Einloggen

Einloggen

Eröffnung: Chapter 2 - The Conflict of Images - Veröffentlicht von ale inside

0
×

Achtung

Dieses Event ist vorbei, bleibe mit uns für weitere Events

Event-Informationen

Raphaël Dallaporta, Giorgio Di Noto, Monica Haller
Wie der Titel bereits andeutet, möchte diese Ausstellung nicht nur verschiedene Ansätze und Praktiken einer Dokumentarfotografie präsentieren, die sich mit dem Krieg befasst, sondern auch über den Konflikt nachdenken, der mit der Produktion von Bildern insbesondere dort verbunden ist, wo es um die Darstellung von Leiden und Schmerzen geht.
Raphaël Dallaporta, Giorgio Di Noto und Monica Haller sind die drei Künstler/-innen, die wir ausgewählt haben, um eine solche Reflexion zu beginnen. Was sie verbindet – abgesehen davon, dass sie sich für das Medium Fotografie als ihr Hauptausdrucksmittel entschieden haben – ist ihre Zugehörigkeit zur selben Generation. Allesamt nach 1980 geboren, haben sie den Wechsel von der analogen zur digitalen Fotografie miterlebt. Auch haben die Kriege und Konflikte, mit denen sie sich befasst haben, alle nicht auf dem Boden ihrer Heimatländer stattgefunden. Gleichwohl waren die drei Länder – die Vereinigten Staaten, Frankreich und Italien – in diverse auswärtige Kriege verwickelt. Bilder dieser und anderer Konflikte, von denen viele Länder unserer Welt betroffen sind, werden in immer größerem Ausmass gesendet, publiziert, gepostet und gestreamt. Aufgrund der Möglichkeiten des digitalen Zeitalters, in dem wir leben, steht die Menge der produzierten Bilder heute in direkter Beziehung zur Expansion der verschiedenen Medien sowie zu deren technischer Demokratisierung. Wie wir häufig erfahren müssen, kann eine quantitative Zunahme auf Kosten der Qualität gehen. Wie aber Qualität bemessen, wenn wir von Bildern über Krieg und Konflikt sprechen, oder – noch allgemeiner – von Bildern über Unglück und Katastrophen? Eine mögliche Antwort wäre, die Qualität einer Fotografie anhand dessen zu beurteilen, wie sehr sie es vermag Reaktionen hervorzurufen, oder wie heftig sie unsere Gemüter schockiert. Aus dieser Perspektive würde man etwa das kürzlich publik gewordene Foto des tot an einem türkischen Strand liegenden syrischen Kindes als extrem starkes Bild ansehen, da es bei Europäer/-innen – und insbesondere in Deutschland – Empörung auslöste, gefolgt von militärischen Interventionen in Syrien; oder die Videos des Fotografen und Bloggers Mounir Chelbi aus der tunesischen Stadt Sidi Bouzid, die, auf Facebook gepostet und von al-Jazeera gesendet, 2010 den Arabischen Frühling entfachten.
