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Vernissage Viktoria Binschtok - Veröffentlicht von martin_inside

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Event-Informationen

Was transportieren Bilder, denen jegliche Hinweise zu Quelle, Ort und Motivation des Festgehaltenen fehlen? Eine solche Situation schafft Viktoria Binschtok. Sie konfrontiert uns mit einem wilden Mix entkontextualisierter Versatzstücke, die eine ganz eigene bildimmanente Realität konstruieren und überlässt den Rest unserer kognitiven Leistung. Mal laut, mal leise demonstrieren diese visuellen Cluster ihre unheimliche Verwandtschaft, der die rechnerische Leistung einer Maschine und die Unberechenbarkeit einer künstlerischen Geste zu Grunde liegt.
Die präzise re-inszenierten Fotografien, die stets auf existierende Bilder verweisen, entziehen sich durch ihren artifiziellen Schein einer simplen Einordnung in gängige Genres – Anschnitte, Überlappungen mehrerer Bildebenen und über Bildgrenzen hinausführende Elemente greifen unsere screen-basierte Sehgewohnheit auf und überführen diese in den Offline-Raum. Still-Life oder Snap-Shot, Profi- oder Amateurbild, privat oder öffentlich: alle Filter sind auf Null gesetzt.
Vernetzte visuelle Informationen lenken uns für den Moment von unserem linearen Denken ab, zugunsten einer lustvollen Auseinandersetzung mit einem Medium, das längst nicht nur politisch instrumentalisiert wird, sondern zur Messlatte jedes Einzelnen in einer Bewertungskultur geworden ist. Sie ist die stetig steigende Währung im Handel um Aufmerksamkeit, doch ihr Subtext ist der alte: Es könnte alles so, oder ganz anders gewesen sein.

Viktoria Binschtok lebt und arbeitet in Berlin. Ihre Arbeiten wurden in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt, in den letzten Jahre unter anderem: Pinakothek der Moderne, Munich; C/O Berlin; KW Institute for Contemporary Art, Berlin; Fondazione Prada, Milan, Italy; Centre de la Photographie Genève, Switzerland; pier24, San Francisco, USA; Museum Folkwang, Essen; Centre Pompidou, Metz, France; Schirn Kunsthalle, Frankfurt am Main; Heidelberger Kunstverein, Heidelberg; Georgian National Museum, Tbilisi, Georgia, The Krasnoyarsk Museum Center, Siberia; Kunstverein Göttingen; Museum der Bildenden Künste Leipzig.

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