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Violent Images – Broomberg & Chanarin, Eva Leitolf, Letizia - Veröffentlicht von martin_inside

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Event-Informationen

Violent Images – Broomberg & Chanarin, Eva Leitolf, Letizia Nicolini, Sophia Rabbiosi, Viola Silvi

Kuratiert von Eva Leitolf und Giulia Cordin
In Zusammenarbeit mit unibz, Studio Image, A/POLITICAL, BAW

Die Ausstellung Violent Images untersucht drängende Aspekte und Implikationen visueller Repräsentationen von Gewalt. Bilder, die Gewalt zeigen, sind Teil unseres Lebens und beeinflussen unsere Wahrnehmung der Welt. Dabei können sie selbst direkt Gewalt darstellen, oder ihr Gewaltpotenzial entfaltet sich im Zusammenhang mit ihrer Produktion, Verbreitung oder Nutzung. Das wirft viele Fragen auf: Wo beginnt die Gewalt im Bild? Wie wird ein Bild gewalttätig und was macht ein Bild gewalttätig? Wer bestimmt das – und in welchem Kontext? Wie beeinflussen Produktionstechnologien und Distributionskanäle das Verhältnis zwischen Bild und (Ausübung von) Gewalt? Und wie gehen Künstler:innen mit dem Thema Gewalt und dem Gewaltpotenzial von Bildtechnologien um?

Die Werke in der Ausstellung Violent Images erkunden eher subtile als explizite Formen visueller Gewalt und deren Kontexte und untersuchen deren kulturelle, soziale und politische Wirkung. Sie entziehen sich einer unmittelbaren Lesbarkeit und verweigern vollständige Sichtbarkeit und vermeiden so die Gefahr, Leid oder Marginalität zur Schau zu stellen. In vielerlei Hinsicht fungieren sie als Gegenbilder – indem sie absichtlich produktive Lücken in visuellen Erzählungen offenlassen. Sie unterbrechen die oft angenommene Neutralität des Sehens und aktivieren einen Raum für Zweifel, Nachdenken und Verantwortung im Schauen. Alle beteiligten Künstler:innen setzen sich kritisch mit etablierten wie auch neuen visuellen Konzepten von Gewalt auseinander und zeigen, dass unsere Auseinandersetzung damit inhärent politisch ist – und dabei dringlicher denn je.

Broomberg & Chanarin
Chopped Liver Press, 2019
Poster, Siebdruck auf Zeitungspapier, 56 × 35 cm

Chopped Liver Press wurde von den Künstlern Adam Broomberg und Oliver Chanarin gegründet, um limitierte Editionen von Büchern und Postern zu veröffentlichen. Die Poster in dieser Ausstellung wurden aus ausgewählten Seiten der International New York Times hergestellt und im Londoner Studio von Broomberg & Chanarin von Hand bedruckt. 100 Einzelzitate erscheinen auf 100 unterschiedlichen Zeitungsseiten und bildet so eine Edition von 100 Unikaten.
 Die Ausstellung zeigt eine kuratierte Auswahl von Postern aus verschiedenen Serien. Jedes Poster enthält ein charakteristisches Zitat, das eine Zeitachse von Einflüssen und Ideen nachzeichnet, die das Denken der Künstler geprägt haben. Durch die Gegenüberstellung von zeitlosen Zitaten und flüchtigen Schlagzeilen der Zeitungen untersucht die Arbeit die Spannung zwischen Idealen und alltäglichen Realitäten.

Eva Leitolf
Postcards from Europe: Work from the ongoing archive, seit 2006
Archivpigmentdruck auf Tafeln, 68,6 × 83,5 cm, Regal, Postkarten

In Postcards from Europe untersucht Eva Leitolf, wie die Europäische Union mit ihren Außengrenzen und den damit verbundenen internen Konflikten umgeht, indem sie Bilder von Orten mit sorgfältig recherchierten Texten über dort stattgefundene migrationsbezogene Ereignisse kombiniert. Das Projekt konzentriert sich nicht auf das Leid der Betroffenen – das bereits umfassend dokumentiert wurde –, sondern auf den Umgang der Europäischen Gemeinschaft mit diesem Leid, auf die Verwaltung von Migrant:innen ohne Papiere und auf die Bemühungen, die Kontrolle der Außengrenzen zu verschärfen.
 Die zu jedem Bild gehörenden Text-Postkarten basieren auf vielen verschiedenen Quellen, darunter Medienberichte, Polizeiakten und Pressemitteilungen. Diese Materialien bilden in der Regel den Ausgangspunkt für Eva Leitolfs Recherche und prägen ihre Feldarbeit. Während ihrer Reisen führt sie Tagebuch und spricht vor Ort mit Menschen, die mit den Ereignissen verbunden sind: Migrant:innen, Geflüchtete, Saisonarbeiter:innen, Aktivist:innen, Gewerkschafter:innen, Lokalpolitiker:innen, Grenzbeamt:innen. Später fügen sich diese Stimmen und Quellen zu den Texten der Postkarten zusammen.

Letizia Nicolini
Unmarked, 2025
Video mit KI-generierten Bildern und Audiodeskription

Unmarked ist als eine Serie von KI-generierten Bildern konzipiert, die jeweils mit ihrem Upload-Datum und einer KI-generierten Audiobeschreibung versehen sind und in einer Endlosschleife gezeigt werden. Die Bilder sind Screenshots visueller Darstellungen, die auf dem Instagram-Profil des amtierenden US-Präsidenten veröffentlicht und von der Künstlerin als KI-generiert identifiziert wurden. Nicolini sammelte die Bilder bewusst, wobei sie feststellte, dass weder Meta noch die Administratoren des Accounts sie als KI-generiert kennzeichneten.

Sophia Rabbiosi
Immagini di repertorio, 2018
Inkjet Prints, 65 × 93 cm, Publikation, 94 Seiten, 21 × 26 cm

Immagini di repertorio analysiert den Einsatz eines einzelnen Stockfotos durch unterschiedliche Nachrichtenkanäle. In Anlehnung an die wiederholte Verwendung eines Bildes zur Illustration verschiedener Ereignisse wurde das Bild immer wieder gedruckt und gescannt, bis sowohl das Motiv als auch jede mögliche Botschaft fast unkenntlich geworden sind: Das Bild wurde „verbraucht“.

Viola Silvi
Crossing These Times, 2025
Kreuzstich auf Stoff, je 24,0 × 19,5 cm

Über fünf Monate hinweg wurden zehn ausgewählten Online-Nachrichtenmeldungen durch die Praxis des Kreuzstichs physische Form gegeben. Diese jahrhundertealte Technik erzeugt Bilder, indem etwa 3 mm große X-förmige Stiche mit einer Nadel und Faden von Hand in den Stoff gesetzt werden. Die zeitintensive Abfolge der Stiche erfordert viel Zeit, um das gewählte Motiv darzustellen. Aufgrund dieser Langsamkeit wird das Kopieren von Schlagzeilen und Bildern der sich ständig aktualisierenden Nachrichten zu einer unmöglichen Aufgabe, sodass eine Serie von Arbeiten unvermeidlich unvollständig bleibt.
Die methodische Arbeit des Kreuzstichs hinterfragt die Erfahrung, Nachrichten täglich zu lesen und ihren ständigen Wandel mitzuerleben. Die Gleichzeitigkeit vieler Ereignisse hinterlässt das Gefühl, dass man viele Probleme ungelöst fallen lassen muss und dass einem nichts anderes übrig bleibt, als die eigene Aufmerksamkeit einfach auf das nächste Objekt zu lenken.

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