Romeo and Juliet
Choreografie: Mauro de Candia
ITALIENISCHE ERSTAUFFÜHRUNG
Das Jahr 2014 steht ganz im Zeichen William Shakespeares. Am 26. April 2014 wurde der wohl bedeutendste Autor der europäischen Theatergeschichte 450 Jahre alt. Auch der zeitgenössische Tanz ehrt Shakespeare mit zahlreichen Bearbeitungen seiner Tragödien. Am häufigsten fiel die Wahl – natürlich – auf Romeo und Julia. Der italienische Choreograf und Leiter der Dance Company am Theater Osnabrück (Niedersachsen) Mauro de Candia gehört zu den Autoren, die diesen Geburtstag auf der Bühne gefeiert haben. In der Saison 2013/2014 hat er für seine Compagnie eine einzigartige Fassung von Romeo and Juliet inszeniert. Zu Sergei Prokofiews unverzichtbarer und unerreichter Musik (eine der berühmtesten Partituren der Tanzgeschichte aus dem Jahr 1935), die der Posaunist des Osnabrück Symphony Orchestra, Martin Räpple, hier allerdings mit zeitgenössischen Einschüben versetzt, interpretiert de Candias Ballett das Shakespeare-Drama neu, indem es seine Aufmerksamkeit auf das Liebespaar konzentriert. Der Streit zwischen den verfeindeten Familien der Montagues und Capulets rückt an den Rand und man erlebt eine Replik der Liebenden Romeo und Julia, die hier symbolisch für das Unverständnis zwischen den Geschlechtern in der Gegenwartsgesellschaft und das Unbehagen pubertierender Jugendlicher stehen. Aus dieser Grundidee entsteht ein faszinierendes Ballett, das mit einer subtilen und sensiblen Körpersprache die Nuancen jugendlicher Beziehungen erzählt, von der Liebe über den Hass bis zum Streit. Die Choreografie startet im Jenseits – also nach dem tragischen Schluss der Shakespeare-Vorlage – und erschließt das Stück dann „im Rückwärtsgang”.