Ein Gastspiel des Landestheaters Niederösterreich. Regie: Cilli Drexel
Die eigene Haut retten, indem man andere denunziert: Die Mädchen von Salem treiben ein teuflisches Spiel mit Gut und Böse. Doch auch wer erkennt, geblendet worden zu sein, verliert nur ungern sein Gesicht.
In dem amerikanischen Städtchen Salem geht die Angst vor Hexerei um. Einige Mädchen, die bei einem okkulten Ritual überrascht wurden, weisen unerklärliche Krankheitssymptome auf. Der zu Hilfe gerufene Pastor soll diesem Phänomen auf den Grund gehen. Die Mädchen merken schnell, dass sie sich vor Strafe retten können, wenn sie andere beschuldigen, sie zu ihrem Handeln getrieben zu haben. Zuerst nennen sie wahllos Namen von Gemeindemitgliedern, die mit dem Teufel im Bund stehen sollen. Dann setzen sie ihre Anschuldigungen gezielt ein, um sich an unliebsamen Personen zu rächen.
Arthur Millers Stück basiert auf historischen Ereignissen des Jahres 1692. Beinahe 200 Personen wurden auf die Falschaussagen der Mädchen hin verhaftet, 30 davon zum Tode verurteilt. Hexenjagd ist nicht nur ein Stück über religiösen Wahn, sondern wendet sich gegen den Missbrauch politischer Macht, Massenwahn und Denunziation. So ist Millers Hexenjagd auch als Parabel auf die Kommunistenverfolgung der McCarthy-Ära zu verstehen. Arthur Miller, der 1949 den Pulitzer-Preis gewann, rückte in seinen gesellschaftskritischen Werken stets die ethische Verpflichtung des einzelnen in den Vordergrund. „Hexenjagd“ wurde mehrmals verfilmt, zuletzt 1996 mit Winona Ryder und Daniel Day-Lewis.