Einloggen

Einloggen

Hostile Environment(s) - Veröffentlicht von martin_inside

0
×

Achtung

Dieses Event ist vorbei, bleibe mit uns für weitere Events

Event-Informationen

Ein Projekt von Lorenzo Pezzani unter Mitwirkung von Dimitra Andritsou, Riccardo Badano, Geoffrey Alan Boyce, Samuel N. Chambers und Sarah Launius, Forensic Oceanography, Lodovica Guarnieri, Tom James, Tom Joyes, Faiza Ahmad Khan, Stefanos Levidis, des Multiple Mobilities Research Cluster, Tara Plath, Robert Preusse, Hanna Rullmann, Martina Tazzioli, der Teilnehmenden des Workshops „Tempi Morti“ und Avi Varma.

Im Auftrag von ar/ge kunst
Koproduziert mit Z33 House for Contemporary Art, Design and Architecture, Hasselt

Die Ausstellung „Hostile Environment“(s) geht hervor aus einer Untersuchung, die der Wissenschaftler und Architekt Lorenzo Pezzani in Südtirol im Rahmen der vierten Ausgabe des von ar/ge kunst in Auftrag gegebenen und von Emanuele Guidi kuratierten One Year-Long Research Project unternommen hat.

Der Begriff des „feindlichen Umfelds“ (hostile environment) wurde erstmals 2012 in der Migrationsdebatte in Großbritannien eingeführt und bezieht sich auf den Erlass von Gesetzen, die darauf abzielen, Migrant*innen den Zugang zu Arbeit, Wohnungen, Dienstleistungen und Bildung zu verwehren. Seitdem haben sich die Städte des globalen Nordens und darüber hinaus durch den Abbau des Sozialschutzes in unerträgliche Räume der Feindseligkeit für diejenigen verwandelt, die als Außenseiter*innen gelten. Zugleich wurden „natürliche“ Räume wie Meere, Wüsten und Gebirgszüge (einschließlich der Alpen) zunehmend militarisiert und Migrant*innen in immer gefährlichere Geländeformationen abgedrängt, was immer wieder fatale Folgen hat.

Das Phänomen des „feindlichen Umfelds“ dient hier als analytisches Brennglas, um separate und doch miteinander in Verbindung stehende Prozesse einzufangen, durch die „natürliche“ wie städtische Räume anhand von Überwachungstechnologien und einer strategischen Mobilisierung juristischer Geografien, bürokratischer Protokolle sowie kolonialer Förder- und Entwicklungspraktiken zu einer Waffe umfunktioniert wurden.

Die Ausstellung umspannt die Bereiche der forensischen Untersuchung, der akademischen Forschung und Lehre sowie des nicht staatlichen Aktivismus und hat sich zum Ziel gesetzt, die politische Ökologie von Migration und Grenzgewalt zu erkunden und zu zergliedern. Mit großer Sorgfalt erstellt sie eine vergleichende Geografie verschiedener Grenzumgebungen und bewegt sich dabei kontinuierlich von lokalen zu entfernten Ökosystemen und umgekehrt.

Der Atlas of Critical Habitats vereint eine kontinuierlich wachsende Sammlung juristischer Dokumente, Karten, ein 3-D-Modell, Videos und ein Medienarchiv zur Untersuchung von Praktiken der Grenzkontrolle, die sich weniger gegen spezifische Personen richten als vielmehr in das Umfeld einzugreifen versuchen, das diese Personen durchqueren oder bewohnen. Der nach einem Standardsystem der Klimaklassifikation angelegte Atlas bietet einen Rahmen, in dem Projekte verschiedener Architekt*innen, Künstler*innen sowie gegenwärtiger und ehemaliger Doktorand*innen des Centre for Research Architecture vorgestellt werden.

Tempi Morti soll nachvollziehbar machen, wie feindliche Umfelder in noch nie da gewesener Weise in den Alltag vordringen und dessen Rhythmus zutiefst beeinflussen: mit Zeiten des Beschleunigens und des Abwartens, der Eile und der Stagnation, der rastlosen Untätigkeit, prekären Geselligkeit und rassistisch motivierten Gewalt. Drei Zeitdiagramme – sie entstanden anlässlich eines Workshops, der in Zusammenarbeit mit Antenne Migranti und der Alexander Langer Stiftung veranstaltet wurde und an dem Asylsuchende sowie Aktivist*innen aus Bozen teilnahmen – suchen den emotionalen Strukturen nachzuspüren, die an der Schnittstelle von standardisierter und subjektiver Zeitwahrnehmung zum Vorschein kommen.

Biografie
Lorenzo Pezzani (1982 Trient. Lebt und arbeitet in London) ist Architekt und Wissenschaftler. Zurzeit ist er Lecturer für Forensische Architektur am Goldsmiths, University of London. Seit 2011 arbeitet er an Forensic Oceanography, einem Gemeinschaftsprojekt, das militarisierte Grenzregimes im Mittelmeer kritisch untersucht. Er ist Mitbegründer der Plattform WatchTheMed. Gemeinsam mit verschiedenen NGOs, Wissenschaftler*innen, Journalist*innen und Aktivist*innengruppen hat er Karten, Videos, Installationen und Menschenrechtsberichte erstellt, die die Todesfälle von Migrant*innen auf See dokumentieren. Seine Arbeiten wurden als Beweismittel vor Gericht verwendet, in verschiedenen Presseorganen und akademischen Fachzeitschriften veröffentlicht sowie international ausgestellt und vorgeführt.

