Die Kartäuser in Allerengelberg waren ein rein kontemplativer Orden. Angesichts der Tatsache, dass sich bereits die antiken Philosophenschulen mit dem Begriff „contemplatio“ im Gegensatz zur „vita activa“ beschäftigt haben und dieses Spannungsverhältnis bis heute zu den am intensivsten diskutierten Themen zählt, scheint „contemplatio“ bestens als Leitgedanke für diese Ausstellung geeignet. Der Begriff findet heute Verwendung für das Sich-Vertiefen in die Betrachtung, z.B. eines Kunstwerkes. In einer Zeit, in der vom Einzelnen die höchste Mobilmachung sämtlicher seiner Kräfte zur Steigerung des Bruttosozialproduktes gefordert wird, will die Ausstellung „Contemplatio“ dem Besucher die Möglichkeit zur Kontemplation, zum „Silentium“, zur aufmerksamen Wahrnehmung und Betrachtung von Kunst bieten. Sie will ausloten, was zeitgenössische Skulptur aus Südtirol heute sein kann, wie sie sich gesellschaftlich und künstlerisch artikuliert und welcher Einfluss damit auf unsere Auffassung von Ästhetik, Öffentlichkeit und Raum genommen wird. Ein Zitat von Theodor W. Adorno fasst die Intention der Ausstellung treffend zusammen: „Die Objekte der ästhetischen Kontemplation sind die ‚aufleuchtenden‘ Dinge, die man früher als magisch verehrt hat.“
KünstlerInnen: Sylvia Barbolini, Aron Demetz, Paul Sebastian Feichter, Friedrich Gurschler, Arnold Holzknecht, Will-ma Kammerer, Hubert Kostner, Moradavaga (Eccli/Leitão), Walter Moroder, Elisabeth Oberrauch, Christian Piffrader, Thaddäus Salcher, Alois Steger, Thomas Sterna, Helga von Hofe, Bruno Walpoth, Elisabeth Weiss
Kuratorin: Brigitte Matthias, Assistenz: Adina Guarnieri