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Von Zwischenräumen und frittierter Sonne - Veröffentlicht von martin_inside

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Event-Informationen

Magdalena Hilpold, Laurin Buitmann, Christian Ptacek

Die Zeltwand gleitet beiseite, eine dunkel flimmernde Neonreklame rückt ins Blickfeld. Schritte ertönen - wandernd, in Erde tauchend. Woher sie kommen ist unklar. Wohl hinter dem Textil, das sich quer durch den Raum spannt.
Die multimediale Installation „Von Zwischenräumen und frittierter Sonne“ gibt Einblick in die Welt jener, die sie mit dem Rucksack entdecken.
Eine Welt, die es derzeit nicht mehr gibt. Aber Eine, die es zu besuchen lohnt - gerade jetzt. An der Straße stehend, die vorbeifahrenden Autos betrachtend, wartend. Der Zeit und dem Alltag enthoben. Ein Auto hält an. Mal ist man still, mal ausgeschmückt und bildlich. Kommunikation kann vielseitig sein.
Trampen ist heißt nicht nur geographisch die Kontrolle aufgeben, sondern auch persönlich. Was öffnet die Augen mehr, was erschließt den Horizont weiter als der spontane, unkontrollierbare Zusammenstoß mit fremden Menschen, Geschichten und Kulturen?
Und so wagen Magdalena Hilpold, Laurin Buitmann und Christian Ptacek den Versuch einen Teil von Jenem sichtbar zu machen, das über den Tellerrand des gewohnten Alltags hinausgeht. Die Idee für dieses Projekt entstand schon im September 2021, als Laurin mit dem Planen einer längeren Reise anfing. Eine Reise mit geschultertem Rucksack und möglichst per Anhalter.
Während der Reise filmt Laurin via Super 8 und Mini DV, fotografiert, nimmt Geräusche auf oder schreibt Erlebnisse und Gedanken nieder. Die Sammlung lässt er Magdalena in regelmäßigen Abständen zukommen. Und Filmrolle auf Filmrolle, Brief auf Brief – nährt Magdalena ihre eigene Sichtweise einer Welt, die sie selbst nicht physisch erlebt. So entstand während Laurins Abwesenheit eine Rauminstallation basierend auf seinen Worten, Bildern und Erlebnissen.
Somit wird seine Reise eine Gemeinsame. Wenn auch nicht im physischen Sinne, aber verbunden durch die gemeinsame künstlerische Arbeit.
Der bildliche Stil ist atmosphärisch, bewegt, spontan, verwackelt. Die Assoziationen sollen für jede*n greifbar sein, auch wenn sie naturgemäß individuelle Richtungen einschlagen.
Während die Filmaufnahmen und die Tonaufnahmen das Reelle - also das vor der Kamera tatsächlich Geschehende - aufzeigen, so haben die Briefe den Zweck die persönlichen Assoziationen und Gefühle zu übermitteln.
Der Titel – Von Zwischenräumen und frittierter Sonne – spricht von den Räumen, die während dieser Reise zwischen Magdalena und Laurin waren. Das Geschehene und das Erlebte durch Laurin, seine Erzählungen an Magdalena und das von ihr Wiedererlebte oder Verstandene.
Magdalena erlebt Laurins Reise nicht 1:1 mit, sondern mit Verzögerung und in Fragmenten, Gedanken, Gesprächsfetzen und Momentaufnahmen. Zwischen dem Erlebten und den Momentfetzen die weitergeleitet wurden, gibt es einen Raum. Eine Pause. Die Spontanität und die Bewegung wird entschleunigt und kann in diesem Raum zur Ruhe kommen. Zwischenräume ermöglichen Veränderungen und Pausen. Sie erzeugen Spannung und Interpretationsraum.
Die durch den Raum gespannten Stoffbahnen ermöglichen diese Zwischen-Räume. Die Nähte der einzelnen Leinenstoffe sind nicht sauber vernäht und sie haben keine rechtwinkeligen Formen. Gesprächsfetzen aus Leinenstoff. Ein vielseitiges und einfaches Material und es sind genau diese Eigenschaften, denen man als Tramper*in oft begegnet.
Begleitet wird die visuelle Installation von einer Soundinstallation, die sich aus den aufgenommenen Tönen, aus eingesprochenen Texten, Tagebucheinträgen und Briefen von Unterwegs zusammensetzt. Christian Ptacek, studierender Tonmeister in Berlin, trägt mit seinem technischen und künstlerischen Können zur tonalen Umsetzung der Rauminstallation bei.
Den Besuchern soll das Gefühl vermittelt werden, dass sie durch dieses Projekt die Welt miterleben können, auch wenn sie gerade nicht die Möglichkeit haben zu verreisen. Die betrachtende Person ist eingeladen, diese Zwischenräume zu durchqueren und sich eine eigene Sichtweise zu kreieren.
-Von Zwischenräumen und frittierter Sonne - Of spaces and fried sun-

