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Kingdom of the Ill. Das zweite Kapitel von TECHNO HUMANITIES - Veröffentlicht von martin_inside

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Event-Informationen

Kingdom of the Ill, von Sara Cluggish und Pavel S. Pys? kuratiert, ist eine internationale Gruppenausstellung, die das gesamte MUSEION bespielt. Die Ausstellung markiert das zweite Kapitel des vom Museion-Direktor Bart van der Heide lancierten Langzeitprojekts TECHNO HUMANITIES.

Kingdom of the Ill, untersucht die Beziehung zwischen dem Individuum und zeitgenössischen sozialen, betrieblichen und institutionellen Systemen, die auf das Erleben von Pflege und Wohlbefinden einwirken. Die Ausstellung reagiert auf aktuelle Debatten über Krankheit und Gesundheit, Verschmutzung und Sauberkeit sowie Pflege und Vernachlässigung und stellt sich die Frage, wie und von wem festgelegt wird, ob ein Körper krank oder gesund ist.

Wie bestimmen öffentliche Sozialsysteme und betriebliche Sozialeinrichtungen das Gesundheitswesen, und wie können wir gängige Definitionen von guter gesundheitlicher Verfassung in Frage stellen? Kann man in Zeiten einer globalen Pandemie, zunehmender sozialer Ängste, steigender Gesundheitskosten, zunehmender Überwachung medizinischer Informationen und wachsender Prekarisierung der Kreativbranche überhaupt wirklich gesund sein?

Kingdom of the Ill, zeigt unter anderem Werke von Enrico Boccioletti, Brothers Sick (Ezra and Noah Benus), Shu Lea Cheang, Heather Dewey-Hagborg & Phillip Andrew Lewis, Julia Frank, Sharona Franklin, Barbara Gamper, Nan Goldin, Johanna Hedva, Ingrid Hora, Adelita Husni-Bey, Ian Law, Carolyn Lazard, Lynn Hershman Leeson, Juliana Cerqueira Leite & Zoë Claire Miller, Mary Maggic, Mattia Marzorati, Prescription Addiction Intervention Now (P.A.I.N.), Erin M. Riley, P. Staff, und Lauryn Youden.

Von der in Berlin lebenden Künstlerin Ingrid Hora stammt die anlässlich der Ausstellung in Auftrag gegebene Skulptur Collective Effort für die MUSEION Passage. Das Werk zeigt Ton-Abdrücke von Freiwilligen und Fachleuten in der regionalen Pflegearbeit. Collective Effort wurde von Frida Carazzato kuratiert und verweist auf immaterielle Netzwerke bürgerlichen Engagements und Zeichen des Vertrauens, die Initiativen wie das mehrjährige Forschungsprojekt CHRIS (Cooperative Health Research in South Tyrol) vorantreiben. CHRIS entstand als Zusammenarbeit zwischen dem Institut für Biomedizin des Forschungszentrums Eurac Research in Bozen und den Südtiroler Gesundheitsbehörden. CHRIS umfasst eine wachsende DNA-Bank, mit der die Präventivmedizin in der alternden Bevölkerung des Vinschgaus gestärkt und ausgebaut werden soll, um das Auftreten und das Entstehen von Volkskrankheiten besser verstehen zu können

Kingdom of the Ill, kodifiziert einen signifikanten Moment, in dem Ungleichheiten offensichtlich werden, die dazu geführt haben, grundlegende Methoden von Gesundheitsversorgung, Hilfsnetzwerken, Wohlbefinden und Freundschaft neu zu überdenken.

 

Kingdom of the Ill. Das zweite Kapitel von TECHNO HUMANITIES (2021-2023)

Kuratiert von Sara Cluggish und Pavel S. Py?

Ausstellungsgestaltung Diogo Passarinho Studio

Das der Ausstellung gewidmete Publikumsprogramm umfasst Diskussionen, Begegnungen, Filmvorführungen und eine Reihe von Online- und Offline-Veranstaltungen, die im Rahmen des Museion Art Club mit der Unterstützung der Museion Private Founders organisiert werden.

