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Josef Kostner - Köpfe und sture Köpfe - Veröffentlicht von Vijion Art Gallery

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Betrachtet man die Kunst Josef Kostners so blättert man durch die Seiten eines geheimen Tagebuchs, seiner inneren Geschichte. Seine Werke sind materialisierte Emotionen und Gefühle, sowie die Verkörperung von Denkarten und Gedanken. Von den eindrucksvollen Gesichter ist jedes mit eigenem Charakter und doch auch allgemeingültig. Jeder Kopf trägt markante Gesichtszüge, ausdrucksstark zeigen sie, was Menschsein ausmachen kann. Josef Kostners Schöpfungen sind keine Bildnisse im herkömmlichen Sinn: sie symbolisieren einen Zustand, ein Gefühl.

Das menschliche Gesicht hat den Künstler Josef Kostner zeitlebens interessiert, weil es zweifellos das inhaltsreichste, persönlichste und aufschlussreichste Merkmal des Menschen darstellt. Darüber hinaus ist das Gesicht der ausdrucksstärkste und kommunikativste Teil des menschlichen Körpers. Alexej von Jawlensky sagte zu seinem zentralen Thema des menschlichen Gesichts: „Ich sehe in einem Antlitz nicht nur das Gesicht, sondern den ganzen Kosmos. Im Gesicht offenbart sich das Universum“.
Josef Kostner reagiert mit einem anderen Blick auf die Wirklichkeit. Verfahren der Verfremdung, Überschreitung und Verdrängung des Realen scheinen ihm geeignet, um den Zustand des Individuums in der Welt, zu erfassen. Seine, manchmal bewusst anmutende, lädierten Köpfe schaffen eine ergreifende Vision von Einsamkeit, Lebenserfahrung, aber auch von Schmerz und Trauer. Kostners Kunstwerke haben oft expressiven Charakter. Sie reflektieren Prozesse und Beziehungen des Menschsein.
Als vielseitig begabte Künstler war ein Nonkonformist, Regellosigkeit sowie die Abweichung von der Norm charakterisieren sein Kunstschaffen. Seine Absicht war es die Andersartigkeit und die Abweichung vom Schönen anzustreben. So stellte er die Idealität der Form in Frage und befreite sich vehement von klassizistischen Gestaltungsprinzipien. Indem er der Welt einen Spiegel vorhält, wird die Wirklichkeit verzerrt, überdehnt und auf den Kopf gestellt. Mit seinen Köpfen realisiert Kostner die Entdeckung des Phantastischen, Deformierten und bisweilen Grotesken. Sie lassen hinter die Fassade in die erschreckenden Untiefen menschlicher Existenz blicken.
Der künstlerische Mehrwert des Geheimnisvollen, Vieldeutigen und Rätselhaften entspringt den labyrinthisch verschlungenen, unterirdischen Wegen seines Bewusstseins. Mit visionärer Kraft verarbeitet Kostner seine persönlichen, aber auch weltoffenen Lebenserfahrungen. Prägende Kindheitserlebnisse, die turbulente Kriegs- und Nachkriegszeit hat er lebenslang künstlerisch verarbeitet. Gerade die Erfahrungen der Nachkriegszeit sind als Kritik an strukturellen Problemen in Politik und Kirche in sein Gesamtwerk eingeflossen. Sie zeigen, wie nahe Schuld und Unschuld, Macht und Ohnmacht, Privilegierung und Diskriminierung oft beieinander liegen.

Josef Kostner wollte mit seinen berührenden und aufrüttelnden Werken eine neue Empathie in der Gesellschaft wecken. Seine Werke können unsere Sehgewohnheiten irritieren, sie schwimmen gegen den Strom, rütteln an den Grundfesten der Hochkultur, brechen die Norm und begründen eine Ästhetik der Diversität.
Die Figuration in Kostners künstlerischem Schaffen wandelte sich ständig, war aber immer mit intimen Momenten und einer überbordenden Emotionalität verbunden. Denn seine künstlerische Praxis war von einem leidenschaftlichen Drang, einer Obsession genährt, aus der er unermüdlich schöpfte. Leidenschaft ist aber immer auch mit Konsequenz und Enthusiasmus verbunden. Für den Künstler Josef Kostner war die Kunst mehr als eine Leidenschaft, sie war sein Leben, ein Lebensinhalt, der nur schwer zu befriedigen war. Diese innere Kraft ließ ihn immer wieder über sich selbst staunen, denn obsessive Kräfte führten ihn zu triebhaften Ausbrüchen, ungeahnten Intensitäten und inneren Zwängen. Obwohl ihn die Kunst manchmal bis zur Erschöpfung forderte, sehnte er sich nach ihr. Im Atelier erfüllte sich sein intimes, persönliches Bedürfnis nach Selbstreflexion und Rückbesinnung.
Die Auseinandersetzung (Zertrümmerung) des Künstlers, mit dem vorherrschenden und tradierten Menschenbild war die Grundlage für seine Gestaltungen, denen er ein inneres Bild verlieh. Der Mensch und seine Menschlichkeit stehen im Widerspruch. In seinen Zeichnungen zeigt sich der Mensch vielleicht noch deutlicher als Suchender und Kämpfender. Aufrecht und stolz blicken uns die Gesichter trotz ihrer Entstellung an. Mit dem Blick nach innen, auf die seelischen und geistigen Gebrechen, gibt Kostner seiner Kunst einen universellen Ansatz, der das Überzeitliche thematisiert.
Josef Kostners Kunstschaffen ist eine Hommage an den Menschen und spiegelt die Vielfalt und Ausdrucksmöglichkeiten des Menschseins wider.