Die Arbeit von Giorgio Di Noto dreht sich genau um die Amateurvideos, die die diversen Aufstände und nachfolgenden Revolutionen in Nordafrika dokumentieren. The Arab Revolt besteht aus einer Serie von dreissig Polaroid-Fotografien, die er von seinem Computerbildschirm machte, während er dort jene Videos abspielte. Diese Arbeit wirft eine ganze Reihe von Fragen auf. Fotografie spielt eine entscheidende Rolle für unser Erinnern. Wie Susan Sontag formulierte: „Das Problem ist nicht, dass Leute sich mittels Fotografien erinnern, sondern dass sie sich nur an die Fotografien erinnern.“ Und Di Notos Arbeit ist der Versuch, die hektischen Bilderflut, die unser Leben täglich durchdringt, zu verdichten. Indem er bewegte Bilder
in Standbilder verwandelt, während er zugleich das Digitale ins Analoge übersetzt, möchte seine Arbeit eine Reflektion über die Funktion des Fotojournalismus allgemein und des Fotojournalisten im Besonderen ermöglichen. Dabei stellt er die Rolle des Fotografen zur Diskussion, welche nicht unbedingt als Experte vor Ort einen Konflikt dokumentieren muss, sondern auch jenseits der Unmittelbarkeit der Ereignisse mit vorgefundenem Material arbeiten kann, um die Bildbetrachter zu einer reflektierten Beschäftigung mit dem Thema zu bewegen.
Raphaël Dellaporta ist ein französischer Künstler, dessen Arbeiten gesellschaftliche Themen wie die Menschenrechte ebenso behandelt wie eher symbolische Sujets, etwa die Fragilität des Lebens. Er zeigt uns unter dem Titel Antipersonnel ein Archiv von 35 Landminen. Fotografiert als handle es sich um Luxusobjekte und begleitet von detailreichen Beschreibungen, erzeugen diese Bilder einen Rückschluss bei den Betrachter/-innen, welcher sie dazu führt, den ästhetischen Reiz dieser gefährlichen Objekte auf Basis ihres jeweiligen Designs und ihrer Funktion zu hinterfragen.
Monica Hallers Buchreihe Veterans Book Project zeigt nicht bloss die Gräueltaten, sondern auch das tägliche Leben eines US-Soldaten und anderer Personen, die die jüngsten US-amerikanischen Kriege selbst miterlebt haben. Im Rahmen einer Serie von dreizehn Workshops produzierten die Teilnehmer/-innen zwischen 2009 und 2014 über 50 von Haller herausgegebene und kuratierte Bücher. Man erkennt hier die bedeutende Rolle des/der Herausgeber/-in und Kurator/-in in der Fotografie, ebenso wie ihre therapeutischen Möglichkeiten. Die Entscheidung der Künstlerin, die fotografischen und schriftlichen Dokumente dieser Personen zu Büchern zu verarbeiten, anstatt sie als Videos oder Fotodrucke auszustellen, ist angesichts der Härte der Bilder entscheidend. Auf diese Weise überwältigt der Schockeffekt des grausamem Materials die Betrachter/-innen nicht, die im Gegenteil eingeladen sind, sich privat in die Geschichten zu vertiefen und bei den Bildern nur so lange zu verweilen, wie es ihnen erträglich ist.
Trotz oder vielleicht gerade aufgrund ihres jungen Alters zeigen uns Dallaporta, Di Noto und Haller, dass sie mit der alltäglichen Bildüberflutung ebenso vertraut sind wie mit den Debatten zur Ethik undÄsthetik in der Fotografie.
Ihre Arbeiten sind weder naiv noch zynisch. Sie führen uns vor, wie es gelingen kann, sich visuell und in tiefgründiger Weise mit extrem sensiblen Themen in Bezug zu setzen.

