Schumannfest
ORCHESTER DER GUSTAV MAHLER AKADEMIE
CLEMENS HAGEN Cello
DANIEL HARDING Dirigent
Robert Schumann
Cellokonzert, Op. 129
Sinfonie Nr. 2
„Ich skizzierte das Werk, als ich physisch sehr leidend war, ja ich kann wohl sagen, es war gleichsam der Widerstand des Geistes, der hier sichtbar influiert hat und durch den ich meinen physischen Zustand zu bekämpfen suchte. Der erste Satz ist voll dieses Kampfes und in seinem Charakter sehr launenhaft. Mir ist's, als müsste man es dem Stück anhören. Erst im letzten Satz fing ich an mich wieder besser zu fühlen; wirklich wurde ich auch nach Beendigung des ganzen Werkes wieder wohler.“
So erzählt Schumann über den Entstehungsprozess seiner 2. Sinfonie in C-Dur (1846), die er in Jahren voller körperlicher und seelischer Leiden komponiert hat. Die Uraufführung fand am 5. November 1846 im Gewandhaus Leipzig statt. Dirigent war Felix Mendelssohn Bartholdy, der Schumann drei Jahre zuvor eingeladen hatte, am Konservatorium in Leipzig zu unterrichten. Unzufrieden mit der Uraufführung, revidierte und kürzte Schumann die Partitur. Die 2. Sinfonie ist von der künstlerischen Auseinandersetzung des Komponisten mit Bach, Mozart und Beethoven geprägt, besonders Beethovens Einfluss tritt stark hervor. Ein Kritiker der Neuen Zeitschrift für Musik stellte fest: „Sie [die Sinfonie] ist das erste Werk der Gegenwart, ein weiterer Grenzstein zu dem Ziele, dessen Richtung Beethoven durch seine letzten Werke vorgezeichnet hat. Schumann war es vorbehalten, der Erste zu sein, der den Boden wieder gewann und bebaute. Wer wollte noch an seinem Genius zweifeln?“