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Eröffnung: Franz Messner - Spuren - Veröffentlicht von martin_inside

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Event-Informationen

Das Eisen im Griff, der Blick im auflodernden Feuer - Unbewegtes, Starres verwandelt sich und erwacht zu neuem Leben. Ein mystisches Ereignis. (Erika Prast Messner)

Dieses Zitat schreibt Erika Messner in Erinnerung an die Bedeutung, die Franz Messner der Kunst des Schmiedens beimaß. Franz Messner war gelernter Meister für Metallgestaltung, seine Ausbildung hatte er von 1972 bis 1976 in München erworben. In diesen Jahren hatte er auch berufliche Erfahrungen in verschiedenen Orten in Deutschland gesammelt. Ab dem Ende der 80er Jahre begann Franz Messner neben seiner beruflichen Arbeit als Schmied in seiner Werkstatt am Ritten mehr und mehr künstlerisch zu arbeiten. Und so entstanden ab diesem Zeitraum eine ganze Reihe von skulpturalen Arbeiten, sowie Objekte und grafische Arbeiten in seinem Atelier, welche die breite Palette an Inspirationen jener Zeit widerspiegeln.

Die Ausstellung in der Galerie Prisma will Spuren legen hin zum Künstler Franz Messner, und die verschiedenen Facetten darlegen, welche ihn als Künstler ausmachten. Die allermeisten kennen seine großen Interventionen im öffentlichen Raum, wie z.B. die Kugel in Hochfrangart, oder den Torbogen und Mensatisch in der Ruine St.Peter in Altenburg, sowie das Knottnkino in Vöran, Arbeiten von großen Dimensionen, welche den umgebenden Natur-Raum und seine philosophische Dimension mitmeinten. Ebenfalls der Öffentlichkeit bekannt waren seine Tierfiguren aus Bronzeguss oder Eisendraht, sowie einige großformatige abstrakte Skulpturen für den öffentlichen Raum.

Doch Franz Messner war während seiner gesamten Karriere über 25 Jahre lang auch kontinuierlich in seinem Atelier selbständig künstlerisch tätig, und hat eine große Anzahl an kleineren Objekten, häufig aus Eisen oder Bronze in Kombination mit Bienenwachs, sowie immer wieder auch Brandbilder auf Papier realisiert. Diese kleinen Objekte repräsentieren eine Formensprache, die sich auf die Grundelemente von Kreis, Quadrat und Dreieck reduziert, sowie die kontrastierenden Eigenschaften von weichen und harten Materialien, und von offenen und geschlossenen Formen aufweisen.

Seit den 2000er Jahren widmete sich Franz Messner, zuletzt auch vielfach in Zusammenarbeit mit seinen Kindern David und Verena, beides Architekten mit gemeinsamem Studio, zusätzlich einer ganzen Reihe von Gestaltungen im sakralen Bereich, so z.B. unter anderem dem Umbau und der Gestaltung der Pfarrkirche in St.Michael/Eppan, der Altarraumgestaltung der Franziskuskirche auf der Seiser Alm, oder, als eines seiner allerletzten Projekte, der Neugestaltung der Waldkirche in Lichtenstern am Ritten.

Die Ausstellung in der Galerie Prisma, und das in diesem Zusammenhang entstandene Buch, welches im Rahmen der Reihe der Künstler-Monografien des Südtiroler Künstlerbundes erscheint, stellen einen Einblick und Überblick über die vielfältige künstlerische Tätigkeit Franz Messners dar, von den Auftragsarbeiten im öffentlichen und sakralen Raum bis hin zu seiner autonomen künstlerischen Tätigkeit im Atelier. Durch all diese Arbeiten zieht sich das Meisterhafte von Franz, eine einfache, elegante Formensprache und die Verwendung von edlen Materialien mit einer maximalen Perfektion in der Ausführung zu verknüpfen. Wertvolle Details werden nie offen zur Schau gestellt, sondern immer nur angedeutet und oft hinter rauen oder ästhetisch zurückhaltenden Oberflächen versteckt. So war auch Franz Messner selber, und deshalb sind wir aufgerufen, genauer hinzuschauen, um zu entdecken, was er als Künstler und als Mensch der Nachwelt an Wertvollem hinterlassen hat.