Kontakte :

Datum und Uhrzeit des Events :

Veröffentlicht von :

Könnte dich auch interessieren :

  • Immagini infestate. Ecologie tossiche della fotografia Con Sara Benaglia Moderato da Stefano Riba In collaborazione con Analogue Photo Festival, Lumen Museum Il libro Immagini infestate. Ecologie tossiche della fotografia riflette sulla fotografia come mezzo tutt’altro che neutrale: fin dalla sua nascita, è legata a dinamiche di potere, sfruttamento e controllo. La fotografia non è solo uno strumento per rappresentare il mondo, ma anche una tecnologia che consuma, classifica e trasforma la realtà, fondata su processi materiali che coinvolgono risorse, lavoro ed estrazione, come nel caso dell’argento e delle sue origini minerarie. Attraverso un percorso che va dalla fotografia analogica fino alle immagini digitali e generate artificialmente, il libro analizza come il ruolo delle immagini sia cambiato nel tempo, fino ad arrivare alla loro attuale sovrabbondanza e perdita di significato. Il racconto prende avvio da un elemento concreto e inaspettato: la presenza di materiale organico formatosi su vecchie fotografie. Queste alterazioni diventano un punto di partenza per riflettere sulla materialità delle immagini, su ciò che resta nel tempo e su come sia ancora possibile opporsi alla logica consumistica che le domina. In questo senso, il libro propone di guardare alla fotografia non solo come immagine, ma come oggetto fisico e fragile, fatto di materia, chimica e residui, capace di conservare tracce, memoria e resistenza.
  • Fotografie im Spannungsfeld zwischen Forschung und künstlerischer Praxis Der Vortrag von Gregor Sailer bietet Einblicke in sein fotografisches Werk, das künstlerisches Schaffen an den Randzonen menschlicher Zivilisation mit wissenschaftlicher Forschung und investigativer Praxis verbindet. Der Künstler interessiert sich für die Veränderung von Landschaft durch den Menschen sowie die politischen, militärischen und wirtschaftlichen Implikationen von Architektur. Im Mittelpunkt steht die Frage nach der Verbindung von Bildproduktion, wissenschaftlicher Untersuchung und architektonischem Kontext. Die Arbeiten verlangen monatelange Recherchearbeit und Aufenthalte unter extremen Bedingungen. Die konzeptuelle Vorbereitung der Projekte, der Umgang mit strukturellen und politischen Barrieren sowie Strategien zu deren Überwindung werden anhand seiner beiden aktuellsten Langzeitprojekte Cockaigne und The Polar Silk Road vorgestellt. Cockaigne setzt sich mit der globalen zukünftigen Nahrungsmittelproduktion auseinander – eine Reise durch Sci-Fi-Welten und dystopische Landschaften. The Polar Silk Road beleuchtet die gegenwärtigen geopolitischen und wirtschaftlichen Entwicklungen rund um den Nordpol. Somit reflektiert Gregor Sailer auch die Positionierung seiner Arbeit im Spannungsfeld zwischen künstlerischer Fotografie und dokumentarischer Praxis, zwischen Bildkonstruktion und kritischer Analyse. Seine Projekte eröffnen zugleich neue Perspektiven auf komplexe globale Zusammenhänge und die Rolle der Fotografie als analytisches Werkzeug. Gregor Sailer wurde 1980 in Schwaz in Tirol geboren. Seine Werke wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet und in nationalen sowie internationalen Solo- und Gruppenausstellungen gezeigt – unter anderem in New York, London, Arles, Mailand, Wien, Genf, Barcelona, Prag, Tiflis, Berlin und Budapest. Viele seiner Foto-Serien wurden als Fotobücher veröffentlicht, zuletzt Cockaigne, The Polar Silk Road, The Potemkin Village und Unseen Places. Gregor Sailer lebt und arbeitet in Tirol.
  • Die Musikkapelle Auer lädt herzlich zum traditionellen Cäcilienkonzert am Samstag, 14. November 2026, um 20 Uhr in der Aula Magna der Landwirtschaftlichen Oberschule Auer ein. Das Konzert ist Teil des Jubiläumsjahres 2026, in dem die Musikkapelle Auer das 225-jährige Bestehen seit der Gründung 1801 feiert. Über das gesamte Jahr verteilt fanden vielseitige Events statt, die im traditionellen Cäcilienkonzert ihr Ende finden. Kapellmeister Georg Pichler Giulay hat dafür ein ansprechendes, dem Jubiläum würdiges Programm zusammengestellt. Die Musikkapelle Auer freut sich auf zahlreiches Publikum!

Trag deine Veranstaltungen in den ersten und beliebtesten Veranstaltungskalender Südtirols ein!

BIST DU SCHON REGISTRIERT?

LOGGE DICH EIN

NOCH NICHT?

Verpasse nicht die besten Veranstaltungen in Südtirol!

ABONNIERE UNSEREN WÖCHENTLICHEN NEWSLETTER

Möchtest du deine Events in unserem Magazin veröffentlicht sehen?

ERHALTE EINEN MONATLICHEN HINWEIS ZUM REDAKTIONSSCHLUSS

Möchtest du deine Veranstaltungen oder dein Unternehmen bewerben? Wir sind dein idealer Partner und können maßgeschneiderte Lösungen und Pakete für alle deine Bedürfnisse anbieten.

GEHE ZUR WERBEBEREICH

KONTAKTIERE UNS DIREKT

INSIDE EVENTS & CULTURE

Magazine mensile gratuito di cultura, eventi e manifestazioni in Alto Adige-Südtirol, Trentino e Tirolo.
Testata iscritta al registro stampe del Tribunale di Bolzano al n. 25/2002 del 09.12.2002 | Iscrizione al R.O.C. al n. 12.446.
Editore: InSide Società Cooperativa Sociale ETS | Via Louis Braille, 4 | 39100 Bolzano | 0471 052121 | Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein..