Unearthing. In Conversation (2017) nimmt Ausgang in der Auseinandersetzung mit im 20. Jahrhundert entstandenen Fotografien des österreichisch-tschechischen Missionars, Autors und Ethnologen Paul Schebesta (1887-1967). In ihrem Film entspinnt Belinda Kazeem-Kami?ski einen mehrschichtigen Dialog – untersucht Blickregime, die Alltäglichkeit kolonialer Gewalt, sowie künstlerische Strategien des Umgangs mit derselben. Verwurzelt in Schwarzer feministischer Theorie, arbeitet die Künstlerin mit einer recherchebasierten und prozessorientierten investigativen Praxis, welche sich mit Archiven – im Speziellen den Lücken und Leerstellen in öffentlichen Sammlungen und Archiven – auseinandersetzt. Mit der Verbindung von Dokumentarischem und Fiktionalem legt sie dabei die Gegenwärtigkeit einer andauernden kolonialen Vergangenheit frei.