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WIESO NICHT - Arnold Holzknecht und Mirijam Heiler - Veröffentlicht von martin_inside

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Event-Informationen

Eröffnung: Freitag, 05.06.2026 um 18:00 Uhr, im Kreis für Kunst und Kultur in St. Ulrich
Einführung: Eva von Ingram Harpf

Die gezeigten Arbeiten von Mirjiam Heiler und Arnold Holzknecht entfalten sich aus einem prozessualen Vorgehen, das auf Variation, Wiederholung und minimale Verschiebungen setzt. Ihre jeweilige Praxis bewegt sich zwischen konstruktiver Strenge und organischer Anmutung und steht in enger Beziehung zur konkreten und minimalistischen Kunst. Ausgangspunkt ist stets ein Akt der formalen Reduktion, der nicht als Verarmung, sondern als bewusste Verdichtung verstanden wird. Diese Haltung fordert ein verlangsamtes Sehen ein und macht komplexe Beziehungsgefüge sichtbar, die sich aus Reduktion, Ordnung und Wiederholung, aus Struktur und Abweichung sowie aus dem Spannungsverhältnis von Präzision und Unschärfe ergeben.
Insbesondere bei Mirijam Heiler (geb. 1991 in Brixen, lebt und arbeitet in Bozen) zeigt sich ein zeichnerisches Verfahren, das an religiöse Praktiken erinnert: ritualisiert, konzentriert, potenziell theoretisch ins Unendliche fortsetzend. Minimale Abweichungen und Irregularitäten öffnen feine Brüche, durch die Bedeutung nicht festgelegt, sondern immer wieder neu verhandelt wird. Die entstehenden Zeichen bilden eine Art „asemantischer Schrift“, ein Zeichensystem ohne referenzielle Funktion, die sich bewusst jeder eindeutigen Lesart entzieht. Ihre Strukturen funktionieren als Metapher für Rückzug, Zugehörigkeit und temporäre Geborgenheit. Sie markieren eine bewusste Abkehr von Überfülle, Lärm und narrativer Überdeterminierung der Gegenwart. In der konzentrierten Wiederholung und im bewussten Weglassen entsteht ein Raum für die Untersuchung von Sinn im Alltäglichen. Die Qualität ihrer Arbeiten liegt in der universellen Lesbarkeit und Offenheit.
Arnold Holzknecht (geb. 1960 in Brixen, lebt und arbeitet in St. Ulrich) lässt sich als Künstler verorten, dessen Werk sich konsequent im Spannungsfeld zwischen Skulptur, Zeichnung und malerischer Setzung entfaltet. Ausgehend von einer bildhauerischen Ausbildung bildet das Material – Holz, Bienenwaben, Baumnadeln und andere organische Stoffe – den primären Ausgangspunkt seines Arbeitens. Holzknechts Arbeiten bewegen sich zwischen konstruktiver Strenge und organischer Anmutung, zwischen kontrollierter Setzung und einem Moment scheinbaren Wachsens. Lineare Strukturen, Schichtungen und serielle Ordnungen erzeugen visuelle Rhythmen, die weniger auf ikonische Lesbarkeit als auf Wahrnehmungsprozesse zielen. In diesem Sinne sind seine Werke nicht primär als abgeschlossene Objekte zu verstehen, sondern als Felder, in denen sich Sehen zeitlich entfaltet. Die oft betonte Dichotomie von Ordnung und Geste wird bei Holzknecht nicht aufgelöst, sondern produktiv gehalten. Kontrolle und Offenheit, Konstruktion und Intuition stehen in einem kontinuierlichen Austausch, der sich in der formalen Ausarbeitung ebenso manifestiert wie in der Wahrnehmung durch die Betrachter*innen.
Beide Positionen eint der Versuch, der Komplexität der Gegenwart mit Stille zu begegnen – durch Reduktion, Aufmerksamkeit und eine Praxis, die Offenheit nicht behauptet, sondern ermöglicht.

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Datum und Uhrzeit des Events :

  • Fr 05 Juni, 202618:00

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  • Die Eröffnung am Samstag, den 30. Mai, beginnt um 10:00 Uhr vor der Sala Trenker in St. Ulrich mit einer Begrüßung und institutionellen Präsentation, gefolgt von einer kuratorischen Führung. Um 13:00 Uhr findet auf der Piazza S. Antonio eine kulinarische Intervention der Künstler*innen Sandra Knecht und Leonardo Bürgi Tenorio statt. Am Nachmittag wird das Programm um 15:00 Uhr in St. Christina mit einer Führung fortgesetzt, begleitet von der Performance Applied Honey Proverbs, Applied Honey Proverbs. A folkloric dip into proverbs from around the world, where ecology meets language and wisdom accumulates in drip. von Ana Prvački. Der Tag wird mit einer Führung nach Pilat fortgesetzt von 18:00 bis 19:30 Uhr und endet mit einer Feier zum 10-jährigen Jubiläum der Biennale auf Pilat von 19:30 bis 21:30 Uhr mit Musik. Samstag, 30. Mai 10:00 – 11:00 | Ort: Vor der Sala Trenker, Stetteneckplatz, St. Ulrich Begrüßung und institutionelle Präsentation 11:00 – 13:00 Kuratorenführung durch die Ausstellungen in St. Ulrich (getrennte Gruppen in Englisch, Deutsch und Italienisch) 13:00 – 14:00 | Ort: Piazza S. Antonio, St. Ulrich Kulinarische Intervention der Biennale-Künstler*innen Sandra Knecht und Leonardo Bürgi Tenorio Transfer nach St. Christina (individuell oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln – Bus Nr. 350 oder 360 ab Piazza S. Antonio um 14:27 Uhr und 14:57 Uhr) 15:00 – 16:00 | Ort: Dorfplatz, St. Christina Kuratorenführung durch die Ausstellung in St. Christina (getrennte Gruppen in Englisch, Deutsch und Italienisch) 16:00 – 16:30 | Ort: Dorfplatz, St. Christina Applied Honey Proverbs. A folkloric dip into proverbs from around the world. Where ecology meets language, and wisdom accumulates. Eine Live-Performance der Biennale-Künstlerin Ana Prvački. Wanderung nach Pilat 18.00 – 19.30 Uhr | Treffpunkt: Talstation der Seiser-Alm-Bahn (St. Ulrich) Pilat ist ein abgelegener Ort in den Bergen, der nur zu Fuß erreicht werden kann. Eine Zufahrt mit privaten Fahrzeugen ist nicht möglich. Um 18.00 Uhr beginnt eine kuratorische Führung zu den Kunstwerken am Pilat (verschiedene Gruppen für Deutsch, Italienisch und Englisch). Die Wanderung führt über den Weg Nr. 15 und dauert etwa 45 Minuten bergauf. Bitte geeignetes Schuhwerk für die Wanderung tragen. Für Personen, die den Aufstieg nicht zu Fuß bewältigen können, steht zwischen 18.00 und 18.30 Uhr ein Shuttle-Service zur Verfügung. Da die Plätze begrenzt sind, ist eine Anmeldung erforderlich: Transfer buchen 19.30 – 21.30 Uhr | Ort: Pilat Wir feiern unser zehnjähriges Jubiläum! Open-Air-Abend mit Essen, Getränken und Musik mit DJ Davide Piras. 21.30 – 22.30 Uhr | Ort: Pilat Shuttle-Rücktransfer nach St. Ulrich, zur Talstation Seiser-Alm-Bahn. Alle Besucher*innen werden gebeten, den Shuttle-Service für die Rückfahrt zu nutzen, da der Wanderweg nachts nicht beleuchtet ist
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