Die Fotografin Daniela Brugger lebt und arbeitet in ihrem Heimatort Karthaus in Schnals. Eines ihrer Themen ist der Zerfall der heimatlichen Gletscher, den sie mit eindrücklichen Bildern dokumentiert. Mit ihren fotografischen Arbeiten schaut Daniela Brugger 50 Jahre zurück auf die Gletscher ihrer Kindheit und hält die Zeichen des Zu-Ende-Gehens fest.
Die Klimaforschung zeichnet bei weiter ansteigenden Temperaturen das mögliche Bild eines "Hothouse Earth", jenseits der seit Jahrmillionen laufenden Zyklen zwischen Eiszeit und Warmzeit hinaus. Die genauen Folgen sind noch nicht absehbar. Die Prozesse werden unumkehrbar und die Welt eine völlig andere sein, betonen Wissenschaftler/innen. Noch aber könne diese für den Menschen existenzbedrohliche Klimakatastrophe verhindert werden. Eine sichtbare Konsequenz der fortschreitenden Erderwärmung ist das Schrumpfen der Gletscher. Der Glaziologe Georg Kaser und der Alpinist Robert Renzler referieren bei der Ausstellungseröffnung von „Gletscher – Zeugen des Klimawandels“. Auf die Frage, was es brauche, um die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu beschränken, antwortet Georg Kaser: „Eine dramatische Reduktion von Treibhausgasen, um in den kommenden neun Jahren global wenigstens minus 50 % zu erreichen und bis allerspätestens 2050 auf Null zu kommen. Dabei muss berücksichtigt werden, dass +1,5°C ein riskanter Schwellenwert hin zur Destabilisierung des Klimasystems ist und ein Leben in einer +1,5°C-Welt bereits sehr schwierig und kostspielig zu bewältigen sein wird.“ Grundsätzlich sei ein sehr schneller und grundlegender Umbau von Markt, Wirtschaft und Gesellschaft notwendig.
Daniela Brugger sagt zu ihrer Motivation des Gletscher-Fotografierens: „Der rasante Gletscherschwund auf unseren Bergen, das Wissen um den Klimawandel und der emotionale Abschied von den ‚kristallenen‘ Welten meiner Kindheit haben mich zu einer fotografischen Auseinandersetzung provoziert. Als erstes Projekt sind daraus meine ‚Gletschernetze‘ entstanden. Es ist ein Dokumentieren von Gletschern, die immer kleiner und schmutziger werden, trotzdem bleiben Reste von wilder Schönheit, von denen ich hingerissen bin.“
Ausstellungseröffnung am Donnerstag, 3. März um 19.30 Uhr mit
• Daniela Brugger, Fotografin
• Georg Kaser, Dekan der Fakultät für Geo- und Atmosphärenwissenschaften der Uni Innsbruck, Glaziologe, Klimaforscher und Leitautor am Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC)
• Robert Renzler, Philosoph und Alpinist aus Gries am Brenner, ehemaliger Generalsekretär des Österreichischen Alpenvereins
• Die Saligen, musikalische Begleitung
• Maria Lobis, Moderation