Tag der Offenen Tür für die Bewohnerinnen und Bewohner
des Stadtviertels Maria Himmelfahrt
Das Palais Mamming Museum ist das Museum aller Meranerinnen und Meraner. Als solches will es auf mehrfachen Ebenen die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Stadtvierteln ausbauen und stärken. Damit begonnen wird am Samstag, 19. November 2022 von 10.30 bis 17 Uhr mit einem Tag der Offenen Tür für alle Bewohnerinnen und Bewohner des Stadtviertels Maria Himmelfahrt. Der Eintritt ins Museum ist an diesem Tag für diese frei. Auf dem Programm steht um 15 Uhr eine Begrüßung durch den Museumsdirektor Elmar Gobbi und den Museumskurator Tiziano Rosani sowie anschließend eine Führung durch die Dauerausstellung.
„Wir sind hier, um die Geschichte der Stadt und des Burggrafenamtes zu erzählen,“ erklärt Museumsdirektor Gobbi: „Was wäre da naheliegender als auch die Menschen, die in der Stadt leben um ihre Erinnerungen zu bitten?“, ergänzt Kurator Tiziano Rosani. Das Palais Mamming Museum verstehe sich als Gedächtnis der Stadt und sei deshalb immer daran interessiert, die eigenen Bestände zu erweitern. Das Depot des Museums enthalte eine umfangreiche Sammlung von Objekten und Fotos, allerdings gäbe es Lücken in den Beständen, die in Zukunft geschlossen werden sollen. Die betreffen auch bestimmte Stadtgebiete, zum Beispiel jene, welche in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstanden sind. Deshalb knüpft das Palais Mamming Museum an den Tag der Offenen Tür die Bitte an die Bewohnerinnen und Bewohner des Stadtviertels Maria Himmelfahrt, Fotos und eventuell auch andere Materialien mitzubringen, die von der Geschichte und Entwicklung des Viertels erzählen. Im Museum wird geschultes Personal anwesend sein, welches die Materialien sichtet und eine digitale Kopie davon erstellt, um es in die Museumssammlung aufzunehmen. Die Originale werden wieder an die Besitzerinnen und Besitzer zurückgegeben.
Das Viertel Maria Himmelfahrt ist in der unmittelbaren Nachkriegszeit entstanden und zum Teil mit sogenannten INA-Case bebaut worden. Diese INA-Häuser wurden nach den umfangreichen Interventionsplänen des italienischen Arbeitsministers Amintore Fanfani aus den Jahren 1949 und 1963 errichtet, welche den Bau von meist städtischem Wohnraum in ganz Italien vorsahen.
Auf dem ganzen Stiefelstaat wurden 355.000 INA-Casa Wohnungen errichtet. In Meran fügen sie sich in die urbanistische, architektonische und kulturelle Neuausrichtung nach dem 2. Weltkrieg ein und zeugen auch vom Willen zur sozialen, wirtschaftlichen und touristischen Entwicklung, die im Stadtzentrum auch Gebäude wie das Hotel Bristol oder das Eurotel hervorbrachte.
Dabei kam es auch zu einer regen künstlerischen Tätigkeit, die im Meran der 1950er Jahre stattfand, mehrsprachig und international ausgerichtet war. Mit mehreren Werken von Umberto Volante hinterließ diese künstlerische Aufbruchperiode auch in der Kirche von Maria-Himmelfahrt ihre Spuren.
Gegen Ende der 1950er Jahre wuchs das Bedürfnis, das in der Nähe des Bahnhofs gelegene und immer größer werdende Viertel Maria Himmelfahrt seelsorgerisch zu betreuen. Mit großem Engagement von Don Giovanni Parolari im Auftrag des Erzbischofs von Trient und engagierten Bewohnern aus dem Viertel wurde am 19. August 1956 der Grundstein der Maria-Himmelfahrts-Kirche gelegt, die dann am 22. September 1957 durch Weihbischof Heinrich Forer geweiht wurde.
Vielen ist die solidarische Zusammenarbeit der Bewohnerinnen und Bewohnern aus dem Viertel in Erinnerung geblieben, die beim Bau, beim Ziegelschleppen sowie beim Zementmischen selbst Hand angelegt haben.
Als weiteren Schritt des mehrjährigen Projektes öffnet das Museum im April seine Tore für die Bewohnerinnen und Bewohner des Musikerviertels und Umgebung. Auch in diesem Fall versteht sich der Tag der Offenen Tür als Moment des Zusammenkommens, des Kennenlernens des Museums und als wichtige Gelegenheit die Sammlung des Museums zu vervollständigen.