In der Ausstellung „on touching“ zeigt Mirijam Heiler die Berührung des Verschiedenen. Im Gegensatz zum Sehen auf Distanz und nüchterner Beobachtung steht die Berührung entschieden für die Nähe eines wechselseitigen Kontakts ein. Wenn wir etwas berühren, dann werden wir zugleich berührt.
In diesem Sinn fokussiert die Ausstellung das Ineinandergreifen von analog und digital, Flora und Mechanik, Mensch und Natur. Exemplarisch dafür durchdringt in den Gemälden der Künstlerin das klar geometrische Raster eine formlos-leuchtende Farbfläche. Die Gleichmäßigkeit des Lineals und damit die Präzision einer wissbegierigen Gesellschaft kollidiert auf der Leinwand mit der Präsentation des Ungreifbaren.
Mit den neuesten Arbeiten, die Skulpturen, Fotografien und Installationen umfassen, wird die Berührung vermeintlicher Gegensätze weiter intensiviert. Über den alltäglichen touch als Schnittstelle zwischen Mensch und Technik hinaus bringt die Künstlerin die allzu scharfen Trennlinien zwischen Wissenschaft, Technologie, Kunst und Natur zu Fall, indem sie eine kosmologische Perspektive einnimmt. Dies trifft die aktuelle Herausforderung, wie digitale Technik zunehmend unseren Alltag durchdringt und dass die Frage nach der Natur sowohl die Politik als auch die Kunst zur Antwort drängt.
Mirijam Heilers Werke rühren daher an der grundlegenden Verwandtschaft der verschiedenen Bereiche: Knöcherne Gerüste, die mit Pflanzen über einen 3D-Scan gekreuzt werden, synthetische Landschaften, die in experimenteller Kühle von der Eroberung des Körpers durch die Pflanzen erzählen, und Roboterfühler, die als Zärtlichkeitsprothesen den Kontakt vermessen. (Manuel Van der Veen)
Während der Ausstellung werden alle zu dem Zeitpunkt vorgegebenen Anti-Covid19-Richtlinien eingehalten.