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Marilú Eustachio - Heimat 2 - Veröffentlicht von martin_inside

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Event-Informationen

„Marilù Eustachio (1934 in Meran geboren, lebt in Rom) verbindet mit dem Vinschgau bis heute das Gefühl von Heimat. In den vergangenen Jahren hat sie sich dieser Heimat in rund 70 Blättern angenähert. Eine Auswahl der gleichnamigen Serie wurde bei Kunst Meran gezeigt. Neben dem Zyklus „Heimat“ wurde auch eine Auswahl von Arbeiten aus den vergangenen zwanzig Jahren als Einblick in das umfassende Schaffen Eustachios gezeigt.“ Das schrieb die Kuratorin der Ausstellung und künstlerische Leiterin von Kunst Meran in der Einladung zur Ausstellung. Nachdem ich die Arbeit von Marilù Eustachio seit Jahren verfolge und ihren künstlerischen Werdegang begleitet habe, solange ich die Galerie Spatia in Bozen führte, war ich Kunst Meran und Frau Rekade sehr dankbar, dass Meran eine Künstlerin ehrte, die in Meran geboren wurde. Eine verdiente und auch fällige Hommage ihrer Geburtsstadt. 2016, quasi zu ihrem 80. Geburtstag, hat das Museion in der Studiensammlung eine von Andreas Hapkemeyer kuratierte Auswahl ihrer „Taccuini“ vorgestellt. Nun wird mit einer Fotoausstellung in der Galerie Fotoforum der Heimatzyklus mit einer Auswahl von Fotografien, die alle Südtirol gewidmet sind, abgeschlossen.

Marilù Eustachio ist eine ganz besondere Persönlichkeit. Sie kommt aus Rom. Sie spricht römisch und denkt römisch, bewegt sich in einem römischen Freundeskreis und Ambiente, aber ihre Besonderheit besteht darin, dass sie sich als Tiroler-Römerin fühlt. Nicht nur weil sie in Meran geboren wurde, sie hat auch Jahre ihrer Kindheit im Vinschgau verbracht, ihre Mutter kam aus Malls, und sie ist bis vor kurzem noch jedes Jahr für längere Zeit nach Südtirol, nach Ums bei Völs, gekommen. Und ihre Südtirol-Begeisterung war so groß, dass sie zahlreiche römische Künstler und Intellektuelle überzeugt hat, in Südtirol Urlaub zu machen, „la terra piú bella“. Und deshalb hatten der Titel der Ausstellung, „Heimat“, und nun die Fotoserie „Heimat 2“ nichts Kitschiges oder gar Patriotisches in sich, nein, die Heimat ist Eustachio eine Herzensangelegenheit, eine innige Verbundenheit, eine Sache des Gefühls.

Und die Landschaften Südtirols haben auch zahllose Werke der Künstlerin inspiriert, sie hat sicherlich Tausende Zeichnungen und Fotografien angefertigt, die alle in die Werkmappe „Tirolo“ gehören. Weniger bekannt sind ihre Fotoarbeiten, auch wenn sie viele Jahre immer sowohl mit dem Skizzenbuch und dem Fotoapparat unterwegs war, mit dem sie Impressionen festhielt, Ausschnitte von Häusern, Landschaften, Friedhöfen und auch Menschen. Viele ihrer Fotoarbeiten sind Stillleben. Zufallsgegenstände, als Stillleben arrangiert. Es sind Berge, Bäume, Blumen und Landschaften, die sich nach und nach aus unbegrenzten Zeichen entwickeln, die sich aneinanderreihen und sich gegenseitig auflösen. Wie in ihren Zeichnungen mit minimaler Grafik Formen wachsen, so zeigen ihre Fotoarbeiten die Körperlichkeit des Objekts und die Strukturen der Landschaft in ihrer sichtbaren Immaterialität. Eustachio hüllt ihre Landschaften in einen atmosphärischen Schleier und löst so den Gegenstand von den Eigenschaften des Gewichts und der Dichte. Das Erfassen der atmosphärischen Stimmung und die Wiedergabe des subjektiven Eindrucks bestimmen die stilistischen Wesenszüge ihrer Arbeit.

Mit dem mal mehr mal minder dichten „atmosphärischen“ Schleier, in die sie ihre Landschaften hüllt, verfolgt die Künstlerin die Beseelung des Sujets, eine poetische Verklärung. So entstehen Landschaften mit arkadischen Anmutungen. Es gelingt ihr, Momente zu fixieren, wo das Zufällige sich zur ausbalancierten Komposition verdichtet: romantisch, symbolisch, lyrisch, malerisch.
(Arnold Tribus)

„Meine ersten sensoriell-kognitiven Erfahrungen sind für mich an Südtirol gebunden: harmonisches Plätschern von Bächlein, das ungestüme Rauschen der Wildbäche, Winde in Bäumen, Regen auf Schindeldächern, Düngergeruch in den Gärten, Geruch eben gemähten Grases, des Harzes und des Holzes“, schreibt die Künstlerin über sich.

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