden Darstellerinnen gelangt ist. Weit davon entfernt, neutral zu sein, lädt die Choreografin das Publikum zu einer visuellen und sinnlichen Begegnung mit den Ursprüngen „neuer Tänze“ ein. Adeline und Audrey sind in ihrer jeweiligen Interpretation kraftvoll und radikal authentisch. Ihre von der ästhetischen Anmutung her grundverschiedenen Soli eröffnen den Raum für unzählige Fragen nach Traditionen und Wurzeln.

Wir weisen darauf hin, dass bei dieser Vorstellung Stroboskoplichter zum Einsatz kommen

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