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Die Ausstellung setzt sich fort mit Rauminstallationen, die Vaccaris Interesse an den Spuren menschlicher Gegenwart adressieren. Diese finden ihren Niederschlag in öffentlichen urbanen Räumen ebenso wie in den gesellschaftlichen Dynamiken temporärer Gemeinschaften. Neben dem 1972 auf der Biennale in Venedig vorgestellten, ikonischen Projekt Esposizione in tempo reale n. 4, Lascia su queste pareti una traccia fotografica del tuo passaggio und dem hieraus entwickelten, ambitionierten Werk Photomatic d’Italia (1972–1975), das unter Einbeziehung von Fotoautomaten in öffentlichen Räumen in ganz Italien entstand, spüren auch die beiden Arbeiten Esposizione in tempo reale n. 21, Bar Code – Code Bar (1993) und Mini cinema (2003) Aspekten von sozialer Interaktion, kollektivem Verhalten und Momenten spontaner Begegnungen nach. Vaccaris Rauminstallationen werden in der Ausstellung nicht im Sinne statischer Rekonstruktionen präsentiert, sie bilden vielmehr reaktivierte Situationen, die den ursprünglichen Intentionen des Künstlers treu bleiben und zugleich auf das heutige Publikum reagieren. Die Sammlung des Museion umfasst etwa 20 Werke Franco Vaccaris, die überwiegend dem im Jahr 2020 dem Museum als Schenkung überlassenen Archivio di Nuova Scrittura angehören. Dieses Werkkompendium beinhaltet auch einige der frühen Text-Bild-Arbeiten des Künstlers, die seine Anfänge als visueller Dichter markieren und in denen bereits sein anhaltendes Interesse an Sprache, Spuren und menschlicher Präsenz hervortritt. Die Aufnahme einiger dieser Werke in die aktuelle Ausstellung zeigt Querverbindungen zwischen Vaccaris frühen künstlerischen Erkundungen und den Sammlungsbeständen des Museums auf. Franco Vaccari Franco Vaccari wurde am 18. Juni 1936 in Modena geboren und absolvierte zunächst eine wissenschaftliche Ausbildung im Bereich der Physik. Nach künstlerischen Anfängen als visueller Dichter gestaltete er 1969 seine erste Esposizione in tempo reale, in der er das für seine spätere künstlerische Praxis zentrale Konzept der „Ausstellung in Echtzeit“ einführte. Wenngleich sein Schaffen unterschiedliche Herangehensweisen umfasst, wird es doch häufig aus dem Blickwinkel des konzeptuellen Realismus betrachtet. Esposizione in tempo reale n. 4, Lascia su queste pareti una traccia fotografica del tuo passaggio gehört zu seinen bekanntesten Arbeiten und war 1972 in einem eigenen Raum im Hauptpavillon der Biennale von Venedig zu sehen; in den Jahren 1980 und 1993 bespielte Vaccari dort erneut separate Räume. Neben seiner künstlerischen Arbeit begründete Vaccari ebenfalls eine einflussreiche theoretische Tätigkeit und publizierte wegweisende Texte wie Duchamp e l’occultamento del lavoro (1978) und Fotografia e inconscio tecnologico (1979). Seine Werke wurden international in bedeutenden Ausstellungen und Institutionen präsentiert, so etwa auf der Gwangju Biennale in Südkorea, in der Kunsthalle Basel, im Musée de l’Elysée in Lausanne, im Mostyn in Wales, in der Fondazione Morra Greco in Neapel und auf der Mailänder Triennale. Franco Vaccari verstarb 2025.
  • Fotografie, Illustrationen und Projekte von: Beatrice Citterio, Francesco Marinelli (Dolomiti Contemporanee), Jonathan Coen, Laboratorio OffTopic, Leonhard Angerer, Manuel Riz, Marco Gasparic (Broken Window Theory), Rob Hornstra, Studentinnen und Studenten der Fotografieseminare Bauer Anatomie und Dynamik eines Territoriums in Zusammenarbeit mit Dolomiti Contemporanee und TeSAF (UniPa), Teresa de Toni (Dolomiti Contemporanee), Till Aufschlanger (Broken Window Theory), Voci di Cortina. - In der aktuellen Klimarealität, in der der Temperaturanstieg die alpinen Berggebiete doppelt so stark trifft wie die Ebenen und die Schneedecke kontinuierlich abnimmt, erstrecken sich die „am weitesten verbreiteten und nachhaltigsten Winterspiele aller Zeiten“ über ein Gebiet von rund 22.000 km² und durchqueren dabei sehr unterschiedliche Kontexte und Ökosysteme: von Mailand bis Cortina d’Ampezzo, von Bormio und Livigno ins Val di Fiemme, bis nach Antholz und Verona – bei öffentlichen Investitionen von über 6 Milliarden Euro. Doch was bedeutet ein Ereignis dieser Größenordnung für die Gebiete, die es austragen? Und vor allem: Ist es möglich, von sozialer, wirtschaftlicher und ökologischer Nachhaltigkeit zu sprechen? Durch eine visuelle Analyse der Problematiken des olympischen Wintermodells und seines Vermächtnisses stellt Arcipelago Verticaledessen Praktiken und Vorstellungswelten infrage und macht die strukturelle Abhängigkeit von der Ausbeutung lokaler Ressourcen – insbesondere natürlicher und kultureller – sichtbar. Dabei tritt vor allem ein Wasserarchipel hervor, das für das Überleben dieses Wirtschaftsmodells unverzichtbar ist: Es dehnt sich Jahr für Jahr oberhalb der Skihänge aus, um deren Beschneiung zu ermöglichen, und bündelt Ressourcen sowie öffentliche Gelder vertikal auf wenige punktuelle Knoten, verstreut über Alpen und Dolomiten, deren „insularer Zyklus“ bereits vor Millionen von Jahren begann. Die Vermehrung dieser Infrastrukturen erzeugt eine fragmentierte Geografie, bestehend aus technischen Flächen und Zonen der Übernutzung, die miteinander verbunden, territorial jedoch diskontinuierlich sind. Inseln sind die künstlichen Speicherbecken – drei davon eigens für die Olympischen Winterspiele errichtet – ebenso wie die Hunderte von Baustellen entlang des Alpenbogens in unterschiedlichen Höhenlagen: im Bau, abgeschlossen oder in Planung. Für einige ist die Fertigstellung bis 2032 vorgesehen. Das Archipel steht schließlich auch für die politische Distanz zwischen Entscheidungszentren und Zivilbevölkerung – eine Distanz, die durch die Dringlichkeit des olympischen Modells unüberwindbar geworden ist und es den lokalen Gemeinschaften verwehrt hat, sich mit jenen auseinanderzusetzen, die grundlegende Entscheidungen über ihr eigenes Territorium getroffen haben. Dadurch wurde sowohl die Chance vertan, erhebliche Investitionen in Strukturen und Modelle zu lenken, die nachweislich darauf angewiesen gewesen wären, als auch das legitime Recht der Bevölkerung, sich zu informieren und zu den sie betreffenden Veränderungen Stellung zu nehmen. Beatrice Citterio

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