Einloggen

Einloggen

LUCIA MARCUCCI. Poesie e no - Veröffentlicht von martin_inside

0
×

Achtung

Dieses Event ist vorbei, bleibe mit uns für weitere Events

Event-Informationen

Kuratiert von Frida Carazzato

In der Museion Passage wird anlässlich des 90. Geburtstags von Lucia Marcucci, einer führenden Vertreterin der visuellen Poesie in Italien, die Ausstellung Poesie e no gezeigt. Werke der Künstlerin befinden sich unter anderem in der Sammlung des Archivio di Nuova Scrittura, das Paolo della Grazia dem Museion und dem Museum Mart 2020 als Schenkung übergeben hat. Bei der Museion Passage handelt es sich um einen kostenfrei zugänglichen Raum für die Präsentation von Sammlungswerken, der die Verbindung zur Region stärken soll.

Die Ausstellung beleuchtet Marcuccis künstlerische Forschung und Experimente der 1960er- und 1970er-Jahren anhand ihrer Werke ebenso wie zahlreicher theoretischer und poetischer Schriften. Die Arbeiten stammen aus dem Mart, dem Privatarchiv der Künstlerin sowie dem Archivio di Nuova Scrittura, das Teil der Museumssammlung ist. Der Fokus auf Lucia Marcucci fügt sich in die kontinuierlich vom Museion unternommene Forschung zu den Künstler*innen seiner Sammlung ein: Dazu gehört auch, die gegenwärtige Relevanz ihrer Werke sowie die verschiedenen durch sie begründeten künstlerischen und interdisziplinären Verbindungen aufzuzeigen.

Marcuccis Werke erzählen vom Italien der Nachkriegszeit, von einer Gesellschaft, die von wirtschaftlichem Aufschwung, sozialer und politischer Neuordnung sowie gegen Ende der 1960er-Jahre zudem von Studierendenprotesten und dem Aufkommen feministischer Bewegungen geprägt war. In diesem Klima fanden viele Künstler*innen unter dem Einsatz neuer Techniken zu unkonventionellen Ausdrucksweisen und begründeten innovative Formen von Interdisziplinarität, die sich auch in den Werken Marcuccis spiegeln.

Der Titel der Ausstellung – Poesie e no – geht zurück auf eine Aufführung von Gedichten Lamberto Pignottis und Eugenio Miccinis, die erstmals 1963 auf Einladung Lucia Marcuccis hin unter der Regie von Enrico Sirello stattfand. Das Happening wurde in den darauffolgenden Jahren mehrmals wiederholt. Sein Titel soll – ebenso wie jener der aktuellen Ausstellung – deutlich machen, dass Marcuccis künstlerische Praxis stets bestimmt ist von der Begegnung zwischen „hoher“ und „niederer“ Kultur, zwischen literarischer Sprache und jener des durch die Massenmedien vermittelten Alltags. Aus diesem Impetus leitet sich die tragisch-ironische Nebeneinanderstellung von Text und Bild, Malerei und Collage her.

So erscheinen die Bild- und Toncollagen dieser ersten Aufführung von Poesie e no als Hommage an die dadaistisch-futuristische Tradition und ihre Auseinandersetzung mit Sprache durch den Gruppo ‘70 – ein in Florenz gegründetes Künstler*innenkollektiv, dem Lucia Marcucci angehörte – und zugleich als Ausdruck der nicht-linearen Herangehensweise der Künstlerin selbst.

Die Erkundung des geschriebenen Wortes in seinen unterschiedlichen Ausformungen nimmt ihren Ausgang in einer kritischen, protestähnlichen Haltung, die sich mitunter betont militant gibt, stets aber ironisch und frei ist. Diese Merkmale inspirierten auch die von dem Grafikstudio Bruno aus Venedig besorgte Ausstellungsgestaltung.

Die im Piccolo Museion – Cubo Garutti zu sehenden Arbeiten Marcuccis ordnen sich hingegen in eine jüngere Werkphase ein. Sie zeigen ikonische Bilder der Kunstgeschichte, wie etwa Botticellis Venus oder Leonardos Mona Lisa, die auf große Leinwände gedruckt und durch malerische, mit ihrer Aneignung durch die Massenkultur spielende Interventionen erweitert wurden.

Parallel zu der Ausstellung im Museion präsentiert zudem die ar/ge Kunst in Bozen die von Francesca Verga und Zasha Colah kuratierte Schau L’Offesa.