Kontakte :

Datum und Uhrzeit des Events :

Es gibt Termine vom 01 Okt. 2022 bis 05 März 2023

Notizen über die Uhrzeiten :

- per tutta la durata della mostra (dt/it/eng) FAMILY TOUR kit gratuito per un percorso interattivo ed autonomo per famiglie con bambini/e
- während der gesamten Ausstellungsdauer (dt/it/engl) FAMILY TOUR
kostenfreies Kit für den autonomen Rundgang mit Handlungsmomenten für Familien & Kinder

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Themensetzungen zu den Spuren, die Menschen hinterlassen, zum kollektiven Unbewussten und zur Bildung von Erinnerungen lenken den Blick auf die Werke und bestimmen die von Fosbury Architecture besorgte Ausstellungsgestaltung. Den Auftakt zur Ausstellung bilden Projektarbeiten, die auf die Dunkelheit fokussieren – als Möglichkeit einer Annäherung an die Welt des Unbewussten und des Traumes. Im übertragenen wie im wörtlichen Sinne sind die Besucher*innen eingeladen, in das eigene Innere „hinabzusteigen“. In gedimmter Umgebung verlangsamt sich die Wahrnehmung, und vertraute Sichtweisen treten in den Hintergrund, erlauben ein aufmerksameres Erleben über die Sinne. Rauminstallationen wie La Scultura Buia (1968), Esposizione in tempo reale n. 19, Codemondo (1980) und Esposizione in tempo reale n. 20, Ambiente grigio multiuso, scatola per sondare lo spazio vicino e lontano (1987) schaffen Situationen, in denen die persönliche Erfahrung Teil eines gemeinsamen Raumes wird. Die Ausstellung setzt sich fort mit Rauminstallationen, die Vaccaris Interesse an den Spuren menschlicher Gegenwart adressieren. Diese finden ihren Niederschlag in öffentlichen urbanen Räumen ebenso wie in den gesellschaftlichen Dynamiken temporärer Gemeinschaften. Neben dem 1972 auf der Biennale in Venedig vorgestellten, ikonischen Projekt Esposizione in tempo reale n. 4, Lascia su queste pareti una traccia fotografica del tuo passaggio und dem hieraus entwickelten, ambitionierten Werk Photomatic d’Italia (1972–1975), das unter Einbeziehung von Fotoautomaten in öffentlichen Räumen in ganz Italien entstand, spüren auch die beiden Arbeiten Esposizione in tempo reale n. 21, Bar Code – Code Bar (1993) und Mini cinema (2003) Aspekten von sozialer Interaktion, kollektivem Verhalten und Momenten spontaner Begegnungen nach. Vaccaris Rauminstallationen werden in der Ausstellung nicht im Sinne statischer Rekonstruktionen präsentiert, sie bilden vielmehr reaktivierte Situationen, die den ursprünglichen Intentionen des Künstlers treu bleiben und zugleich auf das heutige Publikum reagieren. Die Sammlung des Museion umfasst etwa 20 Werke Franco Vaccaris, die überwiegend dem im Jahr 2020 dem Museum als Schenkung überlassenen Archivio di Nuova Scrittura angehören. Dieses Werkkompendium beinhaltet auch einige der frühen Text-Bild-Arbeiten des Künstlers, die seine Anfänge als visueller Dichter markieren und in denen bereits sein anhaltendes Interesse an Sprache, Spuren und menschlicher Präsenz hervortritt. Die Aufnahme einiger dieser Werke in die aktuelle Ausstellung zeigt Querverbindungen zwischen Vaccaris frühen künstlerischen Erkundungen und den Sammlungsbeständen des Museums auf. Franco Vaccari Franco Vaccari wurde am 18. Juni 1936 in Modena geboren und absolvierte zunächst eine wissenschaftliche Ausbildung im Bereich der Physik. Nach künstlerischen Anfängen als visueller Dichter gestaltete er 1969 seine erste Esposizione in tempo reale, in der er das für seine spätere künstlerische Praxis zentrale Konzept der „Ausstellung in Echtzeit“ einführte. Wenngleich sein Schaffen unterschiedliche Herangehensweisen umfasst, wird es doch häufig aus dem Blickwinkel des konzeptuellen Realismus betrachtet. Esposizione in tempo reale n. 4, Lascia su queste pareti una traccia fotografica del tuo passaggio gehört zu seinen bekanntesten Arbeiten und war 1972 in einem eigenen Raum im Hauptpavillon der Biennale von Venedig zu sehen; in den Jahren 1980 und 1993 bespielte Vaccari dort erneut separate Räume. Neben seiner künstlerischen Arbeit begründete Vaccari ebenfalls eine einflussreiche theoretische Tätigkeit und publizierte wegweisende Texte wie Duchamp e l’occultamento del lavoro (1978) und Fotografia e inconscio tecnologico (1979). Seine Werke wurden international in bedeutenden Ausstellungen und Institutionen präsentiert, so etwa auf der Gwangju Biennale in Südkorea, in der Kunsthalle Basel, im Musée de l’Elysée in Lausanne, im Mostyn in Wales, in der Fondazione Morra Greco in Neapel und auf der Mailänder Triennale. Franco Vaccari verstarb 2025.

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