Als Polaritäten fasst die Malerin Jette Christiansen ihr bisheriges Werk zusammen. Gegensätzlichkeiten ist in der Tat charakteristisch für die Bilder Jette Christiansens: Die Skandinavierin hat für sich den südlichen Lebensraum gewählt. Im Sujet „pendelt“ sie zwischen der künstlich angeordneten Assemblage des Stilllebens und der naturgetreuen Landschaftsmalerei. Einmal durchleuchten klirrende Grau- und Blautöne des kühlen Nordens ihre Szenen, das andere Mal sind es die weichen Gelb-Orangetöne des warmen Südens. Neben
lichtdurchfluteten Bildern mit bizarren Schattenspielen stehen eher düstere Kompositionen mit reduzierten Lichtakzenten.
Begonnen hat Jette Christiansen mit Stillleben; wobei es ihr zunächst um die pure Lust an der Farbe ging. Landschaftausschnitte stellte Christiansen immer wieder in den Hintergrund ihrer Stillleben und entfremdete sie ihrer „Natürlichkeit“. In ihrem letzen Zyklus konzentriert sich die Malerin aufs naturalistische Landschaftsbild: Grönland.
Im kühlen weißgräuchlichen Licht des Nordens malt sie Eismeerlandschaft mit den eisig zerfurchten Klippen, die durch ein gewagtes Licht- und Schattenspiel eine große Fülle und Dichte
bekommen und beinahe abstrakt wirken. Die Malerin hat mit diesen letzten Bildern ein klares Statement über Herkunft und künstlerisches Credo gegeben.