Beide Einzelpräsentationen der Künstlerin kreisen um Erfahrungen, die zur Entstehung des Happenings Poesie e no geführt haben. Diese Reihe von Performance zeichnet sich durch eine collageartige Zusammenfügung visueller und sprachlicher Zeichen aus, die beide Einrichtungen nun zum Anlass nehmen, um komplementäre Stränge von Marcuccis Arbeit herauszustellen. Diese ist zum einen geprägt durch die im Museion thematisierte und in einer Kritik an der Konsumgesellschaft wurzelnde Untersuchung von Sprache und zum anderen durch die Gegenwart von Wort und Körper im Aktivismus, die in der ar/ge Kunst eine Neudeutung durch Stimmen der Gegenwart erfährt.

Kontakte :

Datum und Uhrzeit des Events :

Es gibt Termine vom 10 Juni 2023 bis 03 Sep. 2023

Veröffentlicht von :

Könnte dich auch interessieren :

  • Es gibt Termine vom 10 Feb. 2026 bis 07 Feb. 2027
    Eine verborgene Welt Pilze gehören zu den ältesten und zugleich verborgensten Akteuren des Lebens auf der Erde. Die Sonderausstellung FUNGA lädt dazu ein, dieses eigenständige Reich neu zu entdecken – jenseits der bekannten Fruchtkörper und weit über die Rolle von Speisepilzen hinaus. Die Ausstellung zeigt, wie Pilze als Netzwerke aus Myzelien ökologische Kreisläufe steuern, Böden aufbauen und Symbiosen ermöglichen, ohne die das Leben an Land kaum denkbar wäre. Sie führt von den uralten Ursprüngen der Pilze über ihre Schlüsselrolle in Natur und Evolution bis hin zu ihrer engen Beziehung zum Menschen – etwa im Mikrobiom von Haut und Darm. Neben naturwissenschaftlichen Einblicken öffnet FUNGA auch kulturelle Perspektiven: Pilze als Heilmittel, als Teil von Ritualen und Mythen sowie als prägende Motive in Kunst und Popkultur. Aktuelle Forschungsansätze zu nachhaltigen Materialien und biotechnologischen Anwendungen schlagen schließlich den Bogen in die Zukunft. FUNGA lädt dazu ein, die Welt aus einer neuen Perspektive zu betrachten – vernetzt, vielschichtig und überraschend lebendig.
  • Es gibt Termine vom 17 Okt. 2026 bis 14 März 2027
    Kuratiert von Hugo Vitrani und Cédric Fauq Ausstellungsgestaltung von Pascal Rodriguez Ausstellung organisiert in Zusammenarbeit mit dem Palais de Tokyo (Paris) und dem Capc – Musée d’art contemporain de Bordeaux Das Museion präsentiert RAMM:ELL:ZEE TIME:LINE, das abschließende Kapitel der ersten umfassenden europäischen Retrospektive zu RAMMELLZEE (1960–2010). Nach Paris und Bordeaux ist die Ausstellung nun erstmals in Italien zu sehen. Die in Zusammenarbeit mit dem Palais de Tokyo in Paris und dem Capc Musée d’art contemporain in Bordeaux entwickelte Ausstellung erstreckt sich über zwei Museumsebenen und vereint mehr als 150 Werke, von denen viele erstmals in Italien gezeigt werden. Als Künstler, Theoretiker, Bildhauer, Performer und Master of Ceremonies gehörte RAMMELLZEE zu den einflussreichsten und zugleich geheimnisvollsten Persönlichkeiten der New Yorker Kulturszene der 1980er-Jahre. Er ließ sich keiner festen Kategorie zuordnen und verband Graffiti, Sprachtheorie, Performance, Musik, Science-Fiction und Skulptur zu einer ganz eigenen künstlerischen Welt. Im Zentrum seines Denkens standen die Theorien des „Gothic Futurism“ und des „Ikonoklast Panzerism“. Darin verstand er Sprache als umkämpften Raum und Buchstaben als lebendige Formen, die sich gegen Systeme der Kontrolle behaupten können. Als Zeitlinie angelegt, zeichnet die Ausstellung die historischen, kulturellen, technologischen und politischen Einflüsse nach, die RAMMELLZEEs Werk geprägt haben. Im Rundgang eröffnen sich unterschiedliche Perspektiven auf sein Schaffen und stellen es in größere Zusammenhänge: von der mittelalterlichen Handschriftenkultur über den italienischen Futurismus bis hin zu Hip-Hop, Technologien und zeitgenössischer Bildkultur. Ein besonderer Schwerpunkt der Ausstellung im Museion liegt auf der Beziehung des Künstlers zu Italien. Anhand von Archivmaterialien, zentralen Werken und historischen Bezügen beleuchtet die Ausstellung eine weniger bekannte Seite seiner Biografie und künstlerischen Entwicklung: von seinen Kooperationen und Performances in Italien in den 1980er-Jahren bis zu seiner Beschäftigung mit italienischen Bildtraditionen. Bedeutende Leihgaben aus dem Kloster Neustift sowie Werke von Fortunato Depero eröffnen dabei überraschende Verbindungen zwischen illuminierten Handschriften, futuristischen Experimenten und RAMMELLZEEs radikaler Neuerfindung des Alphabets. