Choreografie : Angelin Preljocaj
Musik: John Cage, Empty Words
Die großartigen narrativen Werke von Angelin Preljocaj sind dem Publikum von Tanz Bozen bestens bekannt. Werke wie Annonciation/Le Spectre, Le Sacre du printemps; Roméo et Juliette; Paysage après la bataille; Petit essai sur le temps qui passe/Noces sind den Zuschauern noch in Erinnerung. Der in Frankreich tätige Choreograf mit albanischen Wurzeln ist Gründer der nach ihm benannten Kompanie Ballet Preljocaj, die mit ihren 26 festen Ensemblemitgliedern im Pavillon Noir in Aix-en-Provence beheimatet ist, dem Angelin Preljocaj auch als Künstlerischer Leiter vorsteht. Berühmt ist er vor allem für seine abstrakteren Werke. Empty moves ist vielleicht das bekannteste Beispiel dafür: Es ist die Arbeit eines Jahrzehntes, die immer wieder neu aufgegriffen wurde. Die ersten beiden Teile der Trilogie entstanden in den Jahren 2004 und 2007. Der dritte Teil feiert nur wenige Tage vor der Aufführung bei Tanz Bozen auf dem Festival Montpellier Danse Premiere. Empty moves, das zur Musik Empty words von John Cage choreografiert wurde, der seinerseits vom Essay Civil Disobedience (1948) von Henry David Thoreau inspiriert wurde, zeichnet die umstrittene Performance von Cage im Teatro Lirico von Mailand im Jahre 1977 nach. In der Originalaufnahme der Performance von John Cage hört man, wie das Publikum mehr und mehr die Tonherrschaft übernimmt: Es redet, spottet, buht. Preljocaj verwendet dieses Tonmaterial für die Aufführung und geht von dem Prinzip des Aufbauens/Zerstörens aus, wie es bei John Cage zu finden ist; es ist Architektur pur, glasklar die Bewegungen, Geometrie der Körper. Die Tänzer erklären nicht und erzählen keine Geschichte, durch schnelle und langsame Körperbewegungen füllen sie auf eindrucksvolle Weise die leere Bühne.