Am Sonntag, 5. Juni, 17 Uhr, findet die Finissage der Ausstellung
Elisabeth Hölzl Gina Klaber Thusek – Lichtpausen, lückenhaft statt.
Unter dem Motto Augenberührungen liest die Berliner Autorin und Kuratorin Anne Brannys Auszüge aus ihren Texten für das diary (artists’ book von Elisabeth Hölzl anlässlich der Ausstellung).
Anschließend besteht die Möglichkeit, noch einmal die Ausstellung zu besuchen und schließlich auf der Terrasse des Kunsthauses gemeinsam einen Umtrunk zu genießen.
… Wenn wir uns dem fremden Blick entziehen, schaffen wir eine Ruhe mit uns selbst. Verweigern uns dem Abgleich des Abbilds im Kopf des anderen mit dem, was wir als Selbst empfinden, einer mo?glichen Inkongruenz und dem Schmerz, der kommt, wenn wir uns nicht verstanden fu?hlen. Das Bild von uns aber, es lebt im anderen weiter und wird von der Erinnerung bearbeitet. Es wird eingefa?rbt, gewendet, so lange begriffen, bis es verschleißt. So kommen wir, wenn wir uns dem fremden Blick entziehen, ihm allma?hlich abhanden. Auch im Wenigen oder Falschen, was er hatte. (Anne Brannys, Augenberührungen, diary, Kunst Meran 2022)
Mit ihren eindringlichen Texten hat Anne Brannys die Essenz der künstlerischen Nähe zwischen Gina Klaber Thuseks und Elisabeth Hölzls schriftlich verdichtet. In den neun Reflexionen in Kurztextform, die im diary auf zartblauen Seiten abgedruckt sind, nähert sich die Autorin subtil den Werken der beiden Künstlerinnen. Darüber hinaus können sich auch die Leser*innen an verschiedenen Stellen in den Texten wiederfinden und werden so Teil des Dialogs zwischen den Protagonistinnen.