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht Gasholear, ein monumentales tragbares Exoskelett, das RAMMELLZEE zwischen 1987 und 1998 entwickelte und das er selbst als eines seiner ambitioniertesten Werke betrachtete. Rund um Gasholear werden zentrale Werkgruppen wie die Letter Racers, die Garbage Gods und die Monster Models gezeigt. Archivmaterialien, bislang unveröffentlichte Objekte, Fotografien, Filme und Dokumente ergänzen die Ausstellung und geben Einblick in die Vielfalt und den Umfang seines künstlerischen Denkens. Rammellzee © Mari Horiuchi. Courtesy of Red Bull Arts New York and Rammellzee Estate Darüber hinaus zeigt die Ausstellung Werke von Künstler*innen, die Teil seines kulturellen Umfelds waren und mit ihm in engem Austausch standen, darunter Jean-Michel Basquiat, Andy Warhol, Futura 2000, Phase 2, Dondi White, Lady Pink, Lee Quiñones, Martin Wong, David Hammons, Gordon Matta-Clark und Arthur Jafa. Fotografien und Filme von Henry Chalfant, Maripol, Gianni Pettena, Charlie Ahearn und Jim Jarmusch vermitteln einen lebendigen Eindruck von der vielschichtigen künstlerischen und sozialen Welt, in der RAMMELLZEEs Werk entstand. TIME:LINE ist mehr als eine Retrospektive: Die Ausstellung lädt dazu ein, in RAMMELLZEEs außergewöhnliche Gedankenwelt einzutauchen, eine Welt, in der Sprache zu Architektur wird, Buchstaben zu Waffen und Kunst zu einem Mittel, um andere Vorstellungen von Zukunft zu entwickeln.
  • Es gibt Termine vom 20 Feb. 2026 bis 31 Jan. 2027
    Kuratiert von der Museion Passage Group in Zusammenarbeit mit dem Künstler Eduard Habicher Das Museion eröffnet sein Programm 2026 mit der Ausstellung Eduard Habicher. Memory in Motion. Die Präsentation, die dem 70. Geburtstag des Südtiroler Bildhauers (geb. 1956 in Mals) gewidmet ist, findet in der Museion Passage statt und ist frei zugänglich. Eduard Habicher zählt zu den prägenden Positionen der zeitgenössischen Skulptur aus Südtirol mit internationaler Ausstrahlung. Bekannt ist er vor allem für seine großformatigen Arbeiten im öffentlichen Raum, die sich durch eine starke räumliche Präsenz und einen sensiblen Dialog mit ihrer Umgebung auszeichnen. Seine Werke sind dauerhaft an zahlreichen Orten installiert, unter anderem in der Therme Meran, in der Fundación Pablo Atchugarry in Uruguay sowie in Berlin, Italien und Österreich. Für die Museion Passage hat Habicher vier monumentale Skulpturen geschaffen: Hommage, Passage, Geöffnet–aperto und Pro-tetto. Die Arbeiten bestehen aus Industrieprofilen und Edelstahl, Materialien, die ursprünglich für Rationalität, Stabilität und Funktionalität stehen. Durch präzise handwerkliche Eingriffe werden sie gebogen, geöffnet und neu ausbalanciert. So entstehen skulpturale Linien, die trotz ihrer Masse eine überraschende Leichtigkeit entfalten. Ein zentrales Element in Habichers Werk ist die charakteristische rote Farbe. Diese „rote Linie“ durchzieht auch die Skulpturen in der Passage: Sie spannt sich durch den Raum, setzt Akzente und verbindet die einzelnen Arbeiten visuell miteinander. Ohne Sockel direkt im Raum platziert, begleiten die Skulpturen die Besucher*innen durch diesen offenen Bereich und werden Teil des alltäglichen Bewegungsflusses. Bewegung, Offenheit und räumliche Erfahrung stehen im Zentrum von Memory in Motion. Die Museion Passage als frei zugänglicher Raum ermöglicht Kunstbegegnungen jenseits klassischer Eintrittsschwellen und lädt dazu ein, Skulptur im Vorübergehen ebenso wie im bewussten Verweilen zu erleben. Mit dieser Präsentation realisiert das Museion zugleich die erste Initiative der landesweiten Kampagne Museiopolis. Inspiriert von der Idee der Polis als gemeinschaftlichem urbanen Lebensraum, versteht sich Museiopolis als Einladung, Kunst und Kultur stärker in den Alltag von Stadt und Region einzubinden: offen, zugänglich und in kontinuierlichem Dialog mit der Gesellschaft. Eduard Habicher Eduard Habicher wurde 1956 in Mals im Vinschgau geboren und absolvierte ein Studium an der Accademia di Belle Arti in Florenz. Er lebt und arbeitet in Riffian (BZ). Der Künstler war mit Einzelausausstellungen in zahlreichen italienischen Museen und Galerien vertreten, unter anderem in der Galleria Civica in Trient (1993), der Galleria Comunale d’Arte Contemporanea in Arezzo (1993), dem Museo della Scultura Contemporanea in Matera (2006) sowie der Galleria d’Arte Moderna G. Carandente im Palazzo Collicola in Spoleto (2024). Im Jahr 2025 hatte er im Rahmen der viennacontemporary eine Solopräsentation in der renommierten Privatsammlung Dolezal. Seine großformatigen Skulpturen sind dauerhaft an öffentlichen Orten ebenso wie in privaten Einrichtungen installiert, so etwa in der Therme Meran in Italien und in der Fundación Pablo Atchugarry in Uruguay. Darüber hinaus befinden sich seine Arbeiten in Berlin am Spreeufer, im Innenhof der Wallstraße 16 und auf dem Campus des Europäischen Energieforums (EUREF); in Italien im Südtiroler Landesmuseum für Kultur- und Landesgeschichte auf Schloss Tirol, auf der Piazza della Vittoria in Spoleto, im Freilichtmuseum Museo Diffuso Albisola sowie in Leifers; außerdem in Österreich in Feldbach in der Gleichenberger Straße und im Kulturzentrum Kugelmühle. Eine großformatige Arbeit Habichers zum Gedenken an den antifaschistischen Widerstandskämpfer Josef Mayr-Nusser wurde 2017 im Bozner Dom aufgestellt. 2016 erhielt der Künstler den ersten Preis für sein Werk Misurare lo spazio im Palazzo Ducale in Gubbio, und 2018 gewann er einen Wettbewerb zur Gestaltung einer Skulptur für die Piazza Castello, die sich innerhalb des Palazzo Ducale in Mantua befindet. Im Jahr 2023 wurde Habicher zum Nationalakademiker ernannt und in die Accademia Nazionale di San Luca in Rom aufgenommen.

