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Silvia De Giorgi – Spuren - Veröffentlicht von martin_inside

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Event-Informationen

Silvia De Giorgi ist Künstlerin und Fotografin; sie lebt und arbeitet in Bozen und Oslo, Norwegen. Im Rahmen ihrer praktischen Arbeit erforscht sie häufig die Beziehung zwischen Menschen, Landschaften und Erinnerungen. Ihre Werke basieren auf ihrem eigenen Erleben der natürlichen Umwelt und sind oft mit den Landschaften Südtirols, ihrer Heimat, sowie mit Orten verbunden, die sie auf Reisen im Ausland besichtigt hat. Diese Ausstellung kombiniert Fotografien, archäologische Pauszeichnungen und natürliche Objekte, um einen Einblick in De Giorgis laufende Erforschung der Naturlandschaft zu geben.

De Giorgis Forschung stützt sich auf Theorien der Sozialanthropologie und befasst sich mit den Konzepten von „Land“ als Raum des Übergangs und der Veränderung und nicht als Bühne für menschliches Handeln und „Landschaft“ als eine „Gesellschaft, ein Beziehungsgeflecht“, das die Erde selbst, die Elemente, die Tier- und Pflanzenwelt sowie die Geschichten und spirituellen Überzeugungen ihrer Bewohnerinnen und Bewohner umfasst (Johnson, 2010).

Die Stätten, die De Giorgi fotografisch festhält, befinden sich oft dort, wo das Land Spuren der Vergangenheit aufweist: an Stellen, die rauen Wetterbedingungen ausgesetzt sind, und Orten, die Spuren vergangener menschlicher Präsenz zeigen. Auf ihren Reisen sucht sie oft nach prähistorischen Stätten, die von der umgebenden Landschaft zurückerobert und verändert wurden, zum Beispiel neolithische Monumente, antike Siedlungen und Felsbilder. Genau wie Felsen, Klippen und Berge werden diese ältesten Spuren menschlicher Existenz in der Landschaft mit der Zeit durch die natürlichen Elemente weggespült.

Der zeitliche Charakter der Landschaften wird in De Giorgis Fotografien durch die Verwendung von alternativen fotografischen Verfahren und abgelaufenem Fotopapier hervorgehoben. Das Wasser, die Chemikalien und die Elemente, die die geografischen Formationen beeinflussen, spiegeln sich in der Dunkelkammer wider, wo die Bilder auf altem Fotopapier gedruckt werden. Diese Abzüge zeichnen sich durch verblasste Bereiche, Flecken und unvorhergesehene Färbungen aus. Sie werden häufig durch das Licht beeinflusst, auch nach der Entwicklung, wodurch Bilder mit geringen Kontrasten entstehen, die sich mit der Zeit verändern und deren Qualität sich verschlechtern kann.

De Giorgis Bilder werden in der Dunkelkammer oft einem collageartigen Verfahren unterzogen und stellen Elemente aus verschiedenen Orten nebeneinander, wobei Schichten persönlicher und kollektiver Geschichten in rekonstruierten Szenen miteinander verschmelzen. Andere Fotos nehmen kleine Gegenstände, die an besuchten Orten gesammelt wurden, als Ausgangspunkt, anstatt die Orte selbst abzubilden. Auf den Fotos sind die Gegenstände vergrößert und aus ihrem Kontext herausgelöst. Sie werden selbst zu abstrakten Landschaften oder nehmen ritualisierte, totemartige Eigenschaften an.

Ein weiterer Aspekt von De Giorgis Erforschung der Landschaften sind die Pauszeichnungen (Frottagen), die sich an archäologische Dokumentationen und Konservierungstechniken anlehnen. Die Frottagen halten vorgeschichtliche Felsbilder fest, die von verschiedenen Gesteinsformationen in Südtirols Bergen und Tälern stammen. Prähistorische Felsbilder sind ein wichtiger Teil der menschlichen Geschichte, werden aber durch die sich verändernden Umweltbedingungen rasch zerstört. Da sie sich meist in der offenen Landschaft befinden, sind sie extremer Verwitterung und Luftverschmutzung ausgesetzt. Die Frottagen in dieser Ausstellung dokumentieren nicht nur die geologischen Merkmale der Felsen und die verblassten prähistorischen Ritzzeichnungen an deren Oberfläche, sondern fungieren auch als „aufgezeichneter Dialog“ zwischen der Felswand und der Künstlerin. Sie enthalten De Giorgis Erfahrungen und Erinnerungen an die Stunden und Tage, die sie im Rahmen ihrer Arbeit vor Ort, im Gelände, verbracht hat.

Kontakte :

Datum und Uhrzeit des Events :

Es gibt Termine vom 06 Apr. 2022 bis 21 Mai 2022

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