von Bonn Park
Vier Männer – Jürgen A., Jürgen D., Cem und Noah-Wilhelm – besuchen ihre Kindheit, wo sie noch „Freundschaft waren“. Zwischen Spiel, Fantasie und großen Träumen war unterschiedlich sein und sich trotzdem mögen leicht und die Großen in weiter Ferne. Ein großer Schlüssel öffnet ihnen die Tür zu „Pubertät+“. Es ist das Jahr, als noch alles in Ordnung war. Wo Rausch und Liebe und Aggression ganz nah beieinander lagen. Doch der Blick in die Zukunft wird zur gruseligen Geisterbahn und mitten im Traum ist der „Rest“ angebrochen. Man trifft sich wieder, ohne sich wirklich zu erinnern und plötzlich spricht ein Ministerpräsident mit einem Superhelden. Aber welche Ära ist das nun eigentlich?
Der unkonventionelle Autor und Regisseur Bonn Park untersucht in seinen vielfach ausgezeichneten Theaterstücken und Inszenierungen universelle Themen auf eine popkulturelle Art und Weise. Mit dem Stück „They Them Okocha“ (Originaltitel), das 2025 für den Mülheimer Dramatikerpreis nominiert war, gelang ihm ein starkes Coming-of-age-Drama, das die Sehnsucht nach einer unbeschwerten Zeit ebenso thematisiert wie die politische Dimension dieser Sehnsucht. Mit großer Leichtigkeit und feiner Komik erzählen vier Männer von Freundschaft, Liebe und Identitätssuche. Für Südtirol haben wir den Titel „Notti magiche“ gewählt, um wie die Protagonisten „ein bisschen in Erinnerung zu sein“. Die künstlerische Handschrift von Regisseurin Michaela Senn, die zuletzt „Magdalena, ma dai“ an den Vereinigten Bühnen Bozen inszeniert hat, verspricht gemeinsam mit dem Sound Design von DJ Ena einen Abend voll Pop, Trash und Nostalgie.
mit
Roman Blumenschein
Emil Lug
Frederick Redavid
Lukas Spisser
Regie
Michaela Senn
von Simon Stephens
nach Anton Tschechows „Onkel Wanja“
Deutsch von Barbara Christ
Vanya trauert, um seine verstorbene Schwester, um sein vertanes Leben als Gutsverwalter in der Provinz, um seine vergebliche Liebe zu der mythisch schönen Helena, der jungen Frau seines schlecht alternden Schwagers Alexander. Als Alexander nach dem Karriereaus in der Großstadt zurück auf den Hof seiner Tochter Sonja kehrt, bricht die Sehnsucht aus: Sonja will den ehemals gutaussehenden Arzt und Waldfanaten Michael. Michael will Helena, die junge Frau des bankrotten Alexander. Alexander will den Hof seiner Tochter Sonja verkaufen. Und Vanya? Vanya will Alexander erschießen. In der provinziellen Enge träumen Tschechows Figuren voneinander und leben doch im Zeichen des Verzichts. Gibt es das noch, das Glück einer realen Begegnung?
Simon Stephens radikal-lyrische Adaption von Tschechows modernem Klassiker – ein Schauspieler spielt alle Figuren – schlägt den Bogen von den gesellschaftlichen Zersetzungsprozessen Ende des 19. Jahrhunderts zu der Verlust-Epoche Gegenwart. Das Solo, inszeniert von Rudolf Frey, setzt seinen Spieler – einsam – in die Mitte einer sich immer weiter vereinzelnden und parasozial vereinsamenden Gesellschaft. Der junge Südtiroler Schauspieler Fabian Mair Mitterer verleiht der Tschechowschen Welt mit ihren grassierenden FOMO- und No-Future-Gefühlen ein zeitgenössisches, tragikomisches Gesicht.
mit
Fabian Mair Mitterer
Regie
Rudolf Frey
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