Irene Hopfgartner, deren Werk sich von der Fotografie über Rauminstallationen bis zu performativen Ausdrucksformen erstreckt, erforscht in ihrer Arbeit einen Bereich zwischen Natur und ihrer jeweiligen kulturell-artifiziellen Übersetzung. Die Künstlerin knüpft thematisch an den erkenntnistheoretischen Diskurs in der Fotografie an, wenn sie mittels schaukastenartig gesetzten und bildlich festgehaltenen Darstellungen von Naturgegenständen oder Tieren implizit Kritik an der Inventarisierung jenes Lebens übt. Diese Inszenierung wird schliesslich durch gezielte Manipulation an den verwendeten Gegenständen und Tierpräparaten überspitzt, um Wahrnehmungsnormen hinsichtlich des Erkenntnisstandes des Betrachters anzudeuten, wobei die Künstlerin ihre Arbeit an eine an Laborbedingungen erinnernde Ästhetik eines Nichtraumes zwischen Natur- und Kulturgut anbindet. Dadurch schafft sie jene Metaebene, die nötig ist, um auf das Problemfeld des Realen in der Kunst zu antworten und dieses gleichzeitig aufzulösen.