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missing glaciers - missing me Wil-ma Kammerer - Veröffentlicht von martin_inside

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Event-Informationen

Gletscher sind Archive der Zeit. Sie speichern Jahrtausende von Klima, Bewegung und Erinnerung. Doch während sie verschwinden, verschwindet nicht nur Eis – auch ein Teil unserer Beziehung zur Landschaft, zu Geschichte und zu uns selbst gerät ins Wanken.

Die Ausstellung missing glaciers – missing me beschäftigt sich mit dem Verlust von Gletschern als ökologischem, aber auch als persönlichem und emotionalem Phänomen. Zwischen Naturbeobachtung und Selbstbefragung entsteht ein Raum, in dem die Grenzen zwischen äußerer Landschaft und innerer Wahrnehmung verschwimmen.

Im Zentrum der Installation liegt ein aus Rettungsfolien gewebter Teppich, der durch Ventilatoren ständig in Bewegung gehalten wird. Die schimmernde Oberfläche erinnert an Wasser, Eis und Lichtreflexe, zugleich verweist sie auf jene weißen Schutzplanen, mit denen heute versucht wird, einzelne Gletscherflächen vor dem Abschmelzen zu bewahren. Die Rettungsfolie wird dabei zum Symbol eines paradoxen Zustands: des menschlichen Wunsches zu bewahren, was bereits unwiderruflich im Wandel begriffen ist.

Folierte Glasplatten durchziehen den Raum. Ihre Farben verändern sich je nach Blickwinkel und Lichteinfall, ähnlich den ständig wechselnden Erscheinungsformen von Eis, Wasser und Atmosphäre. Dazwischen platzierte Spiegel konfrontieren die Besucher*innen immer wieder mit ihrem eigenen Bild. Die Frage nach dem Verschwinden der Gletscher wird damit auch zu einer Frage nach der eigenen Position innerhalb dieser Veränderungsprozesse.

Die Malereien greifen Motive von Wasser, Wolken und Eis auf. Große Bildflächen zeigen fragile Zustände zwischen Verdichtung und Auflösung. Andere Arbeiten integrieren Spiegel, die mit Gletscherwasser bespritzt wurden. Die entstandenen Spuren erinnern an beschlagene oder tauende Oberflächen und erzeugen den Eindruck eines Moments unmittelbar nach dem Schmelzen – als wäre die Abwesenheit des Eises noch sichtbar.

missing glaciers – missing me versteht den Gletscherschwund nicht allein als Umweltproblem, sondern als Verlust von Erinnerung, Orientierung und Identität. Die Ausstellung lädt dazu ein, über die Verbindung zwischen menschlicher Existenz und den sich verändernden Landschaften nachzudenken – und darüber, was mit uns geschieht, wenn das verschwindet, was lange als selbstverständlich galt.

Kontakte :

Datum und Uhrzeit des Events :

Es gibt Termine vom 27 Juni 2026 bis 26 Juli 2026

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