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Toteis - Veröffentlicht von FondazioneHaydnStiftung

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Event-Informationen

Manuela Kerers Auftragsoper Toteis erinnert an die ungewöhnliche Geschichte von Viktoria Savs. Geboren 1899 in Meran wächst Viktoria bei ihrem Vater auf und dient als Viktor an der Dolomitenfront. Im Kampf verliert sie ein Bein, ihr Schwindel fliegt auf. Savs wird als „Heldenmädchen von den Drei Zinnen“ gefeiert und später weiß auch die NS-Propaganda ihre Story erfolgreich zu instrumentalisieren. Bis heute ist Savs‘ Biografie voller innerer Widersprüche. Ausgehend von historischen Fakten erzählt Librettist Martin Plattner von ihrem Leben, spannt dabei den Bogen immer wieder ins Heute und hält dem Publikum einen Spiegel vor. Toteis meint jenes Gletschereis, das sich vom aktiven Gletscher losgelöst hat. Eine Anspielung an Viktoria Savs abgetrenntes Bein, das sie 1917 an der Front verloren hat, aber auch an ihre totgeglaubte Gesinnung. Die vielen verschiedenen Seiten ihres Charakters verwandelt Manuela Kerer zu Klangfarben. Sie schwingen – wie Viktoria selbst – oft zwischen den Zeilen. Die Auftragsarbeit ist eine Koproduktion der Stiftung Haydn von Bozen und Trient mit der Neuen Oper Wien und Vereinigte Bühnen Bozen.

KOMPONIST MANUELA KERER

LIBRETTO von MARTIN PLATTNER

Kontakte :

Datum und Uhrzeit des Events :

Es gibt Termine vom 16 März 2022 bis 17 März 2022

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    von Federico García Lorca in der Übersetzung von Hans Magnus Enzensberger Bernarda Alba verschließt ihr Haus in Trauer. Nach dem Tod ihres zweiten Mannes verhängt sie über ihre fünf Töchter traditionell acht Jahre Ausgangssperre. Kein Sterbenswort darf zu den gespitzten Ohren des Dorfes dringen, kein Mann die dicken Mauern des Trauerhauses passieren. In der bleiernen Sommerhitze schließt sich die Welt um Angustias, Magdalena, Amelia, Martirio und Adela. Als alleinige Erbin verlobt sich Angustias, die älteste Tochter aus erster Ehe, mit Pepe el Romano, der in Bernardas autoritärem Regime den lebensvernichtenden Freiheitskampf unter den Frauen entfesselt. Federico García Lorca, 1898 in Fuente Vaqueros (Andalusien) geboren, schrieb die drei Akte der Bernarda Alba „als photographisch genaue Dokumentation“ kurz vor seiner Ermordung von Falangisten 1936. Das „Drama von den Frauen in Spaniens Dörfern“ ist eine prophetisch anmutende Allegorie auf den aufkommenden europäischen Faschismus. Der für großes Sprechtheater und präzise Figurenzeichnung bekannte Regisseur Matthias Rippert folgt der psychologischen Spur der Enzensberger Übersetzung hinein in das grausame Spiel der Unterdrückung und gibt – wie Lorca – einem starken Ensemble von ausschließlich Frauen die Bühne.
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