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Christian Martinelli - Grenzen - Veröffentlicht von martin_inside

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Event-Informationen

“Grenzen” ist Teil des Werkzyklus “00A”, eine Projektserie in der Christian Martinelli seit Jahrzehnten die Fotografie als Medium, Zweck, und Zeugnis seiner Lieblingsthemen benutzt.
La lunga striscia di sabbia (Der lange Sandstreifen) von Pier Paolo Pasolini, in dem der italienische Filmemacher, Poet und Künstler 1959 Italien von Ventimiglia im Westen bis Triest im Osten porträtiert hatte, war Inspirationsquelle für Martinellis solitäre sechsmonatige Reise. Im Zeitrahmen von fünf Jahren hat er über 20.000 km zurückgelegt, und präsentiert nun diese Reise in seinem Gesamtumfang im Rahmen von 70 Monotypen.
Die Bilder wurden mit dem sogenannten “cubo” geschaffen, ein “Kubus”, der vom Künstler selbst als Fotoapparat und gleichzeitige Kunstinstallation konzipiert wurde, der die Landschaft einerseits abbildet und reflektiert.
“Confini” (Grenzen) entspringt der inneren Notwendigkeit des Künstlers, sich mit dem Thema der territorialen Zugehörigkeit zu beschäftigen: wie ein Tier “seinen” für sich beanspruchten Lebensraum kennzeichnet und damit eingrenzt, zeichnet der Mensch Linien auf geografischen Karten ein. Der symbolische Akt, seinen “Kubus” auf Grenzlinien in die Landschaft zu stellen, wird für Christian Martinelli die Modalität, Spuren seiner vorübergehenden Präsenz zu setzen.
Martinelli versteht die Grenzlinie nicht als “Ende” denn als “Beginn”, und repräsentiert sie in seinen Bildern, in denen sich deren Linien verschmelzen.
Aufgrund der langen Belichtungszeiten verliert sich die Horizontlinie, wodurch ein Kontinuum in der Morphologie der reellen Landschaft entsteht. Pasolinis Aufmerksamkeit war dem anthropologischen Kontext zugewandt, Martinelli hingegen versetzt seine auf den natürlichen Kontext der “Grenzen”. Es handelt sich also nicht um eine dokumentaristische Darstellung der Landschaft, sondern um eine Reflexion, eine intime Suche nach deren Poesie. Der Künstler erstellt Bilder mit unzähligen chromatischen Nuancen, eher der Malerei als der Fotografie zugeschrieben. Ähnlich den abstrakten Seebildern von William Turner, sind Martinellis Bilder einzigartig und unwiederholbar.
Carla Cardinaletti und Christian Martinelli

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