Kontakte :

Datum und Uhrzeit des Events :

Es gibt Termine vom 07 Juni 2024 bis 01 Juli 2024

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    BERGWELTEN
 Ewa Jönsson Hörtnagl Paesaggi montani La pittura di Ewa Jönsson Hörtnagl si inserisce in una lunga tradizione storico-artistica di cartografia della memoria e dell’esperienza vissuta, in un mondo segnato dalla transitorietà.
Bergwelten è una serie di opere che si fonda sugli stessi presupposti dell’intero corpus dell’artista. Si tratta di una sequenza di paesaggi che mettono in evidenza il lavoro di scavo, la penetrazione di diversi strati, alla ricerca di uno o più nuclei centrali.
La montagna stessa è esattamente la medesima massa di ricordi immagazzinati, che sedimento dopo sedimento si condensa lentamente in una forma chiusa e apparentemente uniforme. Ma sappiamo che la roccia, come gli alberi, racchiude in sé innumerevoli anelli del tempo e vive simultaneamente tutte le epoche.
L’artista lavora in modo consapevolmente sobrio e con uno sguardo rigoroso. Il metodo di stratificazione rende il tempo tangibile. La cromia spesso rugginosa e terrosa lo sottolinea ulteriormente: essa rappresenta calore e vita, ma è anche segnale di una stasi o la marcatura di un punto di svolta, di un processo di decomposizione. In questo modo i dipinti diventano testimonianze dell’inarrestabile scorrere del tempo. Memoria ed esperienza non solo sbiadiscono nella loro forma originaria, ma si trasformano, mutando forma e carattere.
Quando abbiamo il privilegio di poter visitare per un certo tempo la sfera della memoria di un altro, nasce naturalmente il desiderio di rendere vive le nostre stesse memorie. Forse l’osservatore inizia a esaminare i reperti che affiorano come tracce sulla superficie, interpretandoli per sé come segni carichi di significato. In questo modo si può cominciare a “leggere” i dipinti, nei quali i segni formano un linguaggio senza parole, colmo di informazioni, emozioni e misteri. Una poesia silenziosa che reclama tempo per sé, se si è disposti a lasciarsi coinvolgere. Johanna Gredfors Ottesen, critica d'arte Ewa Jönsson Hörtnagl,
nata nel 1950 a Helsingborg, Svezia. Ha studiato pittura, grafica e fotografia presso l’Accademia di Arti Applicate di Vienna e successivamente pittura con il Prof. Oswald Oberhuber.
Vive e lavora in Svezia e in Tirolo come pittrice, grafica e designer, e realizza realizza progetti artistici in spazi pubblici.
Le sue opere sono state esposte in numerose mostre personali e collettive internazionali, fiere d’arte, gallerie e spazi espositivi.
Ewa Jönsson Hörtnagl ha lavorato anche per il teatro e il cinema come scenografa e costumista ed è curatrice dei libri fotografici "to be a man" e "Unforgettable - Unforgotten" di Erich Hörtnagl.
  • Es gibt Termine vom 06 März 2026 bis 31 März 2026
    Ein Boot, signalrot, treibend auf der stillen Wasserfläche des Pragser Wildsees – ein starkes Bild, das berührt und aufrüttelt. Mit dem sozialen Kunstprojekt „Rotes Boot“setzen der Südtiroler Künstlerbund und der Verein Erlebnis Pragser Wildsee in Zusammenarbeit mit dem Landesbeirat für Chancengleichheit ein sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen. Das Projekt war bereits an mehreren Stationen zu sehen und wird nun zum siebten Mal an einem neuen Ausstellungsort präsentiert. 18 Künstler:innen positionieren sich mit eindrucksvollen Interventionen rund um dieses Mahnmal und rufen zu gesellschaftlicher Verantwortung, Solidarität und Schutz auf. Der Erlös eines limitierten Kunstpostkarten-Sets (18 Motive, Auflage 1.500) kommt vollständig einem Gewaltopfer zugute. Aus organisatorischen Gründen bitten wir um Anmeldung bis zum 04.03. unter: info@kuenstlerbund.org

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