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Tränenpalast - Veröffentlicht von martin_inside

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Event-Informationen

Ludwig Berger, Aron Demetz, Peter Kaser, Manuela Kerer, Urs Luethi, Maurice Mikkers, Barbara Ungepflegt mit Hanna Hollmann und Marie Vermont

Kurator: Leander Schwazer

Die erste von Leander Schwazer kuratierte Ausstellung in der Stadtgalerie Brixen unter der Leitung des Südtiroler Künstlerbundes. Zeitgenössische künstlerische Positionen treten dabei in einen Dialog mit Objekten aus den Sammlungen der Hofburg Brixen und des Pharmaziemuseums Brixen. Im Zentrum steht ein universelles Phänomen: das Weinen.

Tränen sind so vielfältig wie die Situationen, aus denen sie entstehen. Sie können Ausdruck von Trauer und Schmerz sein, von Freude, Überforderung, Erleichterung oder Erlösung sein. „Wie die Kunst entfaltet auch das Weinen eine transformative Kraft“, so Kurator Leander Schwazer. In der Ausstellung verbindet er religiöse Bilder und Objekte, die die Stadtgeschichte Brixens bis heute prägen, mit Werken zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler und spürt dem Phänomen des Weinens in vielfältiger Weise nach.

Eine mikroskopische Fotografie von einer Träne des niederländischen Künstlers Maurice Mikkers erinnert in der Stadtgalerie an ein Kirchenfenster und verschleiert den Blick auf eine Pech weinende Figur von Aron Demetz. Zugleich verwandelt die Klangarbeit von Ludwig Berger das Gewölbe der StadtGalerie in eine Gletscherspalte, in der es gluckert, blubbert und rauscht. Zu hören sind die „Tränen“ eines schmelzenden Gletschers, die sich wie ein Bach durch den Raum winden – eine poetische Erinnerung daran, dass nicht nur Menschen weinen. Inmitten dieses Klangteppichs findet sich die malerische Serie von Peter Kaser, die den “Stubenferner” in Pflersch in warmen und poppigen Farben zeigt. Emotionen spiegeln sich in der uns umgebenden Landschaft wieder. Unterbrochen wird das klagende Gletscherlied von einer Komposition für Klarinette, Violine und Cello von der Brixner Komponistin Manuela Kerer, dass dem Gewicht einer Träne nachspürt.

Ein besonderer Schwerpunkt der Ausstellung ist die „Tränensaline“: Die StadtGalerie wird zu einem Ort, an dem Brixner*innen weinen dürfen und aus ihren Tränen feinstes „Südtiroler Tränensalz“ gewonnen wird. Die Wiener Performancekünstlerin Barbara Ungepflegt setzt die Saline zur Eröffnung gemeinsam mit ihren Mitstreiterinnen in Gang und lädt dazu ein, während der Dauer der Ausstellung an dieser sozialen Plastik teilzunehmen.

Kaum etwas ist gesellschaftlich so schambehaftet wie das Weinen – die Konvention, keine Schwäche zu zeigen, gilt vor allem für Männer. Der Schweizer Künstler Urs Lüthi zeigt den Zustand der Scham in einem schonungslosen Selbstporträt, das den Künstler mit hochrotem Kopf zeigt.

Die Ausstellung betrachtet menschliches und nichtmenschliches Weinen und zeigt Kultur als einen Prozess der Transformation: von einem emotionalen Zustand in den nächsten, von Weinen in Lachen und wieder zurück.

Kontakte :

Datum und Uhrzeit des Events :

Es gibt Termine vom 31 Jan. 2026 bis 04 Apr. 2026

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