Kontakte :

Datum und Uhrzeit des Events :

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  • Eröffnung: Freitag, 05.06.2026 um 18:00 Uhr, im Kreis für Kunst und Kultur in St. Ulrich Einführung: Eva von Ingram Harpf Die gezeigten Arbeiten von Mirjiam Heiler und Arnold Holzknecht entfalten sich aus einem prozessualen Vorgehen, das auf Variation, Wiederholung und minimale Verschiebungen setzt. Ihre jeweilige Praxis bewegt sich zwischen konstruktiver Strenge und organischer Anmutung und steht in enger Beziehung zur konkreten und minimalistischen Kunst. Ausgangspunkt ist stets ein Akt der formalen Reduktion, der nicht als Verarmung, sondern als bewusste Verdichtung verstanden wird. Diese Haltung fordert ein verlangsamtes Sehen ein und macht komplexe Beziehungsgefüge sichtbar, die sich aus Reduktion, Ordnung und Wiederholung, aus Struktur und Abweichung sowie aus dem Spannungsverhältnis von Präzision und Unschärfe ergeben. Insbesondere bei Mirijam Heiler (geb. 1991 in Brixen, lebt und arbeitet in Bozen) zeigt sich ein zeichnerisches Verfahren, das an religiöse Praktiken erinnert: ritualisiert, konzentriert, potenziell theoretisch ins Unendliche fortsetzend. Minimale Abweichungen und Irregularitäten öffnen feine Brüche, durch die Bedeutung nicht festgelegt, sondern immer wieder neu verhandelt wird. Die entstehenden Zeichen bilden eine Art „asemantischer Schrift“, ein Zeichensystem ohne referenzielle Funktion, die sich bewusst jeder eindeutigen Lesart entzieht. Ihre Strukturen funktionieren als Metapher für Rückzug, Zugehörigkeit und temporäre Geborgenheit. Sie markieren eine bewusste Abkehr von Überfülle, Lärm und narrativer Überdeterminierung der Gegenwart. In der konzentrierten Wiederholung und im bewussten Weglassen entsteht ein Raum für die Untersuchung von Sinn im Alltäglichen. Die Qualität ihrer Arbeiten liegt in der universellen Lesbarkeit und Offenheit. Arnold Holzknecht (geb. 1960 in Brixen, lebt und arbeitet in St. Ulrich) lässt sich als Künstler verorten, dessen Werk sich konsequent im Spannungsfeld zwischen Skulptur, Zeichnung und malerischer Setzung entfaltet. Ausgehend von einer bildhauerischen Ausbildung bildet das Material – Holz, Bienenwaben, Baumnadeln und andere organische Stoffe – den primären Ausgangspunkt seines Arbeitens. Holzknechts Arbeiten bewegen sich zwischen konstruktiver Strenge und organischer Anmutung, zwischen kontrollierter Setzung und einem Moment scheinbaren Wachsens. Lineare Strukturen, Schichtungen und serielle Ordnungen erzeugen visuelle Rhythmen, die weniger auf ikonische Lesbarkeit als auf Wahrnehmungsprozesse zielen. In diesem Sinne sind seine Werke nicht primär als abgeschlossene Objekte zu verstehen, sondern als Felder, in denen sich Sehen zeitlich entfaltet. Die oft betonte Dichotomie von Ordnung und Geste wird bei Holzknecht nicht aufgelöst, sondern produktiv gehalten. Kontrolle und Offenheit, Konstruktion und Intuition stehen in einem kontinuierlichen Austausch, der sich in der formalen Ausarbeitung ebenso manifestiert wie in der Wahrnehmung durch die Betrachter*innen. Beide Positionen eint der Versuch, der Komplexität der Gegenwart mit Stille zu begegnen – durch Reduktion, Aufmerksamkeit und eine Praxis, die Offenheit nicht behauptet, sondern ermöglicht.
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