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Oper.A 20.21: Amalia! - Veröffentlicht von martin_inside

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Michael Cohen-Weissert

Was haben Oper und Western gemeinsam? Geht es nach der Südtiroler Opernregisseurin Franziska Guggenbichler Beck eine ganze Menge. In ihrer Westernoper Amalia! mischt sie gekonnt filmische Sequenzen im Western-Stil mit Opernnummern. Die Filmleinwand spielt dabei eine zentrale Rolle, abwechselnd ist sie Handlungsträger und Kulisse. Gedreht hat die Regisseurin die Westernsequenzen im Pfossental. Die karge und imposante Naturlandschaft der Ötztaler Alpen diente auch schon für den Kinoerfolg Das finstere Tal als Filmkulisse. Die Titelheldin Amalia nimmt Anleihen an Amy (Grace Kelly) aus dem Western High Noon (1952), eine der wenigen starken Frauenfiguren in diesem Genre. Filmische Bezüge finden sich auch zu Sergio Leones Spaghettiwestern, Corbuccis Django und Tarantinos Django Unchained. Arien und Duette aus Pagliacci, Anna Bolena, Un ballo in maschera, Bohème, Fidelio oder La Wally werden abwechselnd zu Originalpartituren von Michael Cohen-Weissert arrangiert. Mit Kostümen aus dem Modehaus Luis Trenker werden Tradition und Vergangenheit modern interpretiert in die Gegenwart geführt. Amalia! vermengt Landschaft, Sound und Genres und macht Emotionen in ihrer reinsten Form erlebbar.

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    von Bernard-Marie Koltès aus dem Französischen von Simon Werle Ein Mann biegt um die Ecke, um einen anzuhauen. Auf der Suche nach einem Gespräch, einem Zimmer für die Nacht, einer Liebe zieht er durch die nächtliche Vorstadt in der Hoffnung, hinter der nächsten Ecke nicht nur den Regen zu finden, sondern einen Unbekannten – uns. Er, der weder Arbeit noch ein Zuhause mehr hat, erzählt, um gemeinsam leicht zu werden wie der Vogel im Wald, der vor den Maschinengewehren davonfliegt. Der immersive Monolog „Die Nacht kurz vor den Wäldern“, 1977 in Avignon uraufgeführt, machte den französischen Autor Bernard-Marie Koltès (1948-1989) zum Shootingstar Neuer Europäischer Dramatik. Wie Arthur Rimbaud, Jean Genet oder Sarah Kane loten seine Texte soziale Grenzfiguren bis zur Auflösung aus. Der aus einem einzigen Satz bestehende Text nimmt uns mit auf einen atemlosen Rausch in die nächtliche Welt eines Vertriebenen. Die Regisseurin Susanne Frieling, die nach „Monte Rosa“ zum zweiten Mal an den Vereinigten Bühnen Bozen inszeniert, untersucht die Fragilität des Körpers im Stadt- und Naturraum. Sie wirft den Blick vor die Türen des Stadttheaters, wo die Nacht kurz vor den Wäldern bereits angebrochen ist. Mit einem experimentellen Ansatz erforscht das Solo die Grenze zwischen Leben und Theater, Publikum und Schauspieler, Bozen und Anderswo. mit Fynn Engelkes Regie Susanne Frieling
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