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Festival Bozen: 11.000 Saiten - Veröffentlicht von martin_inside

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Event-Informationen

Mahler Academy Orchestra
50 Pianist:innen

PROGRAMM

Georg Friedrich Haas
11.000 Saiten
für 50 mikrotonal zueinander gestimmte Klaviere und Kammerorchester

11.000 Saiten
Georg Friedrich Haas erzeugt in dieser von der Busoni – Mahler Stiftung beauftragten und durch die Ernst von Siemens Musikstiftung geförderten neuen Komposition für 50 Pianist:innen an ebenso vielen Wandklavieren und großes Ensemble einen mikrotonal ausgeloteten Klanggroßraum. Die Uraufführung in Bozen wird von Pianist:innen zahlreicher Konservatorien und Hochschulen aus nah und fern, koordiniert vom C. Monteverdi Konservatorium Bozen, sowie vom Mahler Academy Orchestra bestritten. 50 Klaviere gleicher Bauart werden in den Mittelpunkt einer mikrotonal gesetzten Komposition gestellt: Jedes Klavier ist jeweils um exakt 2 Cent verschoben gestimmt, was dem Unterschied zwischen der temperierten Quinte und der schwebungsfreien Quinte entspricht. Die große Halle der Messe Bozen wird zum klanglichen Koordinatensystem, in dem sich die Mitglieder des Ensembles bewegen, während das Publikum die Konzertinstallation aus ihrem Inneren erlebt. Im Laufe des Stückes werden sich immer wieder neue Konstellationen bis hin zu solistischen Zwischenspielen ergeben. Die Tatsache, dass dieses ambitionierte Projekt in Bozen zur Aufführung kommen kann, ist vor allem dem chinesischen Klavierhersteller Hailun zu verdanken, der 50 Klaviere auf die Reise der Komposition
durch seine europäischen Aufführungsorte schickt. Der Komponist wird der Uraufführung beiwohnen. Anschließend geht das Werk mit dem Klangforum Wien auf Tour.

Mikrotonalität
Wie hört man Musik? In der Regel steigt man mit dem Ohr Leitern auf und ab – alle Stufen haben den gleichen Abstand, hinauf und hinunter, links und rechts. Dem Komponisten Georg Friedrich Haas ist dies zu eng geworden. Er will fliegen und lässt das Ohr durch einen großen Raum gleiten, den Wellen anstelle von Stufen durchziehen. Das Ergebnis ist ein schwereloses, von statischen Konstruktionen befreites Hören. Den Begriff der Mikrotonalität lehnt der Komponist Georg Friedrich Haas ab, er ist für ihn „eigentlich falsch“, den mikrotonal sei schließlich alles, was nicht den 12 Tonhöhen entspricht, die wir traditionell notieren, jedes Orchester klinge mikrotonal und darum eben erst schön. „Wenn ich als Komponist mikrotonal arbeite tue ich nicht mehr und nicht weniger, als das was ohnehin immer gemacht wird, auf eine neue Art zu organisieren“. Eine Besonderheit des ambitionierten Instrumentariums von 11.000 Saiten: der Einsatz einer großen Zahl von Klavieren, die anders als Streichinstrumente oder die menschliche Stimme weniger leicht Klangwelten außerhalb der zwölftönigen Stimmung auszuloten vermögen. Es mutet geradezu schicksalhaft an, dass der Namenspatron des Bozner Klavierwettbewerbs Ferruccio Busoni, als einer der frühen Erweiterer des westlichen Tonsystems gilt und im frühen 20. Jahrhundert ein Dritteltonharmonium bauen ließ, um ebenfalls aus dem engen Korsett der Zwölftönigkeit auszubrechen.

Georg Friedrich Haas
Georg Friedrich Haas (*1953 in Graz) unterrichtete an der Kunstuniversität in Graz (zuletzt als „außerordentlicher Universitätsprofessor“) und an der Musikakademie in Basel. 2013 wurde er als Professor of Music an die Columbia University in New York berufen und lehrt seitdem dort Komposition. Haas fühlt sich einerseits in der europäischen Tradition verwurzelt und ist andererseits stark von der ästhetischen Freiheit amerikanischer Komponisten wie Charles Ives, Harry Partch, John Cage und James Tenney beeinflusst, ebenso verweist sein Werk auf
die Klangmystiken der Komponisten Giacinto Scelsi und Ivan Wyschnegradsky. In einer im Januar 2017 von der italienischen Musikzeitschrift Classic Voice veröffentlichten Umfrage unter einhundert namentlich genannten Fachleuten nach „le musiche più belle dal 2000 ad oggi“ belegte Haas mit großem Abstand den ersten Platz. Haas hat seine Arbeit der (in hundertprozentiger Vollkommenheit unerfüllbaren) Utopie verschrieben, eine neue Musik zu schaffen, die gleichzeitig expressiv und wohltönend ist – nicht obwohl, sondern weil sie neu ist.

TICKETS

Vollpreis: 15,00 €
Reduziert Over 65: 15,00 €
Reduziert Under 30: 15,00 €

Kontakte :

Datum und Uhrzeit des Events :

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