Trag deine Veranstaltungen in den ersten und beliebtesten Veranstaltungskalender Südtirols ein!

BIST DU SCHON REGISTRIERT?

LOGGE DICH EIN

NOCH NICHT?

Verpasse nicht die besten Veranstaltungen in Südtirol!

ABONNIERE UNSEREN WÖCHENTLICHEN NEWSLETTER

Möchtest du deine Events in unserem Magazin veröffentlicht sehen?

ERHALTE EINEN MONATLICHEN HINWEIS ZUM REDAKTIONSSCHLUSS

Möchtest du deine Veranstaltungen oder dein Unternehmen bewerben? Wir sind dein idealer Partner und können maßgeschneiderte Lösungen und Pakete für alle deine Bedürfnisse anbieten.

GEHE ZUR WERBEBEREICH

KONTAKTIERE UNS DIREKT

INSIDE EVENTS & CULTURE

Magazine mensile gratuito di cultura, eventi e manifestazioni in Alto Adige-Südtirol, Trentino e Tirolo.
Testata iscritta al registro stampe del Tribunale di Bolzano al n. 25/2002 del 09.12.2002 | Iscrizione al R.O.C. al n. 12.446.
Editore: InSide Società Cooperativa Sociale ETS | Via Louis Braille, 4 | 39100 Bolzano | 0471 052121 | Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein..