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Max Brenner: How wide is a smile? - Veröffentlicht von martin_inside

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Event-Informationen

„How wide is a smile?“ formuliert eine offene, bewusst unpräzise Fragestellung, die weniger auf eine konkrete Antwort abzielt als vielmehr einen Zustand beschreibt: die Verschiebung von Wahrnehmung im Angesicht visueller Überforderung. Das Lächeln erscheint dabei nicht als eindeutiges Zeichen, sondern als instabile Oberfläche – ein Ausdruck, der zwischen Anziehung und Unbehagen oszilliert und sich jeder eindeutigen Lesbarkeit entzieht.

Der Künstler Max Brenner, Teil des Kollektivs Brenner-Havelka-Plessl, präsentiert Arbeiten, in denen Malerei und Textilsiebdruck ineinandergreifen. Ausgangspunkt sind Bildfragmente aus dem digitalen Raum, die recherchiert, von Hand transformiert, manipuliert und in dichte, netzartige Wimmelbilder überführt werden. Es entstehen komplexe Bildgefüge, in denen sich unzählige Motive überlagern, durchdringen und gegenseitig verstärken.

Diese Bilder sind geprägt von einer Reiz- und Informationsüberflutung existenzieller Ängste und Bedrohungen, die durch den digitalen Raum in unsere Köpfe dringen. Szenen von Gewalt, Krise und Unsicherheit erscheinen fragmentiert, vervielfältigt und in ständiger Zirkulation. In Brenners Arbeiten werden sie nicht geordnet, sondern verdichtet: als visuelle Zustände, die sich einer klaren Hierarchie entziehen und das Sehen selbst herausfordern.

Im Zentrum der Ausstellung steht eine koboldhafte Fratze, die sich bei näherer Betrachtung als Schwarm erweist. Der Kopf ist kein abgeschlossenes Bild, sondern setzt sich aus einer Vielzahl kleiner Motive zusammen, die sich ständig verschieben und nach außen hin ausbreiten. Die Fratze wird so zur Projektionsfläche eines kollektiven Bildgedächtnisses – ein Knotenpunkt, in dem sich Bilder sammeln, überlagern und weiterverbreiten. Einzelne Fragmente tauchen in anderen Arbeiten wieder auf und verbinden die Ausstellung zu einem zusammenhängenden Netzwerk.

Ergänzt wird die Ausstellung durch die Holzrelief-Serie „Flowers“, in der Brenner die Mechanismen von Ästhetisierung und Kommerzialisierung weiter zuspitzt. Modelle atomarer Waffen erscheinen hier als stilisierte Objekte, präsentiert wie Konsumgüter. In dieser Verschiebung wird sichtbar, wie sich selbst extreme Formen von Gewalt in visuelle Oberflächen und ökonomische Logiken übersetzen lassen.

„How wide is a smile?“ wird so zu einer Frage nach Ausdehnung und Grenzen: Wie viel Bild hält ein Blick aus? Und wie verändert sich die Wahrnehmung, wenn sich Angst, Information und Ästhetik untrennbar miteinander verschränken?

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