„The voice is boundless“
Stimmen kennen keine Grenzen
Das sechsköpfige finnische Vokal-Ensemble Rajaton hat seinen ganz besonderen individuellen Stil geprägt, der absolut unkonventionell ist, zeitgemäß und erfrischend. Die Sänger*innen kommen aus ganz unterschiedlichen musikalischen Ecken: aus der Alten Musik und der Klassik genauso wie aus dem Jazz und der Folk-, Pop- und Rockszene. Jedes Ensemblemitglied kann seine musikalischen Vorlieben und Ideen einbringen und auch seine solistischen Qualitäten zeigen. Gepaart mit ihrer einnehmenden Art, die den Funken überspringen lässt, sobald sie die Bühne betreten, begeistern die Sänger*innen ihr Publikum.
Das finnische Wort „rajaton“ heißt „grenzenlos“ und könnte den Stil des Ensembles nicht besser beschreiben. Das Programm „The voice is boundless“ gibt einen Einblick in die grenzenlose Bandbreite des Ensembles. Sie singen Songs, die auf finnischen Volksmelodien, Sagen und Gedichten basieren, aber auch Arrangements bekannter Pop-Songs. Rajaton imitiert immer wieder eine Reihe von Instrumenten und lässt in peppig-witzigen Arrangements und Kompositionen Polka- oder Tangorhythmen erklingen. „Fetziger Finnen-Funk“ und lässige Grooves stehen neben wehmütigen Klängen von hymnischer Kraft. Es erklingen Klassiker wie ihr großer Hit Butterfly von Mia Makaroff, A-cappella-Stücke von The Cure oder Queen sowie alte und neue Eigenkompositionen und Arrangements der Ensemblemitglieder.
Essi Wuorela: Sopran
Aili Ikonen: Sopran
Soila Sariola: Alt
Antti Annola: Tenor
Ahti Paunu: Bariton
Jussi Chydenius: Bass
Junior Jury Preisträger – 65. Busoni-Wettbewerb 2025
Lunch Concert
Johann Sebastian Bach – Ferruccio Busoni
Choralvorspiel Nr. 3, Nun komm’ der Heiden Heiland, BWV 659
Sergey Rachmaninov
Variationen über ein Thema von Corelli, Op. 42
Sandro Nieberidze
Esquisses
Frederic Mompou
Variationen über ein Thema von Chopin
Ende 1946 vertont Richard Strauss das Gedicht „Im Abendrot“ von Joseph von Eichendorff. 1948 liest er Lyrik von Hermann Hesse und wenige Monate später hat der 84-Jährige drei Lieder mit dessen Gedichten vollendet. Nach seinem Tod im September 1949 fasst der Verleger Ernst Roth die Orchesterwerke unter dem Titel „Vier letzte Lieder“ zusammen - ein grandioser Nachruf auf das romantische Kunstlied, in dem der Komponist auch seine 60 Jahre zuvor entstandene Tondichtung „Tod und Verklärung“ zitiert. Kein „originelles Fühlen‘“ oder das „erste wirkliche musikalische Ereignis im 20. Jahrhundert“? Gustav Mahlers 1899 und 1900 ursprünglich als sinfonische Humoreske konzipierte vierte Sinfonie befremdet das Publikum. Das Werk verzichtet auf romantisches Pathos, der Orchesterapparat ist reduziert, ein Programm ist – auf den ersten Blick – nicht erkennbar. Auf den skurrilen Totentanz im zweiten Satz folgt im Finale – dem Kern des Werks, auf den alles zuläuft – das Lied „Der Himmel hängt voller Geigen“ aus „Des Knaben Wunderhorn“. „Wir tanzen und springen“, jubeln die Engel im Paradies, während sich die Musik dem kindlich-naiven Humor „ersterbend“ zu widersetzen scheint. Mahler hat die von ihm abgebildete „verkehrte“ Welt beschrieben: „Es ist alles auf den Kopf gestellt, die Kausalität hat ganz und gar keine Gültigkeit! Es ist, wie wenn du plötzlich auf jene uns abgewandte Seite des Mondes blicktest.“
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