Wenn sich das festivaleigene Format Kabarila dieses Jahr zum vierten Mal jährt, wird die Zahl fünf zur ästhetischen Konstante: Das auf fünf Jahre und jeweils fünf Stunden angelegte Projekt entwickelt sich zu einem transzendentalen Ritual. Im Sudwerk des Batzenhäusls arbeitet das Quartett um den Bassisten Lukas Kranzelbinder gemeinsam mit drei Tänzer:innen am kollektiven Ausnahmezustand: ein furchtloses Improvisationsritual, das die soziale Energie des Augenblicks feiert.
Artists
Delphine Joussein (FR) - fl, fx, voc
Lukas Kranzelbinder (AT) - db, guembri
Johannes Schleiermacher (DE) - tsax, fl
Simon Popp (DE) - dr
Ceren Oran (TR) - dancer
Jaroslav Ondruš (CZ) - dancer
Dante Murillo (AT/CO) - dancer
Ende 1946 vertont Richard Strauss das Gedicht „Im Abendrot“ von Joseph von Eichendorff. 1948 liest er Lyrik von Hermann Hesse und wenige Monate später hat der 84-Jährige drei Lieder mit dessen Gedichten vollendet. Nach seinem Tod im September 1949 fasst der Verleger Ernst Roth die Orchesterwerke unter dem Titel „Vier letzte Lieder“ zusammen - ein grandioser Nachruf auf das romantische Kunstlied, in dem der Komponist auch seine 60 Jahre zuvor entstandene Tondichtung „Tod und Verklärung“ zitiert. Kein „originelles Fühlen‘“ oder das „erste wirkliche musikalische Ereignis im 20. Jahrhundert“? Gustav Mahlers 1899 und 1900 ursprünglich als sinfonische Humoreske konzipierte vierte Sinfonie befremdet das Publikum. Das Werk verzichtet auf romantisches Pathos, der Orchesterapparat ist reduziert, ein Programm ist – auf den ersten Blick – nicht erkennbar. Auf den skurrilen Totentanz im zweiten Satz folgt im Finale – dem Kern des Werks, auf den alles zuläuft – das Lied „Der Himmel hängt voller Geigen“ aus „Des Knaben Wunderhorn“. „Wir tanzen und springen“, jubeln die Engel im Paradies, während sich die Musik dem kindlich-naiven Humor „ersterbend“ zu widersetzen scheint. Mahler hat die von ihm abgebildete „verkehrte“ Welt beschrieben: „Es ist alles auf den Kopf gestellt, die Kausalität hat ganz und gar keine Gültigkeit! Es ist, wie wenn du plötzlich auf jene uns abgewandte Seite des Mondes blicktest.“
„Crossroads“
Glänzendes Blech
„Tiroler Gelassenheit trifft italienisches Temperament“ – so könnte man Bozen Brass wohl am treffendsten beschreiben. Bozen Brass zählt zu den kreativsten und vielseitigsten Ensembles der Südtiroler Brass-Szene; in den nunmehr 35 Jahren seines Bestehens hat sich Bozen Brass von einem klassischen Blechbläserquintett hin zu einem sechsköpfigen Ensemble entwickelt, dessen unverwechselbarer Klang schon seit Jahren durch Gesang und den Einsatz verschiedener anderer Instrumente bereichert wird.
Ein Konzertabend von Bozen Brass folgt nicht nur einer einzigen Richtung: Er ist stilistisch offen, farbenreich und voller überraschender neuer Klänge. Mit dem Programm „Crossroads“ führt das Ensemble an jene musikalischen Schnittstellen, an denen Klassik auf Jazz trifft, Oberkrainer auf zeitgenössische Grooves und Vertrautes auf Unerwartetes.
„Crossroads“ setzt bewusst auf Kontraste und Begegnungen: die klare Eleganz klassischer Klangsprache, die Freiheit und der Atem des Jazz, die Erdung der Volksmusik und die charakteristische Energie von Bozen Brass. Jedes Werk entfaltet ein eigenes Profil. In der Gesamtdramaturgie verbindet sich daraus eine Reise durch unterschiedliche musikalische Räume.
Anton Ludwig Wilhalm: Trompete
Robert Neumair: Trompete, Steirische, Arrangements
Martin Psaier: Posaune
Manuel Goller: Trompete, Bassflügelhorn
Benjamin Premstaller: Horn
Michael Engl: Tuba
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