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Belvedere - Ulrich Egger - Veröffentlicht von martin_inside

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Event-Informationen

An den Wänden des Circolo - Kreis für Kunst und Kultur in St. Ulrich - werden vom 23. 07. 2021 bis 08.08.2021 sieben Werke des Künstlers Ulrich Egger hängen. Sie einem Genre zuzuordnen, ist schwierig. Durch seine rebellische Vergrößerungslupe deckt Egger die Zerbrechlichkeit der materiellen Welt auf. Die Werke geben eine neue Sichtweise auf die veränderte Umwelt, und sollten menschliches auf den Punkt bringen, wachrütteln. Etwas ist nicht in Ordnung in dieser Welt!
Der Künstler beschäftigt sich mit der Entwicklung des Tourismus und stellt Fragen, etwa welche Konflikte und Veränderungen dadurch entstehen können. Werke wie „Belvedere”, „Enteignung”, „Hotel” sowie „Aufstieg” zeigen Realitäten, die zum Nachdenken anregen. Die Innen- und Außenansichten sind gekennzeichnet von einer kalten, unheimlichen und abstrakten Atmosphäre, von einer bestimmten visuellen Materialität der Oberflächen, die Egger in unterschiedlichem Ambiente einfängt. Dabei beschäftigt sich der Künstler mit dem Zusammenwirken von Form, Material, Raum und Fotografie. Das Werk Belvedere zeigt ein noch nicht fertiggestelltes Hotel mit vorgehängter Plastikfolie: Ein unverzeihbarer Eingriff in die Natur. Eine Fotomontage stellt eine lang gezogene Autobahn über eine Bergsilhouette dar. Was kommt da noch alles auf uns zu? Am Boden liegen drei Skulpturen. Fensterlose Häuser, vergoldet oder mit weißen Wandfließen überzogen. Was mag sich hinter den Fassaden verbergen?
In der Fotografie hat Ulrich Egger ein Medium gefunden, das ihm die Möglichkeit gibt, Materie durch digitale Bearbeitungstechnik zu verfremden.

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  • Eröffnung: Freitag, 05.06.2026 um 18:00 Uhr, im Kreis für Kunst und Kultur in St. Ulrich Einführung: Eva von Ingram Harpf Die gezeigten Arbeiten von Mirjiam Heiler und Arnold Holzknecht entfalten sich aus einem prozessualen Vorgehen, das auf Variation, Wiederholung und minimale Verschiebungen setzt. Ihre jeweilige Praxis bewegt sich zwischen konstruktiver Strenge und organischer Anmutung und steht in enger Beziehung zur konkreten und minimalistischen Kunst. Ausgangspunkt ist stets ein Akt der formalen Reduktion, der nicht als Verarmung, sondern als bewusste Verdichtung verstanden wird. Diese Haltung fordert ein verlangsamtes Sehen ein und macht komplexe Beziehungsgefüge sichtbar, die sich aus Reduktion, Ordnung und Wiederholung, aus Struktur und Abweichung sowie aus dem Spannungsverhältnis von Präzision und Unschärfe ergeben. Insbesondere bei Mirijam Heiler (geb. 1991 in Brixen, lebt und arbeitet in Bozen) zeigt sich ein zeichnerisches Verfahren, das an religiöse Praktiken erinnert: ritualisiert, konzentriert, potenziell theoretisch ins Unendliche fortsetzend. Minimale Abweichungen und Irregularitäten öffnen feine Brüche, durch die Bedeutung nicht festgelegt, sondern immer wieder neu verhandelt wird. Die entstehenden Zeichen bilden eine Art „asemantischer Schrift“, ein Zeichensystem ohne referenzielle Funktion, die sich bewusst jeder eindeutigen Lesart entzieht. Ihre Strukturen funktionieren als Metapher für Rückzug, Zugehörigkeit und temporäre Geborgenheit. Sie markieren eine bewusste Abkehr von Überfülle, Lärm und narrativer Überdeterminierung der Gegenwart. In der konzentrierten Wiederholung und im bewussten Weglassen entsteht ein Raum für die Untersuchung von Sinn im Alltäglichen. Die Qualität ihrer Arbeiten liegt in der universellen Lesbarkeit und Offenheit. Arnold Holzknecht (geb. 1960 in Brixen, lebt und arbeitet in St. Ulrich) lässt sich als Künstler verorten, dessen Werk sich konsequent im Spannungsfeld zwischen Skulptur, Zeichnung und malerischer Setzung entfaltet. Ausgehend von einer bildhauerischen Ausbildung bildet das Material – Holz, Bienenwaben, Baumnadeln und andere organische Stoffe – den primären Ausgangspunkt seines Arbeitens. Holzknechts Arbeiten bewegen sich zwischen konstruktiver Strenge und organischer Anmutung, zwischen kontrollierter Setzung und einem Moment scheinbaren Wachsens. Lineare Strukturen, Schichtungen und serielle Ordnungen erzeugen visuelle Rhythmen, die weniger auf ikonische Lesbarkeit als auf Wahrnehmungsprozesse zielen. In diesem Sinne sind seine Werke nicht primär als abgeschlossene Objekte zu verstehen, sondern als Felder, in denen sich Sehen zeitlich entfaltet. Die oft betonte Dichotomie von Ordnung und Geste wird bei Holzknecht nicht aufgelöst, sondern produktiv gehalten. Kontrolle und Offenheit, Konstruktion und Intuition stehen in einem kontinuierlichen Austausch, der sich in der formalen Ausarbeitung ebenso manifestiert wie in der Wahrnehmung durch die Betrachter*innen. Beide Positionen eint der Versuch, der Komplexität der Gegenwart mit Stille zu begegnen – durch Reduktion, Aufmerksamkeit und eine Praxis, die Offenheit nicht behauptet, sondern ermöglicht.

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