Die Edith Piaf der bosnischen Volksmusik
Amira Medunjanin: Gesang; Ante Gelo: Gitarre
Sevdah bedeutet auf Türkisch Liebe und auf Arabisch schwarze Galle. Es ist auch nicht leicht, das bosnische Konzept der Sevdah mit einem Wort zu beschreiben – am nächsten kommt ihm wohl noch die deutsche „Sehnsucht“. Wie Duende im Spanischen oder Fado im Portugiesischen trägt Sevdah viele Bedeutungen in sich – sei es Sehnsucht, Schwermut, Melancholie, Liebe, unerfüllte Liebe, endlose Liebe, ein fieberhaftes Begehren, das den Liebenden wie Malaria heimsucht und sich nicht abschütteln lässt – aber schlussendlich geht es um ein Lebensgefühl, das sich selbst erzählt.
Amira Medunjanin wurde in Sarajevo zu einer Zeit geboren, als die traditionelle Musik in Ex-Jugoslawien eine Hochblüte erlebte. Von ihrer Mutter lernte sie die schönsten Sevdalinke (Sevdah-Lieder), und bald war sie von der mündlich überlieferten Gesangstradition Bosnien-Herzegowinas so fasziniert, dass sie es sich zur Aufgabe machte, die Ausdruckskraft der Sevdah bis ins letzte zu erforschen und ihr eine unverwechselbare Stimme zu verleihen. Jahrelang suchte sie nach Menschen, die ihre Auffassung von Sevdah teilten, und nach der besten Art der Präsentation.
Vom englischen Journalisten Gart Cartwright wurde die Sängerin, Menschenrechtsaktivistin und weltweite Botschafterin der Bosnischen Kultur als die „Bosnische Billie Holiday“ bezeichnet, und das beschreibt wohl am besten, wie sie das Innerste der Sevdah nach außen kehrt und so innerhalb einer uralten Tradition immer wieder neue Formen und Verbindungen schafft.
Auf der Bühne wird Amira vom kroatischen Gitarrenvirtuosen Ante Gelo begleitet.
Konzertpate: Verkehrsamt Bozen