Schloss Runkelstein beherbergt den größten profanen Freskenzyklus des Mittelalters. Der heutige Bestand erstreckt sich über acht Räume, den Burghof bzw. Teile der Fassaden. Die erhaltenen Malereien bedecken über 500 m² an Wandfläche. Trotzdem entspricht dies nur rund 60% dessen, was ursprünglich vorhanden gewesen sein muss. Die Wandmalereien entstanden in mehreren Etappen im Auftrag der Bozner Familie Vintler in den Jahren zwischen 1388 bis ca. 1425.
Bereits gegen Ende des 16. Jh. verlor Runkelstein seine Funktion als Herrschaftssitz. 1626 berichtet Christoph von Mayrhofen an die Tiroler Regierung über Verwahrlosung und Baufälligkeit. Ein Brand 1672 schließlich zerstörte große Teile der Osthälfte von Runkelstein, wie den Bergfried und den östlichen Wohntrakt mit der Kapelle. Diese Schäden wurden bis zur Restaurierung Friedrich von Schmidts 1883 nie behoben und die Burg somit fast zweihundert Jahre dem Verfall überlassen. Durch diese Zerstörung, teilweise aber auch durch Eingriffe bei Restaurierungsmaßnahmen des 19. Jh., gingen Teile der malerischen Innenausstattung verloren.
1870 besuchte der Architekt Enrico Nordio auf seiner Grand Tour durch Italien Schloss Runkelstein. In der teilweise verfallenen Burg stieg er bis in die schwer zugänglichen Räume des östlichen Wohntraktes, wo er unter anderem Studien zu Dekorationselementen, Bordüren und Ornamenten für seine Schüler anfertigte. Die Ausstattung, welche Nordio bei seinem Besuch vorfand, verschwand nach 1884 durch Zerstörung oder Übertünchung. Allein die Studien Nordios machen es heute möglich, das ursprüngliche malerische Programm der verlorenen Ausstattung zu erahnen.
Erstmals wird auch der Bergfried von Runkelstein, der unter Friedrich von Schmidt wiedererrichtet wurde, für Besucher zugänglich sein.