Tags

Kontakte :

Datum und Uhrzeit des Events :

Veröffentlicht von :

Könnte dich auch interessieren :

  • Foto © Konrad Gös Von Sigmund Freud bis Erich Fromm: Über Revolutionäre, die unser Bild vom modernen Ich prägten, erzählt Steve Ayan in zwei Büchern, die er im Sachbuchsalon vorstellt. Im Wien des Fin-de-Siècle entwickelte sich die Psychologie zu einer der prägenden Wissenschaften des 20. Jahrhunderts. Visionäre wie Sigmund Freud, C. G. Jung oder Viktor Adler läuteten die Geburtsstunde der Psychotherapie ein. Das Bahnbrechende wie Abgründige dieser Anfänge betrachtet der Wissenschaftsjournalist und Psychologe Steve Ayan in seinem Buch „Seelenzauber“ und erzählt darin die Geschichte der Psychotherapie so spannend wie in einem Roman. Auch heute leben wir in einer Ära der Selbstbespiegelung: Die Befassung mit dem Ich bis hin zur Selbstoptimierung und Achtsamkeit zählen zum Kernstück unserer Kultur. Karen Horney, Erich Fromm, Paul Watzlawick und Alice Miller haben durch ihr Denken die Erfindung dieses modernen Selbst entscheidend geprägt. Ihnen widmet Steve Ayan mit „Die Revolutionäre des Ich“ ein weiteres spannendes wie kritisches Buch. Im Sachbuchsalon spricht Steve Ayan mit Moderatorin Nina Schröder über seine zwei Bücher und liest Passagen daraus vor. Es diskutiert und liest: Steve Ayan Moderation: Nina Schröder Zeit: Sonntag, 15. November 2026, 17 Uhr Ort: Bozen, Waltherhaus, Schlernstraße 1 Eintritt frei Die Bücher zur Veranstaltung: - Steve Ayan. Seelenzauber. Aus Wien in die Welt. Das Jahrhundert der Psychologie (dtv, 2024), erscheint im Oktober 2026 als Taschenbuch unter dem Titel „Die Architekten der Seele“ (dtv, 2026) - Steve Ayan. Die Revolutionäre des Ich. Und die Erfindung des modernen Selbst (dtv, 2026) Eine Veranstaltung der Sprachstelle im Südtiroler Kulturinstitut im Rahmen des Literaturfests im Waltherhaus
  • Es gibt Termine vom 30 Okt. 2026 bis 01 Nov. 2026
    Passion Art Tattoo Convention 30., 31. Oktober und 1. November 2026 – eine Veranstaltung für alle mit einem abwechslungsreichen Programm aus Kunst und Tattoos, Japan-Bereich, Bodypainting, DJ-Sets und Shows. Wähle den Künstler aus, einigt euch auf das Motiv und den Preis und lass dich tätowieren! Auf der Convention finden Sie professionelle Künstler mit voll ausgestatteten Arbeitsplätzen, an denen Sie sich direkt vor Ort das gewünschte Tattoo stechen lassen können. Während der dreitägigen Veranstaltung können Sie Ihre Eintrittskarte vor Ort erwerben.
  • Buch & Performance In einer beschaulichen Schweizer Kleinstadt geschieht Erstaunliches: Kaum gegründet, mischen Sabine und Schanti mit ihrem Verein „Polyphon Pervers“ die Kulturszene auf. Risikofreudig und clever agierend steigen sie als Theater-Produzentinnen zu nationalen Größen auf und scharen eine illustre Runde um sich: vom eitlen Regisseur Lucien über den Ghostwriter Yves bis zu Jules und seinen Hanf-Bauern, die unversehens als Performance-Künstler brillieren. Dem Erfolg ordnet der Verein für Unterhaltung im Laufe der Geschichte alles unter, und so folgen auf erste Unsauberkeiten schon bald lukrativere Formen des Betrugs. Béla Rothenbühler belebt mit „Polyphon Pervers“ die Tradition des Schelmenromans neu – diesmal mit schlagfertigen Hochstaplerinnen. Seine satirische Reise durch die Kulturszene ist ein Meisterwerk der Unterhaltung, das im Luzerndeutschen Original den Schweizer Literaturpreis 2025 gewann und in der Standarddeutschen Übersetzung von Uwe Dethier für die Hotlist 2025 nominiert war. Bei der Lese-Performance mit Béla Rothenbühler wird der Sound beider Versionen zum Hör-Erlebnis.

Trag deine Veranstaltungen in den ersten und beliebtesten Veranstaltungskalender Südtirols ein!

BIST DU SCHON REGISTRIERT?

LOGGE DICH EIN

NOCH NICHT?

Verpasse nicht die besten Veranstaltungen in Südtirol!

ABONNIERE UNSEREN WÖCHENTLICHEN NEWSLETTER

Möchtest du deine Events in unserem Magazin veröffentlicht sehen?

ERHALTE EINEN MONATLICHEN HINWEIS ZUM REDAKTIONSSCHLUSS

Möchtest du deine Veranstaltungen oder dein Unternehmen bewerben? Wir sind dein idealer Partner und können maßgeschneiderte Lösungen und Pakete für alle deine Bedürfnisse anbieten.

GEHE ZUR WERBEBEREICH

KONTAKTIERE UNS DIREKT

INSIDE EVENTS & CULTURE

Magazine mensile gratuito di cultura, eventi e manifestazioni in Alto Adige-Südtirol, Trentino e Tirolo.
Testata iscritta al registro stampe del Tribunale di Bolzano al n. 25/2002 del 09.12.2002 | Iscrizione al R.O.C. al n. 12.446.
Editore: InSide Società Cooperativa Sociale ETS | Via Louis Braille, 4 | 39100 Bolzano | 0471 052121 | Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein..