Referent/in: Dr. Stefan Demetz
Istrien, das Land am Meer -im Mittelalter auch "Meranien" bezeichnet- bildet den Ostteil des oberadriatischen Bogens, jener uralten Kulturlandschaft im Süden Mitteleuropas, die von der Po-Mündung im Westen bis zur Bucht von Rijeka reichte und die die Römer bereits als "Caput Adriae" bezeichneten. Die Römer empfanden den Großraum durchaus als eine Einheit und stellten sie unter die Verwaltung von Aquileja. Dadurch ergeben sich auch Verbindungen zu unserer Südtiroler Kulturlandschaft. Noch im Frühmittelalter war Istrien, ebenso wie das Etschtal und das Eisacktal mit dem Bistum Säben dem Patriarchat Aquileja zugeordnet. Im 12. und 13. Jahrhundert waren die Andechser Grafen, die Vögte von Brixen und Gründer von Innsbruck, auch Markgrafen von Istrien und naich wurde Istrien (wie Dalmatien) vom aufkeimenden Tourismus entdeckt.
Der Vortrag zeichnet in Bildern und Inhalt eine 5-tägige Kulturfahrt nach, die die VHS im Jahr 2013 nach Istrien unternommen hat. Die wichtigsten Etappen waren: Muggia und Muggia antica mit seiner mittelalterlichen Basilika; das venezianisch geprägte Koper-Capodistria und Porec-Parenzo mit dem einmalig erhaltene Baukomplex um die Euphrasios-Basilika (Basilika, Taufkirche, Bischofspalast) aus der Zeit des Kaisers Justinian (6. Jh.); Pula, an der Südspitze Istriens gelegen, mit Highlights aus der Römerzeit (Arena und Stadttor); Opatja-Abbazia und Rijeka-Fiume, Bestandteil des k. und k. Urlaubsparadieses um 1900.