Technologie und Medien können als Erweiterung unserer Körper gesehen werden. Sie erlauben uns beispielsweise, weiter zu sehen als unsere Augen, sie lassen uns Informationen deponieren und nach Jahren wieder abrufen, sie befähigen uns, uns abstrakt zu sehen. Diese Fähigkeitsmehrung trifft nicht nur auf die Wahrnehmung zu, sondern auch auf die Art und Weise, wie wir mit der äußeren Welt interagieren. Also alles auf Anfang und Neustart, das Denken muss neu kalibriert werden und wir entdecken, wie wir diese neuen Organe anwenden.
Francesco Nordio ist über die Kunstproduktion hinaus vor allem an kulturellen Aktionen interessiert, die konkret auf Kultur und Realität eingehen. Der Wert solcher Aktionen besteht in ihrer konkreten Auswirkung oder in der Nützlichkeit zur Unterstützung unserer Gedankenwelt. Der Künstler arbeitet vor allem mit Gruppengründungen, die ihn Aufteilungs- und Kollaborationsdynamiken zu erforschen lassen.
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Lorenzo Commisso schafft Verbindungen zwischen Objekten, Bildern und Umständen. Er strebt danach, seine – musikalischen – Gedanken über Zeichen, Zeichnungen und Wortspiele dazurlegen und näher zu bringen. Seine dialektische Performance verschraubt Konzepte, beinahe dadaistisch verwandelt er die Arbeiten anderer ununterbrochen in Cover und Überarbeitungen. Die Ungreifbarkeit ist sein Code: Ein minimalister Performer, der alles zunichte machen will. Seine Stille umgibt eine besondere Leere – eine Leere mit weißem Lärm. – Stefano Coletto
http://cargocollective.com/lorenzocommisso
Rachele Burgato: "Zur Zeit sind meine Forschungen auf die Vervielfältigung gewerblich hergestellter Formen und Objekte gerichtet: So startet ein Prozess, der sich mit der Kopie beschäftigt, die paradoxer Weise ein Objekt zum Einzelstück werden lässt. Mich interessieren auf den ersten Blick sinnlose Aktionen, die mit größtmöglichem Kraftauwand ein Ziel anstreben, das schon erreicht ist. Seit 2013 arbeite ich mit Lorenzo Commisso am performativen Audio-Video-Projekt COLORA, das Beziehungen zwischen Realität und Fiktion in der Kunstwelt erörtert."
http://cargocollective.com/racheleburgato/
COLORA
"The zebra crossing" ist ein aus einer Bildsuche im Internet geborener schwarz-weißer Gedanke – wird das Wort "colora" [färben] eingetippt, werden nur Schwarz-weiß-Zeichnungen gefunden. "The zebra crossing" ist ein Audio-Video-Projekt über die Konzepte von Realität und Fiktion, über die Regeln für Kinderspiele, ausgehend vom "So tun als ob...". Das rhythmische Instrument der Drum Machine ersetzt eine Sammlung von Videofragmenten, die nach rhythmischen Strukturen zusammengestellt werden. Die Bilder werden aufgrund dazugehöriger Klänge gewählt und zusammengeschnitten.
http://cargocollective.com/COLORA/